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Belfaux

Belfaux bei Freiburg: Saint-Etienne, Pré Saint-Maurice, Landsitze, Cutterwil und Autafond, Spazierwege, Schule und die beiden Bahnstationen.

Aktualisiert am

Dorfstrasse von Belfaux mit Häusern und dem Turm von Saint-Etienne
Dorfzentrum von Belfaux mit Saint-Etienne, aufgenommen am 12. November 2019. Foto: Roland Zumbuehl · CC BY-SA 4.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Die Kirche Saint-Etienne gibt Belfaux schon von weitem eine unverwechselbare Silhouette. Hinter dem grossen klassizistischen Bau liegt die Geschichte eines alten Pfarr- und Wallfahrtsorts. Rund um den Dorfkern erinnern Landsitze und Wirtschaftsgebäude an frühere Besitzverhältnisse. Mit Cutterwil und Autafond gehören heute auch ländliche Siedlungen, Höfe und bewaldete Höhen zur Gemeinde.

Belfaux liegt nahe der Stadt Freiburg im Bezirk Sarine / Saane des Kantons Freiburg. Der französischsprachige Ort ist gut an das Bahnnetz angeschlossen und bietet Schule, Betreuung, Bibliothek und regionale Dienstleistungen. Zugleich beginnen vom Zentrum aus Spazierwege in die Landschaft der Sonnaz und des Bois des Devins.

Belfaux auf einen Blick

Kanton und BezirkFreiburg (FR), Sarine / Saane
BFS-Nr.2175
Bevölkerung3’488 am 31. Dezember 2025; zivilrechtliche Bevölkerung gemäss kantonaler Statistik
SpracheFranzösisch; historischer deutscher Ortsname Gumschen
Frühere GemeindenCutterwil, seit 1977; Autafond, seit 1. Januar 2016
GemeindeverwaltungRoute de Lossy 7, 1782 Belfaux
BahnstationenBelfaux CFF und Belfaux-Village
Offizielle WebsiteCommune de Belfaux

Die Einwohnerzahl bezieht sich auf die gesamte heutige Gemeinde einschliesslich Cutterwil und Autafond.

Karte von Belfaux

Der Marker zeigt die Kirche Saint-Etienne im Dorfkern.

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Frühe Siedlungen und ein alter Pfarrort

Die Fundstätte Pré Saint-Maurice belegt eine lange Besiedlungsgeschichte. Archäologische Untersuchungen förderten unter anderem eisenzeitliche und römische Spuren, frühmittelalterliche Wohnstrukturen sowie die Fundamente mehrerer Kirchen zutage. Ein grosses Gräberfeld wurde vom 6. bis ins 17. Jahrhundert genutzt. Die Anlage gehört zu den archäologischen Kulturgütern von nationaler Bedeutung.

Die lokale historische Forschungsgruppe führt die erste schriftliche Erwähnung auf den 25. Februar 1138 zurück: Ein Geistlicher namens Giroldus von Belfaux erscheint bei der Weihe der ersten Kirche von Hauterive. Der Name bezeichnete sowohl das Dorf als auch die aus mehreren Orten bestehende Pfarrei. Diese kirchliche Einheit ist von der heutigen politischen Gemeinde zu unterscheiden.

Ein Ereignis von schweizweiter Bedeutung spielte sich am 14. November 1847 ab: Während des Sonderbundskriegs unterzeichnete die Freiburger Regierung in Belfaux ihre Kapitulation. Später veränderten Verkehrserschliessung und neue Wohngebiete den zuvor stark von Landwirtschaft und Kleingewerbe geprägten Ort.

Saint-Etienne und das verehrte Kruzifix

Die heutige Kirche Saint-Etienne entstand 1842–1851 nach Plänen von Joseph Fidel Leimbacher unter Mitwirkung des Bauunternehmers François Curty. Die monumentale Säulenfront und der darüber aufragende Turm prägen den Dorfkern. Im Inneren gliedern kannelierte Säulen das Kirchenschiff; eine Tonnenwölbung überspannt den Hauptraum. Die Bau- und Glasmalereigeschichte dokumentiert das Vitrocentre Romont.

Innenraum von Saint-Etienne mit Säulen, Tonnengewölbe und Chor
Innenraum von Saint-Etienne am 11. Oktober 2012. Foto: Dietrich Michael Weidmann · CC BY-SA 3.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Am Eingang zum Chor steht ein grosses hölzernes Kruzifix aus dem 13. Jahrhundert. Der Überlieferung zufolge blieb es beim Brand der früheren Kirche um 1470 unversehrt. Ein bischöfliches Dokument von 1478 bestätigte das als Wunder gedeutete Ereignis; daraus entwickelte sich eine bedeutende Wallfahrt. Ein Glasfenster von Henri Broillet und der Werkstatt Kirsch & Fleckner aus dem Jahr 1922 greift diese Geschichte auf.

Neben der Kirche wurde 2013 auf dem Gelände eines früheren Friedhofs ein öffentlicher Garten eröffnet. Er bietet einen ruhigen Gegenpol zur Strasse durch den Dorfkern. Für Gottesdienste und Fragen zum Kirchenbesuch ist die Pfarrei Saint-Etienne zuständig. Die Kirche bleibt ein genutzter sakraler Raum.

Landsitze an der Route du Centre

An der Route du Centre 35 steht das Manoir de Lanthen-Heidt, auch La Forge genannt. Wie Saint-Etienne gehört es zu den national bedeutenden Bauten im Kulturgüterschutzinventar. Sein gegliederter Baukörper, die Fenstergruppen und das breite Dach lohnen einen Blick von der Strasse.

Manoir de Lanthen-Heidt in Belfaux mit breitem Dach und gegliederten Fenstergruppen
Manoir de Lanthen-Heidt an der Route du Centre 35, aufgenommen am 30. Juli 2011. Foto: WWHenderson20 · CC BY-SA 3.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Das Inventar führt im Dorf ausserdem das Manoir de Buman an der Route du Centre 18, das Manoir de Montenach am Chemin du Château 2 und die Auberge des XIII Cantons auf. Zusammen zeigen sie unterschiedliche Seiten der Ortsgeschichte: herrschaftliches Wohnen, Gastgewerbe und die Verbindung von Dorf und Durchgangsverkehr. Die Landsitze sind als Gebäude im Ortsbild zu entdecken; eine allgemeine Innenbesichtigung ist nicht ausgewiesen.

Cutterwil: eine frühere Gemeinde im Norden

Cutterwil gehört seit 1977 zu Belfaux. Der Ort wird 1361 als Curtivri erwähnt; ein älterer französischer Name lautet Cudrevy. Trotz seines deutsch klingenden heutigen Namens beschreibt ihn das Historische Lexikon als französischsprachig und seit jeher zur Pfarrei Belfaux gehörig.

Seine Geschichte ist eng mit landwirtschaftlichem Besitz verbunden. Verschiedene Freiburger Familien und geistliche Institutionen hatten hier Rechte oder Güter. Die Belle Ferme von 1722 war noch bis ins 20. Jahrhundert vom Schloss Rosière in Grolley abhängig. Das aktuelle Kulturgüterschutzinventar verzeichnet in Cutterwil einen geschützten Bauernhof an der Route de Cutterwil 18. Der kleine Ort ist ein eigener Bestandteil der Gemeinde und kein anderer Name für das Dorfzentrum von Belfaux.

Autafond und Chenaleyres

Autafond kam am 1. Januar 2016 hinzu. Die ehemalige Gemeinde wird 1236 als Auta-fonz erwähnt; damals gehörte ihr Zehnt der Kathedrale Lausanne. Kirchlich war Autafond stets mit Belfaux verbunden. Die landwirtschaftliche Bebauung und die offenen Flächen geben dem Ort bis heute einen anderen Massstab als dem stärker verdichteten Hauptdorf.

In Chenaleyres liess der Architekt Joseph Rossier 1716 einen Landsitz mit Kapelle errichten. Beide Gebäude sind im Kulturgüterschutzinventar unter Autafond aufgeführt. Der kommunale Wanderweg erschliesst die weitere Umgebung mit Combes, den Dailles und dem Bois des Devins. So lassen sich die früheren Gemeindegebiete als zusammenhängende Kulturlandschaft kennenlernen.

Gebäude und Wiesen in Chenaleyres im früheren Gemeindegebiet Autafond
Chenaleyres im damaligen Autafond, 11. März 2014; seit 2016 gehört der Ort zu Belfaux. Foto: Dietrich Michael Weidmann · CC BY-SA 3.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Rundwege und ein Rätselpfad für Familien

Der ausgeschilderte «Circuit de Belfaux» beginnt bei der Schule und führt Richtung Autafond und Bois des Devins. Die Gemeinde veranschlagt rund zweieinhalb Stunden. Die Variante über Les Dailles vermeidet den asphaltierten Abschnitt zwischen Combes und Autafond und verlängert die Runde laut Wegbeschreibung um etwa 15 Minuten. Karte und Beschreibung stehen auf der Gemeindeseite zum Download bereit.

Für Familien gibt es einen von Schülerinnen und Schülern der 4H erarbeiteten Rundgang durch den Ort. Er dauert gemäss Gemeinde ungefähr zwei Stunden und verbindet Dorfgeschichte mit Fragen an QR-Stationen. Ein Smartphone mit QR-Lesefunktion und Schreibzeug werden benötigt. Wer eine kürzere Runde zum Oratorium Saint-Nicolas wählt, sollte die Wegbeschreibung beachten: Diese Route ist nicht ausgeschildert und enthält einen Abschnitt entlang der Hauptstrasse.

Schule, Bibliothek und Betreuung

Die Schule Bel’Hêtre am Chemin des Écoliers ist ein wichtiger Treffpunkt im Dorf. Im Schulgebäude befindet sich auch die Regionalbibliothek mit Ausleihe und regelmässigen Veranstaltungen. Die Nähe von Schule und Bibliothek erleichtert den Zugang für Familien.

Das kommunale Accueil extrascolaire betreut Kinder der Stufen 1H bis 8H ausserhalb des Unterrichts. Für die Ferien 2026/27 arbeitet Belfaux mit Grolley-Ponthaux und Misery-Courtion zusammen: Die Standorte übernehmen verschiedene Ferienwochen. Es braucht eine separate Anmeldung; den Weg zum jeweiligen Betreuungsort organisieren die Eltern. Der aktuelle Kalender ist bei der Gemeinde veröffentlicht.

Zwei Bahnstationen, zwei Richtungen

Belfaux CFF liegt an der Bahnstrecke Freiburg–Payerne–Yverdon-les-Bains. Belfaux-Village bedient die Verbindung von Freiburg über Murten nach Neuenburg. Die beiden Stationen sind im RER-Netzplan der TPF getrennt ausgewiesen. Bei der Reiseplanung lohnt es sich deshalb, den Bahnhof passend zum Ziel und zum Ausgangspunkt im Ort zu wählen.

Regionalbusse ergänzen das Angebot. Die Linie 542 verbindet den Bahnhof Belfaux CFF mit Corminboeuf und Chésopelloz sowie in der Gegenrichtung mit Lossy und La Corbaz; sie fährt gemäss Jahresfahrplan 2026 montags bis freitags, ausgenommen die angegebenen Feiertage. Tagesaktuelle Abfahrten und Umsteigeverbindungen zeigt die TPF-Verbindungssuche.

Quellen und Stand

Geprüft am 1. Oktober 2026. Bevölkerung: kantonale zivilrechtliche Bevölkerung vom 31. Dezember 2025, veröffentlicht am 26. August 2026. Die Fotos sind in ihren Legenden datiert.