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Boltigen

Boltigen im Obersimmental: acht Bäuerten, alte Holzhäuser, Simmentaler Viehzucht, Reidenbach und Jaunpass. Mit Schule, Bahn, Karte und aktuellen BFS-Zahlen.

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Holzhäuser an der Talstrasse in Boltigen vor Berghängen
Dorf Boltigen an der Durchfahrtsstrasse, 10. August 2012. Foto: Roland Zumbuehl · CC BY 3.0. Verkleinert und komprimiert.

Boltigen umfasst einen Abschnitt des Obersimmentals mit acht Bäuerten und weitläufigen Alpgebieten. Reidenbach liegt am Abzweig der Jaunpassstrasse, während das Dorf Boltigen seinen eigenen historischen Kern besitzt. Simmentaler Viehzucht und reich gestaltete Holzhäuser prägen den Ort ebenso wie die Verbindungen über Tal und Pass.

Boltigen im Überblick

KantonBern (BE)
VerwaltungskreisObersimmental-Saanen
BFS-Nummer791
Einwohner1258 (ständige Wohnbevölkerung, 31. Dezember 2025)
Fläche77,07 km² (Gebietsstand 1. Januar 2026)
GemeindeOffizieller Gemeindeauftritt

Acht Bäuerten und zwei Talbahnhöfe

Die Gemeinde gliedert sich in Boltigen, Adlemsried, Eschi, Oberbäuert, Reidenbach, Schwarzenmatt, Simmenegg und Weissenbach. Zur Oberbäuert gehören Littisbach und Unterbächen. Geschlossene Dörfer, kleinere Häusergruppen und Einzelhöfe verteilen sich vom Talboden bis an die Hänge.

Die Simmentalbahn erschliesst die Gemeinde mit den Stationen Boltigen und Weissenbach. Reidenbach ist ein wichtiger Strassenknoten: Dort zweigt die Verbindung über den Jaunpass ins Greyerzerland ab. Der Bau der Talstrasse und der Jaunpassstrasse im 19. Jahrhundert veränderte die Verkehrswege, bevor 1902 die Bahn hinzukam.

Simmenegg, Laubegg und die Kirche

Der Name Boltingen ist 1276 belegt. Ältere Siedlungsspuren finden sich unter anderem im Felsschirm Ranggiloch. Mittelalterliche Burgruinen wie Simmenegg, Laubegg und Eichstalden erinnern an die früheren Herrschaften.

Laubegg kam 1386, Simmenegg 1391 an Bern. Die Rechte wurden im Niedergericht Boltigen innerhalb der Kastlanei Obersimmental zusammengeführt. Die Kirche mit Mauritiuspatrozinium ist seit 1228 bezeugt. Nach dem Brand von 1840 wurde sie wiederhergestellt.

Viehwirtschaft und Simmentaler Hausbau

Seit der frühen Neuzeit gewann die Viehwirtschaft mit Talbetrieben, Vorsässen und Alpen gegenüber dem Ackerbau an Bedeutung. Die Zucht des Simmentaler Fleckviehs ist im 18. Jahrhundert belegt. Viehexporte und Käseproduktion waren wichtige Erwerbsgrundlagen.

Blumengeschmücktes Simmentaler Holzhaus in Reidenbach
Simmentalerhaus in Reidenbach, Gemeinde Boltigen, 10. August 2012. Foto: Roland Zumbuehl · CC BY 3.0. Verkleinert und komprimiert.

Die alten Holzhäuser mit verzierten Fassaden, breiten Dachfronten und Inschriften zeigen die Handwerkskunst des Tals. Landwirtschaft, Holzverarbeitung und örtliches Gewerbe bleiben mit dieser Landschaft verbunden. Im Gebiet der Walopalp wurde zeitweise auch Steinkohle abgebaut.

Ausflüge auf den Jaunpass und nach Reidenbach

Die Passlandschaft bietet Moorflächen, Bergwiesen und Ausblicke zur Gastlosenkette. Wandern, Velofahrten und winterliche Angebote haben hier unterschiedliche Ausgangspunkte. Die Gemeinde nennt ausserdem das Grydbödeli in Reidenbach mit Spielplatz, Brätelstelle und gedecktem Sitzplatz.

Für Winterbetrieb, Wege und touristische Informationen verweist die Gemeinde auf Boltigen-Jaunpass Tourismus und die zuständigen Betreiber. Die Passverbindung ist dabei vom Bahnverkehr im Tal zu unterscheiden.

Schulstandorte Boltigen und Reidenbach

Kindergarten und Primarschule befinden sich in Boltigen und Reidenbach. Real- und Sekundarschule werden in Reidenbach geführt. Die Gemeinde bietet damit alle Stufen der obligatorischen Schulzeit innerhalb ihres Gebiets an.

Schulhaus in Boltigen mit Berggipfeln im Hintergrund
Schulhaus in Boltigen, 10. August 2012. Foto: Roland Zumbuehl · CC BY 3.0. Verkleinert und komprimiert.

Die Gemeindeseite zur Bildung führt zur Schulorganisation und den zuständigen Kontakten. Weiterführende Angebote werden über die Bahn und die regionalen Zentren erreicht. Vereine und Veranstaltungen ergänzen das Dorfleben zwischen den einzelnen Bäuerten.

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte ansehen.

Quellen und weiterführende Informationen

Recherchestand: 2. Oktober 2026. Bevölkerungsangabe: BFS STATPOP, 31. Dezember 2025. Fotos mit Aufnahmedatum, Urheber und Lizenz.