Bussy
Bussy FR: Bauernhöfe mit Mansardhäusern, Saint-Maurice von Fernand Dumas und Obstgärten über der Broye-Ebene in der Gemeinde Estavayer.
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In diesem Artikel
Mansarddächer verleihen dem alten Bauerndorf Bussy einen auffallend stattlichen Charakter. Zwischen den grossen Höfen stehen die als «carrées» bezeichneten Wohnhäuser; darüber ragt die schlanke Spitze der Kirche Saint-Maurice. Das Freiburger Bussy gehört seit 2017 zur Gemeinde Estavayer.
Steckbrief
| Ort | Bussy |
|---|---|
| Heutige Gemeinde | Estavayer |
| Kanton und Bezirk | Freiburg · District de la Broye |
| Ortssprache | Französisch |
Warum hier so viele Mansarddächer stehen
Die charakteristischen Wohnhäuser entstanden vor allem im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. Sie stehen teilweise für sich, teilweise schliessen sie an Landwirtschaftsbauten an. Gemauerte Fassaden, zwei oder drei Geschosse und gebrochene Dachflächen geben ihnen ein repräsentatives Aussehen.
1769 zerstörte ein Brand neun Häuser. Das Bundesinventar bringt die erneuerte Dachform des älteren Châtelet vorsichtig mit dem Wiederaufbau nach diesem Brand in Verbindung. Andere Carrées folgten um die Wende zum 19. Jahrhundert.
An einzelnen Strassenabschnitten wechseln grosse Giebel mit offenen Hofräumen. Obstgärten vermitteln zwischen der Bebauung und den Feldern. Gerade diese Verbindung begründet die nationale Bedeutung des Ortsbilds im ISOS.
Saint-Maurice und der Wechsel des Pfarrsitzes
Die Dorfkirche entstand in der zweiten Hälfte der 1930er-Jahre nach Plänen von Fernand Dumas. Beton und eine Verkleidung aus Muschelsandstein verbinden moderne Konstruktion mit regionalem Material. Eine Vorhalle mit drei Rundbogenöffnungen führt zum Kirchenschiff; der massige Turm endet in einer schlanken Spitze.
Die Ausstattung steht im Zusammenhang mit dem Groupe de Saint-Luc und der Erneuerung der sakralen Kunst. Das Pfarrhaus von 1871 ist über einen Verbindungsgang an die Kirche angeschlossen.
Eine Kapelle Saint-Maurice ist seit 1386 belegt. Erst 1869 wurde der Pfarrsitz von Morens nach Bussy verlegt, nach längeren Auseinandersetzungen zwischen den Orten.
Wege, Tabak und die Petite Glâne
Bussy liegt auf einer niedrigen Geländestufe am Rand der Broye-Ebene. Die Arignon fliesst in einem von Bäumen begleiteten Lauf zur kanalisierten Petite Glâne. Das rechtwinklige Feldwegnetz geht teilweise auf die 1966 begonnene Güterzusammenlegung zurück.
Hohe Tabaktrocknungsschuppen erinnern an einen wichtigen Zweig der örtlichen Landwirtschaft. Neben Tierhaltung und Getreidebau prägte der Tabakbau die Wirtschaftsgebäude des 20. Jahrhunderts.
Die 1968 gebaute Kantonsstrasse zwischen Payerne und Estavayer-le-Lac führt südlich am alten Kern vorbei. Das Bild der Brücke über die Petite Glâne zeigt diesen ebenen Verkehrsraum, nicht den historischen Dorfkern.
Alte Siedlungsspuren und heutige Schulwege
In der Umgebung wurden unter anderem ein befestigter Siedlungsplatz der Hallstattzeit und Reste römischer Mosaiken gefunden. Die schriftliche Nennung Bussey von 1142 steht damit am Ende einer wesentlich längeren Besiedlungsgeschichte.
Die heutige Schullandschaft wird von Estavayer organisiert. Für Bussy nennt das Bulletin 2026/27 die Betreuung der Zone 2 im Schulhaus Quatre-Vents in Rueyres-les-Prés. Das ältere Schulgebäude im Dorf ist im Bauinventar dokumentiert; daraus lässt sich keine aktuelle Klassenzuteilung ableiten.
Unser redaktioneller Vorschlag ist ein Rundgang durch die älteren Strassenabschnitte zwischen Kirche, Carrées und Hofzeilen. Für den ergänzenden Kunstweg «13 villages, 13 visages» ist die Karte des Tourismusbüros hilfreich.
Karte
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Weitere Orte und Hintergründe: Estavayer · Kanton Freiburg.
Quellen und Prüfstand
Inhalt geprüft am 2026-10-02. Bildnachweise stehen bei den Fotos.