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Botterens

Botterens und Villarbeney am Greyerzersee: Meringuehandwerk, zwei Dorfgeschichten, Seeweg und gemeinsamer Schulalltag mit Broc.

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Botterens mit Kirche und Häusern entlang der Strasse, von einem bewaldeten Hang aus gesehen
Botterens, vom Weg Richtung Biffé aus gesehen. Aufnahme vom 20. April 2018. Foto: Bounè rodzo · CC BY-SA 4.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Botterens ist das Dorf der Meringues am östlichen Greyerzersee. An der Route de Botterens stellt die Familie Rime das luftige Gebäck her; etwas weiter nördlich liegt Villarbeney, seit 2006 Teil derselben Gemeinde. Zwischen den beiden Dorfkernen, Wiesen, bewaldeten Hängen und Seeufer zeigt sich eine kleine Gemeinde, deren Alltag eng mit Broc verbunden ist.

Botterens gehört zum Bezirk Gruyère / Greyerz im französischsprachigen Teil des Kantons Freiburg. Der frühere deutsche Name «Botteringen» begegnet in historischen Darstellungen; der amtliche Gemeindename lautet Botterens.

Botterens auf einen Blick

Kanton und BezirkFreiburg (FR), Gruyère / Greyerz
BFS-Nr.2123
Bevölkerung748 am 31. Dezember 2025; zivilrechtliche Bevölkerung gemäss kantonaler Statistik
DörferBotterens und Villarbeney
SpracheFranzösisch
GemeindefusionBotterens und Villarbeney, 1. Januar 2006
GemeindeverwaltungRoute de Villarbeney 11
Offizielle WebsiteCommune de Botterens

Die Einwohnerzahl umfasst die ganze politische Gemeinde einschliesslich Villarbeney. Sie folgt der kantonalen Definition der zivilrechtlichen Bevölkerung.

Zwei Dorfkerne über dem See

Die Hauptstrasse folgt dem rechten, östlichen Ufer des Greyerzersees von Broc in Richtung Corbières und La Roche. Botterens liegt südlich, Villarbeney nördlich. Im alten Kern von Botterens stehen die Häuser entlang der Strasse; dahinter öffnen sich Wiesen zum See und steigen die Hänge an. Die Kirche Saint-Claude macht den Dorfkern auch aus der Ferne erkennbar.

Villarbeney bewahrt seinen eigenen Ortsnamen und eine eigene Bushaltestelle. Seine Geschichte reicht als «Villar bene» ins 13. Jahrhundert zurück. Das Kloster Humilimont besass hier seit dem späten 14. Jahrhundert Land; die historische Wirtschaft war vor allem auf die Viehzucht ausgerichtet. Die Gemeindezugehörigkeit von heute verdeckt also zwei ältere Dorfgeschichten. Die gemeinsame Verwaltung befindet sich an der Route de Villarbeney 11, im postalischen Ort Villarbeney.

Villarbeney mit Bauernhäusern, Wiesen und dem tiefer liegenden Greyerzersee
Villarbeney und das Seeufer bei tiefem Wasserstand. Aufnahme vom 20. April 2018. Foto: Bounè rodzo · CC BY-SA 4.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Der Marker zeigt die Gemeindeverwaltung. Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen.

Meringues als örtliches Handwerk

Die Boulangerie Angélo Rime ist ein konkreter Zugang zur kulinarischen Geschichte von Botterens. Angélo Rime richtete 1946 hier einen kleinen Laden mit Backstube ein. Für Anisgebäck brauchte er Eigelb; aus dem übrigen Eiweiss entstanden Meringues. 1964 konzentrierte er sich auf diese Spezialität. Aufträge für die Landesausstellung desselben Jahres machten den Betrieb über die Region hinaus bekannt.

Die Backstube an der Route de Botterens 147 besteht weiterhin. Wer Meringues vor Ort kaufen möchte, findet die aktuellen Besuchs- und Kontaktangaben auf der Betriebsseite. Die Produktion ist ein arbeitender Gewerbebetrieb; eine unangemeldete Fabrikführung gehört nicht zum ausgewiesenen Angebot. Meringues verbinden Botterens mit der Greyerzer Esskultur, besonders mit Doppelrahm und dem Festessen der Bénichon.

Auch Ziegenkäse hat hier einen örtlichen Bezug. Die Ferme de la Fin du Chêne an Fin du Chêne 39 betreibt biologische Ziegenhaltung und eine Käserei. La Gruyère Tourisme nennt ganzjährigen Direktverkauf und Besuchsmöglichkeiten während des Melkens von Februar bis Oktober. Für einen gezielten Hofbesuch ist die dort angegebene Kontaktstelle die richtige Adresse, insbesondere für Gruppen oder ausserhalb der Saison.

Wandern zwischen Wald und Wasser

Der Sentier du Lac de la Gruyère führt am Gemeindegebiet vorbei. Zwischen Corbières und Botterens verläuft er durch Wald und über hügeliges Gelände. Der nahe See bedeutet hier also nicht durchgehend einen ebenen Promenadenweg. Nach Süden verbindet die Route das Ufer mit Broc, nach Westen mit Morlon und der Halbinsel Laviaux.

Für eine grössere Wanderung beschreibt La Gruyère Tourisme den Rundweg Corbières–Broc–Corbières aktuell mit 13 km, 213 m Aufstieg und 220 m Abstieg; als Richtzeit nennt der Anbieter vier Stunden. Die komplette Runde ist ein eigener Ausflug. Streckenkarte und aktuelle Wegsperrungen helfen bei der Planung.

Redaktioneller Ausflugsvorschlag: Ein Besuch der Dorfkerne lässt sich mit dem Einkauf bei einem örtlichen Produzenten und einem kürzeren Abschnitt des ausgeschilderten Seewegs verbinden. Für eine reine Ortsbesichtigung reichen die Strassenräume von Botterens und Villarbeney; für den Waldweg gehören feste Schuhe zur Ausrüstung. Wer einen weiteren Kulturbesuch anschliessen möchte, findet im nahen Gruyères Schloss und Städtchen.

Gemeinsamer Rat, Trennung und Fusion

Botterens ist 1227 schriftlich belegt. Im Mittelalter gehörte es zur Herrschaft Corbières, die 1553 an Freiburg überging. Ein Brand zerstörte 1779 einen grossen Teil des Dorfes. Die Kirche Saint-Claude wurde 1878 geweiht, nachdem Botterens und Villarbeney 1871 eine eigene Pfarrei gebildet hatten. Für Gottesdienste und kirchliche Anlässe verweist die Gemeinde auf die Pfarrei und die Unité pastorale Notre-Dame de l’Evi.

Die politische Verbindung der beiden Dörfer begann lange vor der heutigen Fusion: Von 1887 bis 1982 hatten Botterens und Villarbeney einen gemeinsamen Gemeinderat. Danach bestanden wieder getrennte kommunale Organisationen. Erst am 1. Januar 2006 entstand die heutige Gemeinde Botterens. Der Zusammenschluss von 2006 ist deshalb von der früheren Verwaltungsgemeinschaft zu unterscheiden.

Die Eröffnung der Schokoladefabrik Cailler im benachbarten Broc 1898 brachte auch für Botterens wirtschaftliche Impulse. Später kamen im Dorf eigene Produktionsbetriebe hinzu. Die Meringueherstellung zeigt bis heute, wie sich Landwirtschaft, Lebensmittelverarbeitung und das regionale Gewerbe miteinander verbinden.

Schulwege und Dorfleben

Botterens gehört zum Schulkreis Broc–Botterens. Für das Schuljahr 2026/27 beschreibt die Gemeinde die Wege konkret: Kinder der Stufen 1H und 2H werden mit dem Schulminibus nach Broc gebracht. Für 3H bis 8H übernimmt die Gemeinde das TPF-Abonnement. Neu zuziehende Familien sollten den Schultransport frühzeitig mit der Verwaltung organisieren.

Die schulergänzende Betreuung AES Timoun steht dem gemeinsamen Schulkreis zur Verfügung. Anmeldung und tatsächlich angebotene Betreuungszeiten werden über die zuständige Stelle geklärt. Im Dorfleben sind unter anderem die Jugendgesellschaft L’Insouciante, der gemischte Chor L’Espérance und der Ski-club Biffé verankert; Kontakte führt das kommunale Vereinsverzeichnis.

Die Gemeinde wird von einem fünfköpfigen Gemeinderat geführt. Die Gemeindeversammlung und ihre veröffentlichten Protokolle geben Einblick in lokale Vorhaben und Finanzen. Für Alltagsfragen ist die Verwaltung an der Route de Villarbeney der gemeinsame Anlaufpunkt beider Dörfer.

Mit dem Bus nach Botterens und Villarbeney

Die TPF-Regionalbuslinie 262 verkehrt auf der Strecke Bulle–Corbières–Broc. Sie bedient «Villarbeney, village» und «Botterens, village» sowie den Bahnhof Broc-Village. Damit lassen sich Ortsbesuche und Wanderungen an unterschiedlichen Haltestellen beginnen oder beenden. Der Fahrplan 2026 unterscheidet Schul- und Ferientage; die passende Verbindung sollte für das konkrete Reisedatum gesucht werden.

Wer mit dem Auto kommt, erreicht die Dörfer über die Uferstrasse von Broc oder Corbières. Für den Seeweg führt die regionale Tourismusorganisation einen bezeichneten Wanderparkplatz an der Route de Botterens. Vor Ort gelten die angeschriebenen Bedingungen.

Quellen und Stand

Inhalt geprüft am 1. Oktober 2026. Grundlage sind die Gemeinde Botterens, das amtliche BFS-Gemeindeverzeichnis, die kantonale Bevölkerungsstatistik (31. Dezember 2025, publiziert am 26. August 2026), die HLS-Artikel Botterens und Villarbeney sowie die beim Thema verlinkten Schul-, Betreiber-, TPF- und Tourismusseiten.