Burg im Leimental
Burg im Leimental: Schloss über dem Dorf, Wege zum Remel und Erinnerungen an Albert und Anita Hofmann. Ein Grenzort zwischen Laufental und Sundgau.
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Burg im Leimental ist ein kleines Dorf an der französischen Grenze, unterhalb eines markanten Schlosses auf einem Felsen. Politisch gehört es zum Bezirk Laufen im Kanton Basel-Landschaft. Landschaftlich öffnet es sich jedoch nach Norden ins Leimental und in den Sundgau. Diese Lage erklärt vieles: die Wege nach Frankreich, die Verbindung zu den solothurnischen Nachbarn und die besondere Geschichte eines Grenzorts.
Über den Häusern steht Schloss Burg, auch Schloss Biederthal genannt. Es ist das auffälligste Bauwerk des Dorfs, aber nicht öffentlich zugänglich. Für Besucher sind deshalb der Blick auf das Schloss, die Wege am Blauen und die Landschaft rund um den Remel wichtiger als ein Innenrundgang. Eine weitere Spur führt zu Albert Hofmann: Der Chemiker lebte in Burg; ein Gedenkplatz erinnert an ihn und seine Frau Anita.
Burg im Leimental auf einen Blick
| Gemeinde | Burg im Leimental, häufig Burg i. L. |
|---|---|
| Kanton und Bezirk | Basel-Landschaft, Bezirk Laufen |
| Einwohner | 273, Stand 30. Juni 2026 |
| Postleitzahl | 4117 |
| Gemeindefläche | Rund 2,9 km² |
| Lage | Am Nordrand des Blauen, an der Grenze zu Frankreich |
| Bekannt für | Schloss Burg, Grenzlandschaft und Albert-Hofmann-Gedenkplatz |
Warum gehört ein Leimentaler Dorf zum Laufental?
Talnamen und Verwaltungsgrenzen stimmen nicht immer überein. Burg liegt auf der Nordseite des Höhenzugs, der das Leimental vom Raum Laufen trennt. Es gehört aber zur historischen Laufentaler Region und wechselte mit ihr 1994 vom Kanton Bern zu Basel-Landschaft. «Bezirk Laufen» bezeichnet hier die politische Zuordnung; «im Leimental» beschreibt die geografische Lage.
Nach Norden liegt das französische Biederthal. In der Schweizer Nachbarschaft befinden sich unter anderem Metzerlen-Mariastein und Röschenz. Dadurch ist Burg in mehrere Richtungen orientiert. Der Weg zu einem nahe gelegenen Ort kann über eine Landes- oder Kantonsgrenze führen, während ein administrativ verwandter Ort jenseits eines bewaldeten Höhenzugs liegt.
Das Dorf liegt an einer Geländeterrasse; darüber steigen Waldhänge und Felsen an. Unterhalb öffnet sich die Landschaft stärker. Auf einem Rundgang lassen sich diese Übergänge rasch erleben: erst die dichte Nähe von Dorf und Schlossfelsen, dann der weitere Blick über Felder Richtung Sundgau. Diese kleine räumliche Vielfalt ist ein wesentlicher Teil des Ortscharakters.
Schloss Burg: das Wahrzeichen über dem Dorf
Das heutige Schloss geht auf eine mittelalterliche Burganlage zurück. Der Name Biederthal verweist auf den grösseren historischen Zusammenhang mit dem gleichnamigen Ort auf der französischen Seite. Im Laufe der Zeit wurde die Anlage mehrfach verändert und nach 1600 stärker zum Schloss umgestaltet. Auf dem Felsen wirkt sie bis heute wehrhaft, auch wenn ihr heutiges Erscheinungsbild nicht einfach einen einzigen mittelalterlichen Bauzustand zeigt.
Die Besitzgeschichte führt zu den Grafen von Pfirt, dem Basler Bischof und den Herren von Wessenberg. Für die regionale Geschichte ist besonders die lange Verbindung mit dem Fürstbistum Basel wichtig. Das Schloss war ein Herrschaftssitz in einer Landschaft, die später von modernen Grenzen durchschnitten wurde.
Schloss Burg befindet sich in Privatbesitz und ist nicht öffentlich zu besichtigen. Ein Ausflug lohnt sich dennoch wegen der Aussenansicht und der Einbettung in die Landschaft. Am besten betrachtet man es von öffentlichen Wegen aus. Die Tatsache, dass ein Gebäude auf Karten und in Tourismusporträts als Sehenswürdigkeit erscheint, bedeutet hier keine freie Zugänglichkeit des Grundstücks.
Alt-Biederthal und Schönenberg: nicht dieselbe Burg
In der Umgebung tauchen mehrere Burgnamen auf. Alt-Biederthal, Schönenberg und das heutige Schloss Burg sind unterschiedliche Anlagen. Alt-Biederthal wird mit einer Gründung im 12. Jahrhundert verbunden und wurde bereits im Mittelalter wieder aufgegeben. Schönenberg entstand später und wurde beim Basler Erdbeben von 1356 zerstört. Das erhaltene Schloss Biederthal hat dagegen eine eigene Baugeschichte.
Diese Unterscheidung ist vor Ort nützlich. Wer nach «Burg Biederthal» sucht, kann je nach Quelle beim Schloss oder bei einer älteren Ruinenstelle landen. Die Überreste im Wald vermitteln eher den Standort einer früheren Befestigung als das Bild einer vollständig erhaltenen Burg. Felsen, Geländekanten und einzelne Mauerspuren sind dort ebenso wichtig wie sichtbare Baureste.

Albert und Anita Hofmann
Albert Hofmann, bekannt durch seine chemischen Forschungen und die Entdeckung der psychoaktiven Wirkung von LSD, lebte lange in Burg im Leimental. Er starb 2008 im Alter von 102 Jahren. Ein Gedenkplatz erinnert an ihn und seine Frau Anita Hofmann-Guanella. Er ist ein kleiner, persönlicher Erinnerungsort und kein grosses Museum.
Der Platz lässt sich in eine Wanderung am Dorfrand einbeziehen. Die Gedenktafel nennt beide Eheleute und macht damit auch die familiäre Verbindung zum Ort sichtbar. Für die Geschichte Burgs ist diese biografische Spur bemerkenswert: Neben den Jahrhunderten der Burgherrschaft steht hier die Lebensgeschichte eines international bekannten Forschers.

Wer sich genauer für Hofmanns wissenschaftliche Arbeit interessiert, wird in biografischen und medizinhistorischen Quellen mehr finden als vor Ort. Der Gedenkplatz selbst ist vor allem ein Ort des Innehaltens in der Landschaft, in der das Paar lebte.
Wandern zum Remel und über die Grenzen
Burg ist ein Ausgangspunkt für Wanderungen auf den bewaldeten Höhenzug. Besonders bekannt ist der Remel mit seinem Aussichtsturm. Der Remelturm steht auf dem Gebiet der solothurnischen Gemeinde Kleinlützel, nahe der französischen Grenze. Er gehört also zur Ausflugslandschaft rund um Burg, nicht zu dessen eigenen Bauwerken.
Baselland Tourismus beschreibt eine knapp zwölf Kilometer lange Streckenwanderung von Burg über das Remelgebiet nach Röschenz. Dabei kommen mehrere hundert Meter Auf- und Abstieg zusammen. Die Route verbindet Wald, Grenzlandschaft und Aussichtspunkte. Sie ist eine gute Wahl für Menschen, die das Dorf als Ausgangspunkt für einen längeren Ausflug nutzen möchten.
Der Turm ist klein und über eine Leiter erreichbar. Wer den Aufstieg auslässt, kann die Wanderung trotzdem geniessen. Für eine familiengerechte Planung zählen die tatsächlichen Höhenmeter und die Beschaffenheit der Waldwege stärker als die geringe Entfernung zwischen den Ortschaften auf der Karte. Nach Regen können steilere Abschnitte rutschig sein.
Bei einer Streckenwanderung organisiert man die Rückfahrt vom Zielort aus. Eine Runde durch das Dorf und die nähere Umgebung lässt sich dagegen wesentlich kürzer halten. Beide Varianten haben ihren Reiz: die eine erschliesst die Höhe und den Grenzkamm, die andere das Verhältnis von Dorf, Schloss und offener Landschaft.
Grenzen, Kapelle und das verschwundene Bad
Die heutige Grenze hat historische Wurzeln in der Aufteilung von Besitz und Herrschaft. Während grosse Teile des Gebiets zum Basler Bischof gelangten, verlief die Entwicklung des benachbarten Biederthal anders. Burg war später französisch und kam 1815 zu Bern. Seit 1994 gehört die Gemeinde zu Basel-Landschaft.
Eine eigene örtliche Rolle spielte die Schlosskapelle. Sie wurde im späten 18. Jahrhundert der Gemeinde gestiftet und erweitert. Kirchliche Beziehungen führten unter anderem nach Rodersdorf und später zeitweise nach Röschenz. Auch in diesem Bereich zeigt sich, wie eng die heute auf mehrere Kantone verteilten Dörfer miteinander verbunden waren.
Weniger sichtbar ist die Geschichte von Bad Burg. Der Badebetrieb entstand in der frühen Neuzeit und zog besonders im 18. Jahrhundert Gäste an. Ein Brand von 1926 beendete einen wesentlichen Teil dieser Geschichte; die Anlage wurde nur teilweise wiederhergestellt. Wer den historischen Namen liest, sollte deshalb kein heute betriebenes Thermalbad erwarten.
Leben in einer kleinen Grenzgemeinde
Mit weniger als dreihundert Einwohnerinnen und Einwohnern ist Burg eine der kleinen Gemeinden des Baselbiets. Der Ort besitzt deshalb nicht dieselbe Bandbreite an Geschäften und Dienstleistungen wie ein regionales Zentrum. Die Nachbardörfer und die Region Basel ergänzen das örtliche Angebot. Für den Alltag ist entscheidend, welche Wege sich regelmässig ergeben und wie gut sie zum eigenen Tagesablauf passen.
Auch die Schule wird regional organisiert. Burg ist in die Zusammenarbeit im Leimental eingebunden; die Schule Metzerlen-Mariastein-Burg verbindet Kinder über die Kantonsgrenze hinweg. Das ist ein konkretes Beispiel dafür, dass eine kleine Gemeinde eigenständig bleiben und trotzdem wichtige Aufgaben gemeinsam erfüllen kann.
Die kommunale Verwaltung arbeitet mit Biel-Benken zusammen. Wer eine Anmeldung oder ein anderes Verwaltungsgeschäft erledigen möchte, sollte daher die aktuellen Kontakt- und Zuständigkeitsangaben der Gemeinde beachten. Für Dorfanlässe und Mitteilungen ist das lokale Informationsblatt «Chochlöffel» eine zusätzliche Quelle.
Anreise und Orientierung vor Ort
Burg hat keinen Bahnhof. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erfolgt die Anreise über das Busnetz des Leimentals, mit Anschlüssen unter anderem in Richtung Flüh. Für den genauen Reiseweg ist die Haltestelle «Burg im Leimental» beziehungsweise das konkrete Ausflugsziel die passende Suche. Eine Verbindung nach Laufen kann ganz anders verlaufen als die Luftlinie vermuten lässt.
Ein erster Besuch kann mit dem Blick auf Schloss und Dorf beginnen. Anschliessend wählt man entweder einen kurzen Spaziergang zu einem der Aussichtspunkte und zum Gedenkplatz oder eine längere Wanderung zum Remel. So bleibt genügend Zeit, die besondere Lage dieses kleinen Grenzorts wahrzunehmen.
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Häufige Fragen zu Burg im Leimental
Kann man Schloss Burg besichtigen?
Nein, das Schloss ist privat und nicht öffentlich zugänglich. Es lässt sich von öffentlichen Wegen aus betrachten.
Liegt Burg in Frankreich?
Nein. Burg im Leimental ist eine Schweizer Gemeinde im Kanton Basel-Landschaft. Das benachbarte Biederthal liegt in Frankreich.
Gehört der Remelturm zu Burg?
Der Turm liegt auf Kleinlützler Gemeindegebiet im Kanton Solothurn. Er ist ein Wanderziel, das sich von Burg aus erreichen lässt.
Wie viele Einwohner hat Burg?
Am 30. Juni 2026 waren es gemäss kantonaler Statistik 273.