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Beinwil (Freiamt)

Beinwil im Freiamt am Lindenberg: Burkardskirche, Pilgerweg, Schloss Horben und vier weitere Ortsteile – mit Geschichte, Schule und Anreise.

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Beinwil im Freiamt zwischen grünen Wiesen und blühenden Obstbäumen, mit der Kirche im Dorfkern
Beinwil im Freiamt mit Kirche und blühenden Obstbäumen, aufgenommen im April 2011. Foto: Paebi · CC BY-SA 3.0.

Beinwil im Freiamt liegt am östlichen Hang des Lindenbergs. Die Gemeinde besteht aus dem Hauptort und vier weiteren Dörfern beziehungsweise Weilern: Brunnwil, Wallenschwil, Wiggwil und Winterschwil. Dazwischen liegen Felder, Wiesen, Obstbäume und Einzelhöfe. Die Höhenunterschiede sind beträchtlich – vom tiefer gelegenen Osten bis hinauf zum Ausflugsgebiet Horben.

Über die Region hinaus bekannt ist Beinwil als Wallfahrtsort des heiligen Burkard. Seine Kirche, die Krypta und ein kurzer Pilgerweg bilden ein zusammenhängendes Besuchsziel. Hoch oben auf dem Lindenberg erinnert Schloss Horben an die Verbindung mit dem Kloster Muri. Wer die Gemeinde erkundet, erlebt damit sowohl religiöse und klösterliche Geschichte als auch eine bis heute landwirtschaftlich geprägte Landschaft.

Beinwil im Freiamt auf einen Blick

Kanton / BezirkAargau / Muri
GemeindenameBeinwil (Freiamt)
OrtsteileBeinwil, Brunnwil, Wallenschwil, Wiggwil und Winterschwil
Bevölkerung1’294 am 30. Juni 2026
Ständige Wohnbevölkerung gemäss kantonaler Bevölkerungsstatistik
Fläche11,31 km², davon 202 ha Wald gemäss Gemeindeangabe
Höhenlage592 m ü. M. beim Schulhaus; Gemeindegebiet von 456 bis 854 m
Postleitzahl / BFS-Nr.5637 / 4224
GemeindeverwaltungKirchfeld 5, 5637 Beinwil (Freiamt)
beinwil.ch

Fünf Siedlungen am Lindenberg

Der Zusatz «Freiamt» ist bei Adressen und Reiseplanungen wichtig: Dieses Beinwil liegt weder am Hallwilersee noch im Kanton Solothurn. Die heutige offizielle Namensform ersetzte 1951 die Bezeichnung «Beinwil bei Muri». Im lokalen Sprachgebrauch wird der Hauptort auch «Beuel» genannt.

Die weiteren Ortsteile gruppieren sich in verschiedenen Richtungen um Beinwil: Brunnwil liegt höher im Westen, Wallenschwil tiefer im Osten, Wiggwil südlich und Winterschwil nördlich des Hauptorts. Diese Lage erklärt, weshalb die Wege zwischen den Siedlungen auch über offene Landwirtschaftsflächen und unterschiedliche Geländestufen führen.

Die Gemeinde beschreibt diese Verteilung als charakteristisches Merkmal ihres Ortsbilds. Statt eines einzigen geschlossenen Siedlungskörpers prägen mehrere Kerne und zahlreiche Höfe die Landschaft. Für einen Besuch lohnt es sich deshalb, neben dem Gemeindenamen den konkreten Ortsteil zu notieren. Verwaltung, Schule und Pfarrkirche liegen im Hauptort, andere Ziele verteilen sich über das Gemeindegebiet.

Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen. Beim Anzeigen wird die Karte von OpenStreetMap geladen.
Dorfstrasse in Brunnwil mit Bauernhäusern, grossem Scheunendach, Bäumen und Schweizer Fahne
Brunnwil, einer der Ortsteile von Beinwil im Freiamt, auf einer Aufnahme von 2009. Foto: DidiWeidmann · CC BY-SA 3.0.

Die Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Burkard

Die Kirche steht auf einem natürlichen Moränenhügel und ist ein markanter Orientierungspunkt. Ihre Bauteile stammen aus unterschiedlichen Epochen. Chor und Kapelle gehen auf die Bauphase von 1619/20 zurück; die heutige Gestalt mit spätbarocker Ausstattung erhielt das Gotteshaus 1798. Die Weihe folgte 1808.

Das Herzstück ist die Renaissance-Krypta mit der Grabtumba des heiligen Burkard. Votivtafeln und andere Gaben dokumentieren die lange Wallfahrtstradition. Sie erzählen davon, welche Sorgen und Hoffnungen Menschen mit diesem Ort verbanden. Der Pfarrer Burkard wird seit dem Mittelalter verehrt; die von der Pfarrei überlieferten Wundererzählungen sind Teil dieser religiösen Tradition.

Die Kirche gehört zum Pastoralraum Muri und Umgebung. Dort sind Gottesdienste und aktuelle Hinweise für Besucher zu finden. Wer sich besonders für Sakralarchitektur interessiert, sollte neben dem Kirchenraum auch die Krypta beachten: Beide zeigen unterschiedliche Schichten der Bau- und Nutzungsgeschichte.

Blick über Weiden mit Kühen auf Beinwil und den markanten Turm der Pfarrkirche
Die Pfarrkirche prägt die Silhouette von Beinwil. Blick über die landwirtschaftliche Umgebung, aufgenommen 2009. Foto: DidiWeidmann · CC BY-SA 3.0.

Burkardsbrunnen und Pilgerweg

Südöstlich der Kirche liegt der Burkardsbrunnen. Seine Brunnenstube ist wie eine kleine Wegkapelle gestaltet und trägt die Jahreszahl 1757. Der Ort ist eng mit der Verehrung Burkards verbunden. Die Zuschreibung einer heilenden Wirkung des Wassers gehört zur Glaubensüberlieferung.

Seit Mai 2005 ergänzt ein knapp einen Kilometer langer Pilgerweg das Ensemble. Vier Stationen regen zum Nachdenken an; der Rundweg beginnt und endet bei der Kirche. Die Pfarrei beschreibt ihn als rollstuhlgängig. Er verbindet kurze Besinnungshalte mit Blicken in die Kulturlandschaft. Die aktuelle Wegbeschreibung und weitere Hintergründe veröffentlicht die Pfarrei auf ihrer Wallfahrtsseite.

Schloss Horben und die Höhen des Lindenbergs

Das Schloss Horben entstand 1700/01 als Erholungshaus für die Angehörigen des Klosters Muri. Abt Plazidus Zurlauben liess es auf dem Lindenberg errichten. Im 18. Jahrhundert wurde der Bau erweitert und umgestaltet. Die kantonale Denkmalpflege hebt insbesondere die barocke Gestalt und die Tapetenmalereien hervor, darunter Arbeiten, die Caspar Wolf zugeschrieben werden.

Nach der Aufhebung des Klosters Muri 1841 wechselte die Besitzung in weltliche Hände. Heute befindet sich das Schloss in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden. Das Ausflugsziel Horben bleibt dennoch zugänglich: Die Landschaft, Wanderwege und die Kapelle lassen sich unabhängig von einer Innenbesichtigung des Schlosses erleben.

Schloss Horben hinter Bäumen, mit Walmdach und rot-weiss bemalten Fensterläden
Schloss Horben mit seinen bemalten Fensterläden, aufgenommen im April 2011. Foto: Paebi · CC BY-SA 3.0.

Die benachbarte Kapelle St. Wendelin wurde 1730 errichtet und später im Stil des Rokoko ausgestattet. Nach der Dokumentation des Klosters ist sie öffentlich zugänglich und wird auch für Trauungen genutzt. Bei Gottesdiensten oder privaten Feiern ist auf die jeweilige Nutzung Rücksicht zu nehmen.

Die Alpwirtschaft Horben ist eine Anlaufstelle für Ausflüge auf das Hochplateau. Wanderwege verbinden die Höhen mit der Umgebung. Im Winter gibt es bei geeigneten Schneeverhältnissen auch Langlaufmöglichkeiten; ob Loipen tatsächlich offen sind, muss vor dem Ausflug aktuell geprüft werden. Die Höhenlage garantiert keinen durchgehenden Winterbetrieb.

Wallenschwil und seine Laurentiuskapelle

In Wallenschwil steht die Kapelle St. Laurentius. Ihre Geschichte ist eng mit Muri verbunden. Die Pfarreichronik nennt 1596 eine Wiederherstellung auf Veranlassung von Abt Johann Jodok Singisen; später folgten mehrere Renovationen. Seit 1856 gehört die Kapelle kirchlich zu Beinwil. Eine umfassende Innen- und Aussenrenovation fand von 1988 bis 1990 statt.

Das Patrozinium wird am 10. August gefeiert. Die Kapelle zeigt, dass das religiöse Leben der Gemeinde auch ausserhalb des Hauptorts eigene Bezugspunkte besitzt. Zusammen mit der Kirche in Beinwil und der Kapelle auf dem Horben bildet sie das in der Pfarrei aufgeführte Ensemble der örtlichen Sakralbauten.

Landwirtschaft, Handwerk und dörflicher Alltag

Die grossen offenen Flächen und die vielen Höfe machen die Landwirtschaft im Ortsbild sichtbar. Daneben zeigt das kommunale Gewerbeverzeichnis eine vielfältigere Wirtschaftsstruktur: Landwirtschaftliche Dienstleistungen stehen dort neben Bau- und Montagebetrieben, Metallbau, einer Carrosserie, Treuhand und persönlichen Dienstleistungen.

Für Gäste gehören gastronomische Angebote und einzelne Übernachtungsmöglichkeiten zur örtlichen Infrastruktur. Das Gemeindeverzeichnis hilft bei der Suche nach Betrieben; Verfügbarkeit und Öffnungszeiten sollten direkt beim jeweiligen Anbieter geprüft werden. Die Einträge sind zugleich ein guter Einblick in einen Alltag, der sich auf mehrere Siedlungen verteilt.

Zum Verständnis der Gemeinde gehört auch ihre Schulgeschichte. Das erste gemeinsame Schulhaus entstand 1812 im Mitteldorf. Ein späterer Bau im Oberdorf wurde schliesslich durch das 1934 errichtete Schulhaus abgelöst, das wiederholt erneuert und erweitert wurde. Diese Entwicklung veranschaulicht, wie gemeinsame Einrichtungen die einzelnen Ortsteile miteinander verbinden.

Schule, Mittagstisch und Vereinsleben

Die aktuelle Klassenübersicht der Schule Beinwil umfasst Kindergarten sowie die erste bis sechste Primarklasse. Im Schuljahr 2026/27 werden jeweils zwei Jahrgänge gemeinsam geführt: erste und zweite, dritte und vierte sowie fünfte und sechste Klasse. Ergänzend gibt es unter anderem Logopädie, Schulsozialarbeit und Instrumentalunterricht.

Ein kostenpflichtiger Mittagstisch steht Kindern vom Kindergarten bis zur sechsten Klasse offen. Die Schule nennt eine Mindestbeteiligung von fünf Kindern. Anmeldung, Durchführung und die jeweiligen Konditionen sind deshalb direkt mit der Schule zu klären. Zur Ausstattung gehört ausserdem eine Schülerbibliothek, deren Ausleihe auch Vorschulkinder und Jugendliche bis zum Ende der Oberstufenzeit nutzen können.

Im Vereinsleben sind die Beueler Häxe ein Beispiel für die Pflege örtlicher Fasnachtsbräuche. Sie organisieren unter anderem einen Umzug und einen Kinderball. Der Chindertreff bietet Begegnungen für Familien mit jüngeren Kindern. Weitere Kontakte und Veranstaltungen veröffentlicht die Gemeinde in ihrem Vereinsverzeichnis und Veranstaltungskalender.

Anreise und Planung eines Besuchs

Beinwil und Brunnwil sind über PostAuto mit Muri verbunden. Für die genaue Verbindung ist das gewünschte Ziel entscheidend: Ein Besuch der Burkardskirche, der Laurentiuskapelle in Wallenschwil oder des Horben beginnt an unterschiedlichen Punkten. Der aktuelle PostAuto-Netzplan Freiamt hilft bei der Orientierung; konkrete Abfahrten sollten im Fahrplan nachgesehen werden.

Für einen kurzen Aufenthalt lassen sich Kirche, Krypta, Brunnen und Pilgerweg gut als gemeinsamer Schwerpunkt wählen. Ein Ausflug zum Horben braucht wegen des Höhenunterschieds und der Entfernung eine eigene Wegplanung. Wer mehrere Ortsteile verbinden möchte, sollte die Strecken auf einer aktuellen Wanderkarte prüfen und ausreichend Zeit für die Wege zwischen den Siedlungen einplanen.

Quellen und weiterführende Informationen

Redaktionell geprüft am 1. Oktober 2026. Bevölkerungsstand: 30. Juni 2026, kantonale ständige Wohnbevölkerung. Die Aufnahmejahre der Fotos stehen jeweils beim Bild.