Anglikon
Anglikon in Wohlen: Bünz, Kapelle und Strohindustrie sowie Eingemeindung nach dem Schulhausbau von 1911.
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Anglikon liegt im Bünztal und gehört seit 1914 zu Wohlen. Die eigene Kapelle, die frühere Strohflechterei und der Bünzraum unterscheiden den Ortsteil vom Wohler Hauptort. Ein kostspieliger Schulhausbau spielte bei der Vereinigung der Gemeinden eine wichtige Rolle.
Anglikon auf einen Blick
| Kanton / Bezirk | Aargau / Bremgarten |
|---|---|
| Heutige Gemeinde | Wohlen (AG) |
| Status | Ortschaft / Gemeindeteil; keine eigene politische Gemeinde |
| Zugehörigkeit | Seit 1914 Ortsteil von Wohlen |
| Erste Nennung | 1263 «Anglincon» |
| Historischer Schulbau | 1911; anschliessend kommunale Vereinigung |
Herrschaftsrechte im Bünztal
Im Mittelalter gehörte Anglikon zum Hochgericht und Amt Lenzburg. Die niedere Gerichtsbarkeit lag bei den Herren von Hallwil und kam später zum Kloster Wettingen. 1678 kaufte Landschreiber Beat Jakob Zurlauben den Hof Hembrunn mit dem Twing Anglikon.
Nach 1415 war Anglikon Teil der Freien Ämter, ab 1712 der Unteren Freien Ämter. 1798 kam es zum helvetischen Distrikt Sarmenstorf und 1803 zum aargauischen Bezirk Bremgarten. Die unterschiedlichen Verwaltungsebenen prägten die Geschichte der früheren Gemeinde.
Die Kapelle und ihre Namen
Eine Kapelle St. Anton wird 1515 als Filiale von Villmergen erwähnt. Der Neubau von 1748 erhielt ein Franz-Xaver-Patrozinium; das HLS bezeichnet die heutige Kapelle als St. Wendelin. Die wechselnden Namen gehören zu derselben örtlichen Kirchengeschichte.
1917 kam Anglikon auch kirchlich zu Wohlen. Dieser Schritt folgte erst nach der politischen Vereinigung von 1914.
Strohflechten und Hutnähen
Zum Getreidebau kamen ab der Mitte des 17. Jahrhunderts Strohflechten und Hutnähen hinzu. Verleger in Anglikon und Wohlen organisierten diese Arbeit; das HLS nennt Steinmann & Vock für die 1730er Jahre. Die örtliche Wirtschaft war damit eng an die spätere Wohler Industrie gebunden.
Auch Betriebe wie eine Färberei und die auswärtigen Arbeitsplätze blieben auf Wohlen ausgerichtet. Anglikons Geschichte ergänzt die bekannte Wohler Hutindustrie um einen benachbarten Produktions- und Wohnort.
Schulhaus und Eingemeindung
Der Schulhausbau von 1911 belastete die bereits verschuldete Gemeinde. Der Kanton entschied die Vereinigung mit Wohlen, die 1914 trotz Wohler Rekursen vollzogen wurde. Ein Schulgebäude wurde dadurch zum Auslöser eines politischen Strukturwandels.

Die Bünz bildet einen weiteren örtlichen Bezugspunkt. Die Aufnahme von März 2026 zeigt einen begrünten Abschnitt mit abgestuftem Zugang zum Wasser. Der Gemeindeartikel Wohlen erläutert heutige Schulen, Betreuung und gemeinsame Kulturangebote. Anglikon ergänzt ihn um die eigene Geschichte und den Flussraum.
Quellen und Orientierung
Weitere Ortsartikel finden sich in der Aargau-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
Redaktionell geprüft am 2. Oktober 2026. Keine eigene politische Gemeinde; Gemeindezugehörigkeit im Steckbrief. Für diese Ortschaft wird keine ungeprüfte eigene Bevölkerungszahl angegeben. Die Aufnahmejahre der Fotos stehen jeweils beim Bild.