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Blauen

Blauen über dem Laufental: Dorfkern, St. Martin, Blauenweide und Aussicht zur Passwangkette. Dazu Blauehuus, Schule und Mitfahrbänkli – mit Fotos und Karte.

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Häuser und Dächer von Blauen mit Aussicht auf die Jurahügel
Blick über den Dorfkern von Blauen ins Laufental, Juni 2022. Foto: EinDao · CC BY-SA 4.0.

Blauen liegt am Südhang der gleichnamigen Jurakette über dem Laufental. Das Dorf ist für seinen alten Ortskern, die Aussicht zur Passwangkette und die artenreiche Blauenweide bekannt. Wer hinaufkommt, findet keine grosse Durchgangsachse, sondern eine kleine Gemeinde zwischen Obstbäumen, Wiesen und Wald.

Zum heutigen Blauen gehört jedoch mehr als die schöne Lage. Mit dem Blauehuus, einer gemeinsamen Schule für Kinder aus Blauen und Nenzlingen sowie einem ungewöhnlichen Mitfahrbänkli hat das Dorf eigene Antworten auf Fragen des ländlichen Alltags entwickelt. Landschaft und Dorfleben sind hier eng miteinander verbunden.

Blauen auf einen Blick

Kanton und BezirkBasel-Landschaft · Laufen
Postleitzahl4223
Bevölkerung730, Stand 30. Juni 2026
Gemeindeflächerund 7,1 km²
LageSüdhang der Blauenkette
Erste Erwähnung1147 als Blakwan
GemeindeverwaltungDorfstrasse 15, 4223 Blauen
Offizielle Websiteblauen.ch

Dorf und Berg tragen denselben Namen

Bei Blauen muss man zwischen der politischen Gemeinde und dem Höhenzug unterscheiden. Das Dorf liegt auf dessen Südseite. Die Blauenkette erstreckt sich darüber hinaus durch die Region und bildet eine markante Landschaftsgrenze zwischen Laufental und den nördlich gelegenen Gebieten.

Von der Siedlung öffnen sich Blicke über das Laufental zur Passwangkette. Im Norden steigen die Wege durch Weideland und Wald zum Kamm hinauf. Diese Abfolge aus Dorf, offenen Hängen und bewaldeter Höhe prägt den Ort stärker als eine einzelne grosse Sehenswürdigkeit.

Die Gemeinde bezeichnet sich als Sonnenterrasse des Laufentals. Der Ausdruck beschreibt vor allem die südexponierte Lage und die Aussicht. Bei einem Rundgang lässt sich gut erkennen, weshalb die Häuser hier anders in der Landschaft stehen als die Siedlungen am Talboden der Birs.

Blauen auf der grossen Karte öffnen

Ein Ortskern mit architektonischem Zusammenhang

Der alte Dorfkern bewahrt die Struktur einer gewachsenen bäuerlichen Siedlung. Häuser, Wirtschaftsgebäude, Kirche und Strassenräume bilden ein zusammenhängendes Ensemble. Die Gemeinde verweist deshalb auf die besonderen architekturhistorischen Qualitäten, die dem Ortsbild im Schutzinventar bescheinigt werden.

Interessant sind nicht nur einzelne Fassaden. Beim Gehen durch die Dorfstrasse fallen auch die Stellung der Gebäude zueinander, die Dachlandschaft und die Übergänge zu Gärten und offenen Flächen auf. Solche Zusammenhänge machen den Unterschied zwischen einem historischen Dorfkern und einer blossen Ansammlung alter Häuser aus.

Ein guter Einstieg ist der Bereich um Kirche, Verwaltung und Blauehuus. Von dort kann man den Rundgang in die höher gelegenen Teile des Dorfs ausdehnen. Schon nach kurzer Strecke verändert sich die Perspektive: Aus dem Blick zwischen Häusern wird ein Blick über ihre Dächer ins Tal.

Blakwan, Fürstbistum und Kantonswechsel

1147 erscheint der Ort unter dem Namen Blakwan in einer Urkunde. Alte Verkehrsverbindungen über den Blauen sind allerdings wesentlich früher belegt. Ein Weg vom Birstal über den Plattenpass in Richtung Basel bestand bereits in römischer Zeit.

1462 gelangte Blauen mit der Vogtei Zwingen unter die Herrschaft des Basler Fürstbischofs. Versuche, sich durch Burgrechte enger mit Solothurn oder Basel zu verbinden, wurden unter bischöflichem Druck wieder rückgängig gemacht.

Nach der französischen Zeit kam Blauen 1815 zum Kanton Bern. Seit 1994 gehört die Gemeinde zu Basel-Landschaft. Dieser Wechsel erklärt, weshalb ältere Ortschroniken und Kirchenbücher Blauen in einem bernischen Zusammenhang behandeln.

Lange lebten die Menschen von Landwirtschaft und ergänzendem Handwerk. Erzgewinnung, Steinbearbeitung und textile Heimarbeit boten zusätzliche Verdienstmöglichkeiten. Später wurde die Arbeit ausserhalb des Dorfs wichtiger. Die Entwicklung zur Wohngemeinde bedeutete deshalb keine vollständige Aufgabe der bäuerlichen Landschaft, sondern eine Veränderung der Erwerbsgrundlagen.

St. Martin und die Kapellen

Die Kirche St. Martin gehört zu den markanten Bauten im Dorf. Der bestehende Kirchenbau stammt von 1726. Mit ihrem Turm ist sie sowohl im Ortskern als auch aus der Umgebung gut zu erkennen.

Blauen gehörte ursprünglich zur St.-Martins-Pfarrei Laufen und wurde im frühen 17. Jahrhundert kirchlich selbständig. Zwischen 1874 und 1935 war es mit Dittingen vereinigt. Die kirchliche Geschichte zeigt damit enge Beziehungen zu den Nachbardörfern am Blauen.

Zur religiösen Landschaft gehört ausserdem die 1666 errichtete St.-Wendelinskapelle beim Hofgut Kleinblauen. Sie entwickelte sich zu einem regionalen Wallfahrtsort. Eine weitere kleine Wegkapelle ist St. Josef; nach ihrer Sanierung wurde sie 2016 in das kantonale Inventar der geschützten Kulturdenkmäler aufgenommen.

Heller Kirchturm von St. Martin über einem Weg in Blauen
Kirche St. Martin in Blauen, Juni 2022. Foto: EinDao · CC BY-SA 4.0.

Warum die Blauenweide wertvoll ist

Am oberen Rand des Gemeindegebiets liegt die Blauenweide. Das Naturschutzgebiet ist Teil einer Kulturlandschaft, die durch langjährige Nutzung entstanden ist. Offene Weideflächen, Gehölze und Waldränder bieten unterschiedliche Lebensräume auf engem Raum.

Für seltene Pflanzen und Schmetterlinge ist diese Vielfalt wichtig. Sie bleibt jedoch nicht von selbst erhalten. Werden offene Flächen zu dicht von Gehölzen oder Adlerfarn besiedelt, verändern sich Lichtverhältnisse und Pflanzenbestand.

Pro Natura Baselland beschreibt deshalb gezielte Pflegemassnahmen auf der Blauenweide. Dazu gehören Arbeiten gegen die Ausbreitung des Adlerfarns sowie die Abstimmung von Naturschutz und Weidenutzung. Die Landschaft ist also nicht nur ein schöner Hintergrund für eine Wanderung, sondern ein aktiv betreuter Lebensraum.

Für Besucher bedeutet das: auf den vorgesehenen Wegen bleiben, Tiere nicht bedrängen und Pflanzen stehen lassen. Besonders eindrücklich ist die Abwechslung zwischen offenen, blütenreichen Bereichen und schattigen Waldabschnitten. Welche Arten man tatsächlich sieht, hängt von Jahreszeit und Bedingungen ab.

Wege am Blauen und Blicke ins Laufental

Blauen eignet sich als Ausgangspunkt für Rundgänge durch den Bann und für längere Wanderungen entlang des Höhenzugs. Der Aufstieg aus dem Dorf führt rasch in offenere Landschaft. Weiter oben erschliessen markierte Wege die Waldgebiete und Übergänge über den Kamm.

Eine andere Richtung führt entlang des Südhangs nach Nenzlingen. Dort lassen sich Kräutergarten und Bienenpfad als zusätzliche Ziele einplanen. Wer mehrere Dörfer verbindet, erlebt die Blauenkette aus wechselnden Perspektiven und erkennt die gemeinsame Hanglage.

Der Flurname Blauen Reben begegnet auf Karten und in älteren Ausflugstipps. Die frühere Bergwirtschaft wurde jedoch 2016 als Restaurant geschlossen. Für eine Einkehr sollte man deshalb aktuelle Angebote prüfen, statt sich auf historische Wanderbeschreibungen zu verlassen.

Bewaldete Hänge und offene Wiesen zwischen Blauen und Nenzlingen
Blick aus dem Gebiet obere Reben bei Blauen in Richtung Nenzlingen, Juni 2022. Foto: EinDao · CC BY-SA 4.0.

Das Blauehuus als Treffpunkt

2017 wurde das neue Gemeinde- und Begegnungszentrum eingeweiht. Es erhielt den Namen Blauehuus und bündelte von Beginn an verschiedene Funktionen: Dorfladen, Kindertagesstätte und Dorfstübli sollten den Alltag und das Zusammenleben unterstützen.

Der Gedanke dahinter ist für eine kleine Gemeinde wichtig. Wenn Einkaufen, Betreuung und Begegnung nahe beieinanderliegen, entstehen im Alltag zusätzliche Kontakte. Das Gebäude ergänzt damit Vereine und Veranstaltungen um einen zentralen Ort im Dorf.

Die Kita wird heute von der Gemeinde getragen. Sie ist grundsätzlich als gemeinsames Angebot für Blauen und Nenzlingen angelegt, steht laut Gemeinde aber auch Kindern aus anderen Orten zu gleichen Bedingungen offen. Kontakt und aktuelle Betreuungsangebote veröffentlicht die Kita im Blauehuus.

Schule und kinderfreundliche Gemeinde

Kindergarten und Primarschule befinden sich am Hotzlerweg. Auch Kinder aus Nenzlingen besuchen die Schule in Blauen. Die Zusammenarbeit wurde nach einer ersten befristeten Phase dauerhaft vereinbart.

2014 erhielt Blauen das UNICEF-Prädikat «Kinderfreundliche Gemeinde». Nach Angaben der Gemeinde wurde die Auszeichnung im Juni 2024 für weitere vier Jahre bestätigt. Sie steht im Zusammenhang mit einer bewussten Beschäftigung mit den Bedürfnissen von Kindern und Familien.

Für konkrete Fragen zum Schulalltag ist die Schule Blauen zuständig. Familien sollten Betreuungszeiten, Anmeldung und verfügbare Plätze direkt mit den jeweiligen Einrichtungen klären; ein kommunales Angebot bedeutet nicht automatisch, dass jeder gewünschte Termin frei ist.

Bus und Mitfahrbänkli

Blauen hat keinen eigenen Bahnhof. Die Verbindung zum Bahnnetz erfolgt mit dem Bus ins Tal. Für die Reiseplanung ist die genaue Haltestelle im Dorf entscheidend; der Fahrplan berücksichtigt die Anschlüsse nach Basel, Laufen und in die weitere Region.

Eine kleine örtliche Besonderheit ist das Mitfahrbänkli. Wer dort wartet, signalisiert vorbeifahrenden Personen den Wunsch nach einer Mitfahrgelegenheit. Die Idee wurde 2017 überregional bekannt und später durch ein entsprechendes Angebot in Zwingen ergänzt.

Das Bänkli ist eine freiwillige Ergänzung zur Mobilität, kein garantierter Fahrdienst. Gerade diese einfache Form zeigt aber, wie Blauen gemeinsame Lösungen im Dorfleben sichtbar macht.

Informationen aus Blauen

Die Dorfzeitung Blauner Dorfläbe berichtet über das lokale Geschehen. Veranstaltungen, Vereine und amtliche Mitteilungen sind auf der Gemeindewebsite gebündelt. Die Verwaltung an der Dorfstrasse 15 ist die Anlaufstelle für kommunale Anliegen.

Wer tiefer in den Ort eintauchen möchte, findet in der 2021 erschienenen Heimatkunde Blauen einen ausführlichen Rundgang durch Dorf und Bann. Das Buch behandelt nicht nur historische Ereignisse, sondern auch Landschaft, Alltag und den Wandel der letzten Jahrzehnte.

Regionale Dienstleistungen

Hier finden sich Inserate aus Basel-Landschaft, etwa für Arbeiten an Haus und Garten oder andere Dienstleistungen in der Region.

Häufige Fragen zu Blauen

Ist Blauen ein Berg oder eine Gemeinde?

Beides trägt diesen Namen. Die Gemeinde Blauen liegt am Südhang der Blauenkette im Bezirk Laufen des Kantons Basel-Landschaft.

Was lohnt sich bei einem Besuch?

Der historische Ortskern mit St. Martin, die Aussicht über das Laufental und Wanderungen im Gebiet der Blauenweide. Für längere Touren bieten sich die Wege entlang des Blauen an.

Welche Kinder besuchen die Schule Blauen?

Die örtliche Primarstufe wird gemeinsam für Kinder aus Blauen und Nenzlingen geführt.

Quellen und weiterführende Informationen