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Arlesheim

Arlesheim verstehen: Dom und Silbermann-Orgel, Ermitage und Schloss Birseck, Kunst im Forum Würth und der Wandel zum modernen Wohn- und Arbeitsort.

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Panorama des Arlesheimer Domplatzes mit Doppelturmfassade und Domherrenhäusern
Dom und Domherrenhäuser am Arlesheimer Domplatz, November 2018. Foto: EinDao · CC BY-SA 4.0.

Arlesheim ist der Hauptort des gleichnamigen Bezirks im Kanton Basel-Landschaft. Die Gemeinde liegt östlich der Birs am Fuss des Gempenplateaus, unmittelbar neben Dornach. Bekannt ist sie vor allem für den barocken Dom und die Ermitage, einen historischen Landschaftsgarten mit Weihern, Felsen, Grotten und Schloss Birseck. Beide liegen nahe genug beieinander, um sie bei einem einzigen Ausflug zu entdecken.

Arlesheim ist aber mehr als diese beiden Sehenswürdigkeiten. Der ältere Dorfkern, die Wohngebiete am Hang und die Arbeitsgebiete Richtung Birs haben unterschiedliche Geschichten. Auf dem Schorenareal entsteht mit uptownBasel ein moderner Technologie- und Industriestandort. Im Forum Würth werden Kunstausstellungen gezeigt. Diese Mischung aus Geschichte, Landschaft und Gegenwart macht den Ort besonders vielseitig.

Arlesheim auf einen Blick

GemeindeArlesheim
Kanton und BezirkBasel-Landschaft, Hauptort des Bezirks Arlesheim
Einwohner9’374, Stand 30. Juni 2026
Postleitzahl4144
FlächeRund 6,9 km²
GemeindeverwaltungDomplatz 8
Wichtige AusflugszieleDom, Ermitage, Schloss Birseck und Forum Würth

Dorf, Domplatz und Birstal

Arlesheim liegt im Birseck, einem Teil des unteren Birstals. Westlich verläuft die Birs, östlich steigt das Gelände zum Gempenplateau an. Das historische Zentrum sitzt zwischen Talebene und Hang. Von dort sind die Waldlandschaft der Ermitage und die höher gelegenen Wohngebiete rasch erreichbar.

Der Domplatz ist nicht mit dem gesamten Dorfkern gleichzusetzen. Er entstand als repräsentativer Raum für das Domkapitel und wirkt entsprechend geordnet und grosszügig. In den benachbarten Gassen begegnet man der kleinteiligeren Struktur des älteren Dorfs. Gerade dieser Wechsel macht einen Rundgang interessant: monumentale Kirchenfassade auf der einen, Häuser, Läden und Alltagswege auf der anderen Seite.

Ältere Häuser und rote Ziegeldächer im Zentrum von Arlesheim
Blick auf die Dächer im Arlesheimer Zentrum, Juli 2012. Foto: Roland Zumbühl · CC BY 3.0.

Zum Tal hin liegen andere Teile der Gemeinde, darunter Gewerbe- und Industrieareale. Wer Arlesheim nur vom Domplatz kennt, übersieht diesen Arbeitsort. Umgekehrt ist vom Bahnhof und den Verkehrsachsen aus nicht sofort erkennbar, wie nahe die historische Gartenlandschaft liegt.

Warum steht in Arlesheim ein Dom?

Der Dom entstand, weil sich das Basler Domkapitel 1678 in Arlesheim niederliess. Das Kapitel, die Gemeinschaft der Domherren, hatte zuvor im Exil in Freiburg im Breisgau gelebt. In Arlesheim erhielt es eine neue repräsentative Umgebung. Der Kirchenbau begann 1679 und wurde 1681 geweiht; die Domherrenhäuser ergänzten das Ensemble.

Der Platz ist damit kein zufällig besonders gross geratener Dorfkirchenvorplatz. Er war Teil einer geistlichen Residenz. Die Häuser ringsum, die symmetrische Wirkung der Anlage und die Doppelturmfassade sollten Rang und Bedeutung sichtbar machen. Auch heute lässt sich dieser Anspruch beim ersten Blick über den Domplatz unmittelbar erkennen.

Das heutige Innere wurde wesentlich durch die Umgestaltung von 1759 bis 1761 geprägt. Die helle Raumwirkung, die Stuckdekoration und die Ausstattung gehören zu diesem späteren Rokoko. Wer den Dom besucht, sieht deshalb mehrere Zeitschichten: die Anlage des 17. Jahrhunderts und eine kunstvolle Neugestaltung aus dem 18. Jahrhundert.

Die Silbermann-Orgel

Die Orgel wurde 1761 von Johann Andreas Silbermann gebaut. Sie gehört zu den besonderen musikalischen Schätzen des Doms. Ein Konzert eröffnet einen anderen Zugang als eine stille Besichtigung: Der Kirchenraum wird dann nicht nur betrachtet, sondern akustisch erfahrbar. Die Kirchgemeinde informiert über Konzerte, Gottesdienste und Führungen.

Der Dom ist heute die Kirche der römisch-katholischen Kirchgemeinde. Er ist also sowohl Denkmal als auch gelebter religiöser Ort. Für eine Besichtigung nimmt man Rücksicht auf Gottesdienste und Veranstaltungen. Der Domplatz selbst ist zugleich ein öffentlicher Begegnungsraum, an dem sich Verwaltung, Kultur und Dorfleben berühren.

Die Ermitage: eine gestaltete Landschaft

Die Ermitage wurde 1785 auf Initiative von Balbina von Andlau und Heinrich von Ligerz eröffnet. Sie gehört zur Tradition englischer Landschaftsgärten. Anders als ein streng geometrischer Barockgarten arbeitet sie mit scheinbar natürlichen Bildern: Wasserflächen, Wald, Felsen, gewundenen Wegen und überraschenden Ausblicken.

Grüner Weiher mit Schilf und hölzerner Plattform im Landschaftsgarten Ermitage
Weiher und Aussichtsplattform in der Ermitage, Mai 2008. Foto: Roland Zumbühl (Picswiss) · CC BY-SA 3.0.

«Natürlich» bedeutet dabei nicht ungestaltet. Die Wege führen bewusst von einer Szene zur nächsten. Eine Grotte, ein ruhiger Weiher oder ein Blick auf Schloss Birseck sollte bei den Besuchern bestimmte Stimmungen auslösen. Wer langsam geht und an Wegbiegungen innehält, versteht die Gartenidee besser als jemand, der nur möglichst schnell eine Runde absolviert.

Die Anlage nutzt die vorhandene Topografie. Deshalb wechseln breitere Wege mit steileren oder unebenen Abschnitten. Für einen Spaziergang mit Kinderwagen oder eingeschränkter Mobilität sollte man eine passende Teilroute wählen, statt von einem durchgehend ebenen Park auszugehen. Die Stiftung bietet einen Rundgang mit Stationen und Informationen für Besuche mit Kindern an.

Der Landschaftsgarten ist grundsätzlich frei zugänglich. Einzelne Gebäude haben eigene saisonale Öffnungszeiten. Das betrifft insbesondere die Waldbruderklause und Schloss Birseck. Für einen gezielten Innenbesuch ist die aktuelle Besuchsseite der Stiftung die passende Quelle; der Gartenbesuch selbst lässt sich davon unabhängig planen.

Schloss Birseck und die Burgenlandschaft

Schloss Birseck steht auf einem Felsen über der Ermitage. Seine mittelalterliche Geschichte ist älter als der Landschaftsgarten. Später wurde die Burg in die romantische Gartenwelt einbezogen. Dadurch überlagern sich hier zwei Vorstellungen: eine frühere Herrschaftsanlage und ein bewusst inszenierter historischer Blickfang.

Schloss Birseck mit rundem Turm und Mauern über bewaldetem Hang
Schloss Birseck über der Ermitage, September 2011. Foto: Roland Zumbühl · CC BY-SA 3.0.

Ein Rundgang um die Anlage und ein Blick von unten vermitteln bereits viel von ihrer Lage. Wer auch hineinmöchte, beachtet den saisonalen Betrieb. Für 2026 nennt die Stiftung Öffnungen von Ostern bis Ende Oktober an bestimmten Nachmittagen; im Winter bleibt das Schloss geschlossen. Das Programm im Weidhof ergänzt die historische Besichtigung um kulturelle Veranstaltungen.

In der Umgebung liegt zudem Burg Reichenstein. Sie ist ein weiterer markanter Punkt der Arlesheimer Burgenlandschaft, hat aber eigene Nutzungen und Zugangsbedingungen. Die Nähe mehrerer Anlagen zeigt, wie stark die Felslagen am Rand des Birstals im Mittelalter für Herrschaft und Kontrolle genutzt wurden.

Menschen lange vor Dom und Schloss

Die Höhlen und Felsüberhänge um Arlesheim gehören zu den wichtigen vorgeschichtlichen Fundorten der Region. In der Ermitage und am Hollenberg wurden Spuren aus der Altsteinzeit entdeckt. Werkzeuge, Schmuck und Bestattungen belegen eine Nutzung über sehr lange Zeiträume.

Diese Funde verändern den Blick auf die Landschaft. Ein Felsüberhang war nicht immer Teil eines romantischen Gartens oder einer Ausflugsroute, sondern konnte Schutz und Lebensraum bieten. Die gleiche Topografie, die heute Besucher anzieht, war schon für viel frühere Menschen von Bedeutung.

Archäologische Spuren werden am besten mit den dazugehörigen Erläuterungen betrachtet. Nicht jede Höhle ist ein frei zugängliches Ausflugsziel, und aus dem heutigen Erscheinungsbild lässt sich die frühere Nutzung nicht unmittelbar ablesen. Die Geschichte Arlesheims beginnt jedenfalls deutlich vor seiner mittelalterlichen Erwähnung.

Vom Domherrensitz zum Wohn- und Arbeitsort

Im Mittelalter gehörte Arlesheim zur bischöflichen Herrschaft Birseck. Die Niederlassung des Domkapitels brachte Handwerk, Verwaltung und repräsentatives Bauen ins Dorf. Nach der Revolution und der französischen Zeit verlor dieser Hofbetrieb seine Grundlage. 1815 kam Arlesheim zum Kanton Basel, während der Kantonstrennung zum Baselbiet.

Neue Arbeitsplätze entstanden an der Birs, unter anderem in der Schappeindustrie, die Seidenabfälle verarbeitete. Später kamen elektrotechnische Betriebe und weitere Unternehmen hinzu. Bahn und Birseckbahn stärkten die Verbindungen. Im 20. Jahrhundert wuchsen Wohnquartiere und Einrichtungen im Gesundheits- und Dienstleistungsbereich.

Zum heutigen Bild gehört das Schorenareal mit uptownBasel. Dort wird ein früher industriell geprägter Standort für Technologie, Produktion und neue Arbeitsformen weiterentwickelt. Das ist ein anderer Teil Arlesheims als die Ermitage, gehört aber ebenso zur Geschichte eines Orts, der sich immer wieder verändert hat.

Kunst im Forum Würth

Das Forum Würth Arlesheim am Dornwydenweg 11 zeigt wechselnde Kunstausstellungen, häufig mit Werken aus der Sammlung Würth. Der Ausstellungseintritt ist frei; Führungen und einzelne Veranstaltungen können eigene Bedingungen haben. Das Angebot ergänzt Dom und Garten um einen Zugang zu moderner und zeitgenössischer Kunst.

Für einen Besuch lohnt sich der Blick auf die aktuelle Ausstellung. Man sollte nicht davon ausgehen, dass ein früher beschriebenes Werk oder Thema dauerhaft zu sehen ist. Das Forum liegt auch räumlich in einem anderen Teil der Gemeinde als der Domplatz. Wer beides verbinden möchte, plant den Weg dazwischen bewusst ein.

Wohnen, Schule und Gemeindeleben

Arlesheim ist ein eigenständiger Wohn- und Arbeitsort in der Agglomeration Basel. Kindergarten, Primarschule, Sekundarschule und Musikschule gehören zur örtlichen Bildungslandschaft. Die Gemeindebibliothek, das Schwimmbad und die Vereinsangebote ergänzen den Alltag. Für Familien sind die konkreten Schul- und Betreuungsstandorte wichtiger als der touristische Eindruck des Dorfkerns.

Die Wohnlagen unterscheiden sich deutlich. Nahe dem Zentrum sind Geschäfte und Tram gut erreichbar; Hanglagen liegen näher an Wald und Aussicht, können aber längere oder steilere Fusswege bedeuten. Arbeitsgebiete Richtung Birs haben wiederum andere Verkehrsbeziehungen. Ein genauer Blick auf den Ortsplan hilft deshalb auch bei der Suche nach einer Wohnung.

Die Gemeindeverwaltung befindet sich am Domplatz 8. Der Platz ist damit nicht nur ein historisches Ensemble, sondern weiterhin Teil des täglichen öffentlichen Lebens.

Anreise und Vorschlag für einen Ausflug

Die Tramlinie 10 erschliesst Arlesheim von Basel aus. Für Dom und Ermitage ist die Haltestelle Arlesheim Dorf ein praktischer Ausgangspunkt. Der Bahnhof Dornach-Arlesheim bietet zusätzlich Anschluss an die Bahn. Sein Doppelname bedeutet nicht, dass Dornach und Arlesheim eine Gemeinde wären: Dornach liegt im Kanton Solothurn, Arlesheim in Basel-Landschaft.

Für einen ersten Besuch bietet sich die Reihenfolge Dorfkern, Domplatz und Ermitage an. So führt der Weg von der bebauten Ortsmitte in die Gartenlandschaft. Wer sich für Kunst interessiert, ergänzt das Forum Würth; wer mehr wandern möchte, erweitert den Weg in Richtung der bewaldeten Höhen. Ein kurzer Domstopp und ein ausgedehnter Gartentag sind beide möglich, verlangen aber unterschiedliche Zeitplanung.

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Angebote aus Basel-Landschaft

Die folgenden Inserate von schweiz.work stammen aus dem Kanton Basel-Landschaft und können auch Anbieter ausserhalb von Arlesheim enthalten.

Häufige Fragen zu Arlesheim

Was sollte man in Arlesheim sehen?

Für einen ersten Besuch sind Dom und Domplatz sowie die Ermitage mit Schloss Birseck die wichtigsten Ziele. Das Forum Würth ergänzt sie um wechselnde Kunstausstellungen.

Ist die Ermitage kostenlos zugänglich?

Der Landschaftsgarten ist frei zugänglich. Einzelne Gebäude, Führungen und Veranstaltungen haben eigene Besuchsbedingungen.

Warum heisst die Kirche Dom?

Sie wurde für das Basler Domkapitel errichtet, das sich Ende des 17. Jahrhunderts in Arlesheim niederliess. Heute wird sie als katholische Pfarrkirche genutzt.

Wie viele Einwohner hat Arlesheim?

Die kantonale Statistik weist zum 30. Juni 2026 insgesamt 9’374 Einwohnerinnen und Einwohner aus.

Quellen und weiterführende Informationen