Bottmingen
Bottmingen im Leimental: Weiherschloss, Park, Birsig und Dorfmuseum. Erfahre, wie der Ort entstand und was das Gartenbad und die Wohnquartiere auszeichnet.
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Bottmingen liegt im unteren Leimental, wenige Kilometer südlich der Basler Innenstadt. Sein bekanntestes Wahrzeichen steht mitten im Wasser: das Weiherschloss mit den weissen Fassaden, Türmen und barocken Dächern. Rundherum ist aus einem kleinen Bauerndorf eine Wohngemeinde mit mehr als 7'000 Einwohnerinnen und Einwohnern geworden.
Der Ort besteht aber nicht nur aus dem Schloss. Der Birsig durchzieht den Talraum, Wohnquartiere steigen in Richtung Bruderholz an, und das Gartenbad zieht im Sommer Menschen aus mehreren Nachbargemeinden an. Im Dorfmuseum begegnet man einer anderen Seite Bottmingens: Handwerk, Alltagsgegenständen und der Geschichte jener Menschen, die nicht im Schloss lebten.
Bottmingen auf einen Blick
| Kanton und Bezirk | Basel-Landschaft, Bezirk Arlesheim |
|---|---|
| Region | Unteres Leimental |
| Einwohner | 7'083, Stand 30. Juni 2026 |
| Fläche | 2,99 km² |
| Postleitzahl | 4103 |
| Erste urkundliche Erwähnung | 1246 als Bothmingen |
| Gemeindeverwaltung | Schulstrasse 1 |
| Gemeindewebsite | bottmingen.ch |
Zwischen Binningen, Oberwil und Bruderholz
Bottmingen liegt am Birsig zwischen Binningen und Oberwil. Der Talboden bildet eine wichtige Verkehrsachse in Richtung Basel. Die Siedlung beschränkt sich längst nicht mehr auf die Umgebung des alten Dorfes: Wohngebiete ziehen sich an den Hängen hinauf und verbinden den Talraum mit dem Bruderholz.
Das kleine Gemeindegebiet macht die Wege grundsätzlich überschaubar. Trotzdem lohnt es sich, zwischen den Lagen zu unterscheiden. Das Zentrum mit Tram und Geschäften funktioniert anders als ein höher gelegenes Wohnquartier. Schlosspark, Bachufer und Grünräume unterbrechen die Bebauung und geben dem Ort eine eigene räumliche Struktur.
Die Nähe zu Basel ist im Alltag entscheidend. Viele Menschen nutzen die Arbeitsplätze und Angebote der Stadt, während Bottmingen Wohnraum, Schulen, Betreuung und Freizeitmöglichkeiten bereitstellt. Das Dorf ist dabei politisch selbstständig geblieben, obwohl seine Bebauung Teil der zusammenhängenden Agglomeration ist.
Warum das Weiherschloss so besonders ist
Das Weiherschloss entstand vermutlich in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. 1363 wird es als Besitz der Kämmerer genannt, einer Familie aus dem bischöflichen Dienstadel. Sein Wassergraben ist bis heute erhalten. Gerade diese Verbindung von Gebäude und umgebendem Wasser macht seinen besonderen Eindruck aus.
Das Schloss wurde mehrfach umgebaut. Im 17. Jahrhundert erhielt es frühbarocke Elemente; im 18. Jahrhundert wandelte es sich zum französisch geprägten Landsitz. Mansarddächer und grosse Fenster gehören zu dieser jüngeren Gestaltung. Wer heute davorsteht, sieht deshalb keine unverändert erhaltene Wehrburg, sondern einen Bau, der sich vom mittelalterlichen Sitz zum repräsentativen Wohnhaus entwickelte.
Auch die Umgebung veränderte sich: Auf einen barocken Garten folgte im 19. Jahrhundert eine englisch geprägte Parkgestaltung. Schloss und Garten erzählen damit von wechselnden Vorstellungen eines herrschaftlichen Landsitzes. Für einen Besuch lohnt sich, nicht nur die Hauptansicht zu fotografieren, sondern die Beziehung zwischen Fassaden, Brücken, Wasser und Park wahrzunehmen.
Seit 1957 gehört das Schloss dem Kanton Basel-Landschaft. Heute beherbergt es ein Restaurant und Räume für Veranstaltungen. Die Innenräume sind entsprechend Teil eines laufenden Betriebs; sie funktionieren nicht wie ein frei durchgehend zugängliches Burgmuseum. Für Essen, Feiern oder einen gezielten Besuch der Räume informiert weiherschloss.ch über das Angebot.
Schlosspark und Wege am Birsig
Der Schlosspark gibt dem Wahrzeichen einen ruhigen Rahmen. Er ist zugleich ein grüner Aufenthaltsort im Zentrum. Ein kurzer Spaziergang lässt sich mit den Wegen am Birsig verbinden. Dabei wechselt der Blick vom repräsentativen Schloss zu einer alltäglichen Wasserlandschaft mit Ufern, Brücken und benachbarten Gebäuden.

Der gedeckte Burggarten-Steg ist ein markanter kleiner Übergang über den Bach. Solche Verbindungen machen den Talraum auch zu Fuss erlebbar. Der Birsig ist hier kein grosser Fluss, sondern ein Gewässer, dessen Verlauf auf kurzen Abschnitten ganz unterschiedliche Ansichten bietet.
Für einen ersten Besuch sind Schloss, Park und Bachumgebung eine gut kombinierbare Runde. Sie erfordert keine lange Wanderung und lässt sich mit einem Abstecher ins Dorfmuseum ergänzen. Wer grössere Höhenunterschiede und weitere Ausblicke sucht, orientiert sich anschliessend in Richtung der Hänge und des Bruderholzes.
Das Dorfmuseum und die Dinge des täglichen Lebens
Das Dorfmuseum befindet sich an der Therwilerstrasse 16 und 18. Es wurde 1978 eröffnet, nachdem die Gemeinde der Stiftung das Mathyse-Hus zur Verfügung gestellt hatte und Freiwillige an der Renovation mitgewirkt hatten. Die Sammlung wurde später am heutigen Standort zusammengeführt.
Zum Bestand gehören Zeugnisse des dörflichen Lebens, eine Flaschen- und Gläsersammlung sowie die frühere Dorfschmiede von Hans Würger. Gerade solche Bestände erweitern das Bild des Ortes. Während das Schloss von wohlhabenden Eigentümern erzählt, zeigen Werkzeuge und Gebrauchsgegenstände die Arbeit und den Alltag einer breiteren Bevölkerung.
Das Museum bietet auch Führungen durch Alt-Bottmingen und zum Weiherschloss an. Es öffnet an ausgewählten Terminen und nach Vereinbarung. Die verbindlichen Angaben stehen auf dorfmuseumbottmingen.ch. Wer das Museum in einen Ausflug einbauen möchte, plant den Tag am besten anhand dieses Kalenders.
Das Gartenbad als Treffpunkt des Leimentals
Das Gartenbad beim Schloss Bottmingen liegt an der Burggartenstrasse 15. Es wurde am 14. Mai 1956 eröffnet. Die ursprünglichen Träger waren Binningen, Oberwil und Bottmingen; seit 2020 gehören auch Biel-Benken und Therwil zur gemeinsamen Trägerschaft.
Damit ist das Bad ein gutes Beispiel für eine Einrichtung, die sich nicht sinnvoll auf eine einzelne Gemeindegrenze beschränken lässt. Drei Becken, Rutschbahn, Sprungturm, Spielplatz und Gastronomie richten sich an unterschiedliche Altersgruppen. Im Sommer treffen hier Menschen aus einem grösseren Teil des Leimentals zusammen.
Das Gartenbad ist ein saisonales Angebot. Die Saison 2026 endete am 20. September. Für einen späteren Besuch veröffentlicht die Gemeinde die neuen Saisonzeiten, Tarife und möglichen Einschränkungen auf ihrer Badseite. Daneben verfügt Bottmingen auch über ein Hallenbad; die beiden Angebote sollte man bei der Planung auseinanderhalten.
Von Bothmingen zur eigenständigen Gemeinde
Der Name Bothmingen erscheint 1246 erstmals in einer Urkunde. Über lange Zeit war die Geschichte des Dorfes eng mit Binningen verbunden. Beide gehörten zum Herrschaftsbereich des Basler Bischofs, bevor die Stadt Basel sie 1534 zunächst pfandweise und 1585 endgültig übernahm.
Die Selbstständigkeit entstand schrittweise. Der gemeinsame Weidgang wurde 1737 getrennt, Bottmingen erhielt 1756 eine eigene Schule. 1807 erfolgte die Verselbstständigung der Gemeindeverwaltung; 1837 wurden die Gemeindebanne getrennt. Die politische Trennung lässt sich deshalb besser als längeren Prozess verstehen als als einen einzigen plötzlichen Bruch.
In den Auseinandersetzungen um die Kantonstrennung schloss sich Bottmingen dem neuen Kanton Basel-Landschaft an. Kirchlich blieben die Verbindungen zu Binningen eng. Die gemeinsame Geschichte ist unter anderem an der Kirche St. Margarethen in Binningen ablesbar, deren eines Schiff auch als Bottmingerschiff bezeichnet wurde.
Die Einwohner lebten lange von Acker- und Weinbau, später auch vom Gemüsebau im Tal. Die 1887 eröffnete Birsigtalbahn stärkte die Verbindung nach Basel. Eine grosse Industrialisierung setzte in Bottmingen nicht ein; stattdessen entwickelte sich der Ort zunehmend zur Wohngemeinde. Besonders nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Bevölkerung deutlich zu.
Schule, Betreuung und Freizeit vor Ort
Zum heutigen Profil Bottmingens gehört ein gemeindeeigenes Tagesschulangebot als Ergänzung zum Unterricht. Für Familien ist das neben Kindergarten und Primarschule ein wichtiger Bestandteil des täglichen Lebens. Konkrete Angebote und Anmeldungen laufen über die jeweiligen Stellen der Gemeinde.
Das Freizeitangebot reicht über die beiden Bäder hinaus. Die Gemeinde nennt unter anderem eine Finnenbahn, einen Bewegungspark, Kulturangebote und Kurse der Erwachsenenbildung. Vereine schaffen zusätzliche Möglichkeiten, Menschen kennenzulernen und regelmässig gemeinsam aktiv zu sein.
Die historischen Verbindungen zu Binningen und den anderen Leimentaler Gemeinden wirken hier praktisch weiter: Einrichtungen werden gemeinsam genutzt, Schul- und Freizeitwege führen über die Gemeindegrenzen hinaus. Wer neu zuzieht, findet deshalb einen Teil seiner Angebote in Bottmingen selbst und einen anderen in der unmittelbar angrenzenden Umgebung.
Anreise mit Tram und Bus

Bottmingen ist über die Tramachse des Leimentals mit Basel verbunden. Im Zentrum bestehen Umsteigemöglichkeiten zu Busverbindungen in die Umgebung. Die Haltestelle Bottmingen Dorf ist ein naheliegender Ausgangspunkt für Schloss und Ortskern; für höher gelegene Quartiere lohnt sich die Suche nach der passenden Busverbindung.
Ein eigener Bahnhof im nationalen Eisenbahnnetz gehört nicht zur örtlichen Infrastruktur. Wer mit dem Fernverkehr anreist, steigt im Raum Basel auf den regionalen öffentlichen Verkehr um. Die historische Birsigtalbahn lebt in der heutigen Tramerschliessung weiter.
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Dienstleistungen aus der Region
Die Inserate von schweiz.work ergänzen den Ortsüberblick um Angebote aus dem Kanton Basel-Landschaft.
Häufige Fragen zu Bottmingen
Wem gehört Schloss Bottmingen?
Das Schloss gehört seit 1957 dem Kanton Basel-Landschaft. Es wird als Restaurant und Veranstaltungsort genutzt.
Was unterscheidet Bottmingen von Binningen?
Es sind zwei eigenständige Nachbargemeinden. Sie waren früher politisch verbunden; die Trennung vollzog sich in mehreren Schritten und umfasste 1837 die Gemeindebanne.
Was kann man in Bottmingen unternehmen?
Schloss, Park und Wege am Birsig eignen sich für einen kurzen Besuch. Dazu kommen das Dorfmuseum an seinen Öffnungstagen und im Sommer das Gartenbad.
Liegt Bottmingen in Basel-Stadt?
Nein. Die Gemeinde liegt im Kanton Basel-Landschaft und gehört zum Bezirk Arlesheim.