Regionen

Bas-Intyamon

Enney, Estavannens und Villars-sous-Mont: Poyas, Chapelle rose und Alltag beidseits der Saane. Mit Geschichte, amtlicher Bevölkerung, Karte und Anreise.

Aktualisiert am

Dorfkern von Estavannens mit Holzhäusern, Kirchturm und bewaldetem Hang
Estavannens mit seiner Kirche und den alten Holzhäusern. Historische Dorfansicht vom 25. April 2007. Foto: GGDELABAS · CC BY-SA 4.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Drei Dörfer, zwei Seiten der Saane und ein Tal voller Spuren der Alpwirtschaft: Bas-Intyamon verbindet Enney, Estavannens und Villars-sous-Mont. In Estavannens erzählen die Poyas vom Alpaufzug; oberhalb von Villars-sous-Mont steht die rosafarbene Kapelle frei vor den Bergen. Enney liegt an der Bahnlinie und beherbergt die Gemeindeverwaltung. Wer die Gemeinde besucht, begegnet deshalb mehreren Dorfkernen mit eigener Geschichte.

Bas-Intyamon gehört zum französischsprachigen Bezirk Gruyère / Greyerz im Kanton Freiburg. Die politische Gemeinde besteht seit dem 1. Januar 2004. Ihre drei früheren Gemeinden bleiben als Ortsnamen im Alltag präsent.

Bas-Intyamon auf einen Blick

Kanton und BezirkFreiburg (FR), Gruyère / Greyerz
BFS-Nr.2162
Bevölkerung1’759 am 31. Dezember 2025; zivilrechtliche Bevölkerung gemäss kantonaler Statistik
DörferEnney, Estavannens, Villars-sous-Mont
Zusammenschluss1. Januar 2004
SpracheFranzösisch
VerwaltungRoute de l’Intyamon 36, 1667 Enney
Offizielle WebsiteCommune de Bas-Intyamon

Die Einwohnerzahl gilt für die gesamte heutige Gemeinde, nicht für eines der drei Dörfer.

Dörfer beidseits der Sarine

Die Sarine, auf Deutsch Saane, durchzieht das Intyamon-Tal. Enney und Villars-sous-Mont liegen auf ihrer linken Seite an der Verkehrsachse von Bulle nach Montbovon. Estavannens liegt gegenüber am östlichen Talhang und gliedert sich in einen oberen und einen unteren Dorfteil. Diese Aufteilung lässt sich bei einem Spaziergang gut erkennen: Die Kirche steht im oberen Bereich, während die Wege zwischen alten Häusern talwärts führen.

Der Talboden wird von Wiesen, Fluss und Siedlungen geprägt; darüber steigen bewaldete Hänge und Alpweiden an. Nördlich liegt Gruyères, dessen historische Bedeutung auch in der Geschichte der drei Dörfer wiederkehrt. Grandvillard und die Dörfer von Haut-Intyamon sind benachbarte Gemeinden beziehungsweise Gemeindeteile und gehören nicht zu Bas-Intyamon.

Marker: Gemeindeverwaltung in Enney. Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen.

Enney: Bahnanschluss und Käsehandel

Enney erscheint 1224 als «Eiz» in einer Urkunde. Seit dem 17. Jahrhundert beteiligte sich das Dorf am Handel mit Greyerzer Käse. Die Korrektur des Saane-Laufs gegen Ende des 19. Jahrhunderts schuf zusätzlich nutzbares Landwirtschaftsland. Später ergänzten Steinbrüche und kleinere Gewerbe- und Industriebetriebe die Landwirtschaft.

Kirchlich blieb Enney lange mit Gruyères verbunden: Erst 1947 wurde es eine eigene Pfarrei. Dafür wurde die 1619 errichtete Marienkapelle zur Pfarrkirche erhoben. Die Bahnstation geht auf die Eröffnung der Verbindung Richtung Montbovon 1903 zurück. Heute sind Bahnhof, Gemeindeverwaltung und die Hauptstrasse praktische Orientierungspunkte im Dorf.

Historische Fassade der Auberge de la Couronne an der Route de l’Intyamon in Enney
Die Auberge de la Couronne in Enney an der Route de l’Intyamon. Historische Ansicht vom 31. Oktober 2012. Foto: Michel Mougey · CC BY 3.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Estavannens: Poyas und die Kapelle du Dâh

In Estavannens gehören Poyas besonders sichtbar zur lokalen Kultur. Der Begriff bezeichnet den Alpaufzug und die Bilder, auf denen Vieh, Sennen und Arbeitsgerät in einer langen Reihe dargestellt sind. Seit 1956 finden hier in unregelmässigen Abständen grosse Poya-Feste statt. Es handelt sich daher nicht um einen Anlass, der automatisch jedes Jahr am selben Datum stattfindet.

Die Kirche Sainte-Marie-Madeleine wurde 1635 geweiht. Von ihrem erhöhten Standort öffnet sich der Blick über das Tal. Im Dorf lassen sich traditionelle Häuser und Poya-Tafeln entdecken. La Gruyère Tourisme beschreibt die Wanderung «À la découverte des poyas» von Estavannens über Grandvillard nach Lessoc: 12 Kilometer und etwa 3½ Stunden sind die Richtwerte des Anbieters. Die Route führt damit über das Gemeindegebiet hinaus.

Oberhalb des Dorfes liegen der Wasserfall und die Kapelle du Dâh. Ihre Entstehung erinnert an junge Bauern, die beim winterlichen Heutransport durch eine Lawine ums Leben kamen. Aus dem früheren Oratorium entstand 1846 die Kapelle. Der kleine Erinnerungsort verbindet die Berglandschaft mit den Gefahren des früheren landwirtschaftlichen Alltags.

Villars-sous-Mont und die Chapelle rose

Villars-sous-Mont wurde 1254 als «Villard-Symon» erwähnt; der historische deutsche Name lautet Wiler am Berg. Die Kirche Saints-Simon-et-Jude geht auf einen Bau des 17. Jahrhunderts zurück. Bei ihrer Restaurierung im Jahr 2000 erhielt sie einen von Jacques Cesa gestalteten Altar.

Ein besonders markanter Punkt oberhalb des Dorfes ist die Chapelle Notre-Dame Auxiliatrice, meist Chapelle rose genannt. Sie wurde 1897 errichtet und steht frei am Hang. Ihre farbige Fassade hebt sich von Wiesen, Bäumen und Bergkulisse ab. Als redaktioneller Ausflugsvorschlag lässt sich der Dorfbesuch mit einem Gang zur Kapelle verbinden; eine garantierte Innenbesichtigung ist damit nicht verbunden.

Rosa Kapelle Notre-Dame Auxiliatrice oberhalb von Villars-sous-Mont vor den Voralpen
Die Chapelle rose oberhalb von Villars-sous-Mont, 15. März 2023. Foto: Mathieu Clément · CC BY-SA 4.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Gemeinsam seit 2004

Die Bevölkerung der drei Gemeinden stimmte am 11. September 2003 dem Zusammenschluss zu. Nach dem kantonalen Beschluss im November trat er zum Jahresbeginn 2004 in Kraft. Die gemeinsame Verwaltung sitzt in Enney. Die Dorfgeschichte reicht weit darüber hinaus: Alle drei Orte gehörten zur Grafschaft Greyerz und kamen nach deren Auflösung 1555 unter freiburgische Herrschaft.

Schule, Betreuung und Freizeit in drei Dörfern

Die Gemeinde nennt für ihre Primarschulkinder die Schulstandorte Estavannens, Grandvillard und Neirivue; die Fahrten werden mit Schulbussen organisiert. Die Gemeindeseite zur Schule führt die zuständigen Kontakte. Die gemeinsam mit Grandvillard angebotene schulergänzende Betreuung AES befindet sich im Schulhaus von Estavannens. Sie umfasst verschiedene Tagesabschnitte, bleibt nach den veröffentlichten Angaben aber während der Schulferien geschlossen.

Öffentliche Spielplätze gibt es in allen drei Dörfern: in Enney an der Route de la Sarine, in Estavannens an der Route de la Scie 1a und in Villars-sous-Mont an der Route de l’Intyamon. Die Gemeinde veröffentlicht ausserdem Picknickplätze und ihre Standorte. Das macht auch einen kurzen Familienaufenthalt ohne längere Bergwanderung möglich.

Bahnstationen in Enney und Villars-sous-Mont

Bas-Intyamon wird von den Transports publics fribourgeois (TPF) mit Bahn und Bus erschlossen. Die beiden Bahnstationen liegen in Enney und Villars-sous-Mont an der Strecke Bulle–Montbovon. Für die Weiterfahrt nach Estavannens verweist die Gemeinde auf die Buslinie 264. Am Bahnhof Enney gibt es einen gedeckten Veloparkplatz mit Lademöglichkeit für Elektrovelos.

Für die Reiseplanung lohnt sich die Eingabe des konkreten Dorfes oder Halts. Die Verkehrsseite der Gemeinde verlinkt die aktuellen Fahrpläne von TPF und SBB. Mit dem Auto führt die Talstrasse von Bulle über Enney und Villars-sous-Mont weiter Richtung Montbovon.

Quellen und Datenstand

Redaktioneller Stand: 1. Oktober 2026. Bevölkerung: 31. Dezember 2025; kantonal veröffentlicht am 26. August 2026.