Buttwil
Buttwil am Lindenberg: ein Freiamtdorf mit Jakobsmuschel im Wappen, viel Kulturlandschaft und einem eigenen Flugplatz.
Aktualisiert am

In diesem Artikel
Buttwil liegt auf einer Geländestufe am Osthang des Lindenbergs, oberhalb von Muri im Aargauer Freiamt. Wiesen, Ackerflächen und Wald bestimmen die Umgebung; daneben besitzt das Dorf einen eigenen Flugplatz. Diese Nachbarschaft von Landwirtschaft, Wohnquartieren und Flugbetrieb macht Buttwil zu einem eigenständigen Ort zwischen der Reussebene und dem Höhenzug.
Buttwil auf einen Blick
| Kanton / Bezirk | Aargau / Muri |
|---|---|
| Bevölkerung | 1’291 am 30. Juni 2026 Ständige Wohnbevölkerung gemäss kantonaler Bevölkerungsstatistik |
| Gemeindefläche | 4,61 km² |
| Höhenlage | 641 m ü. M.; Gemeindegebiet zwischen 570 und 813 m |
| Postleitzahl | 5632 |
| Gemeindeverwaltung | Dorfstrasse 8 |
| Offizielle Website | buttwil.ch |
| BFS-Nr. | 4230 |
Das Dorf auf der Lindenbergterrasse
Die Lage erklärt viel vom Charakter Buttwils. Der Ort gehört zum Bezirk Muri, liegt aber über dem Talboden. Die Gemeinde bezeichnet ihren Standort als Plateau des Lindenbergs. Ihr Gebiet umfasst 461 Hektaren, davon 298 Hektaren Acker und Wiesen sowie 105 Hektaren Wald. Auch nach dem Ausbau der Wohnquartiere bleibt die landwirtschaftliche Umgebung ein wesentlicher Bestandteil des Ortsbilds.
Für einen ersten Rundgang bietet sich der Dorfbereich an; anschliessend lassen sich Wege am Übergang zu Feldern und Wald erkunden. Das ist eine eigene Orientierungsidee, keine vermessene Wanderroute. Für längere Ausflüge am Lindenberg sollten Wegverlauf und Rückreise vorab auf einer aktuellen Karte geprüft werden. Landwirtschaftliche Flächen und die Betriebsbereiche des Flugplatzes gehören dabei nicht zu frei begehbaren Spazierwegen.

Eine Muschel erzählt vom Pilgern
Die erste urkundliche Erwähnung stammt von 1160, als der Ort «Butwile» genannt wurde. Dieses Datum bezeichnet den ältesten überlieferten Namen, nicht die Entstehung des Dorfes. Seine Geschichte ist eng mit dem Kloster Muri verbunden. Nach der eidgenössischen Eroberung des Aargaus 1415 gehörte Buttwil mit Aristau, Geltwil und Muri zum Amt Muri. Das Kloster behielt wichtige örtliche Rechte.
Die weisse Muschel auf rotem Grund verweist auf einen früheren Pilgerweg. Die Jakobsmuschel war ein Zeichen der Wallfahrer nach Santiago de Compostela. Auch die 1666 errichtete Kapelle St. Jakobus gehört in diesen Zusammenhang. Sie ist ein historischer Bezugspunkt im Dorf; aktuelle Gottesdienste oder eine Innenbesichtigung sollten vor einem gezielten Besuch abgeklärt werden.
Vom Bauerndorf zum Wohnort
Bis weit ins 20. Jahrhundert war Buttwil vorwiegend bäuerlich geprägt. Die kommunale Zahlenreihe zeigt zunächst einen Bevölkerungsrückgang: 1850 waren 551 Personen verzeichnet, 1950 noch 342. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts änderte sich die Entwicklung. Neue Wohnbauten und die Lage am Lindenberg zogen zusätzliche Bewohnerinnen und Bewohner an.
Die amtliche kantonale Statistik weist für den 30. Juni 2026 eine ständige Wohnbevölkerung von 1’291 aus. Auf ihrer eigenen Zahlenseite nennt die Gemeinde für den 25. August 2026 1’300 Einwohnerinnen und Einwohner. Die beiden Angaben haben unterschiedliche Stichtage; der Steckbrief verwendet die kantonale Reihe. Der Gemeinderat beschreibt im örtlichen Leitbild ein moderates weiteres Wachstum.
Die Gemeinde führt neben Landwirtschaft auch Gewerbebetriebe auf. Wer sich für den Alltag vor Ort interessiert, findet auf der Gemeindewebsite die amtlichen Mitteilungen, Informationen zur Gemeindeverwaltung und die kommunalen Unterlagen. Die örtliche Entwicklung lässt sich so ebenso über Schule, Bauen und Gemeindeentscheide verfolgen wie über Bevölkerungszahlen.
Ein Flugplatz als besonderer Nachbar
Der Flugplatz ist eine auffällige Besonderheit dieser kleinen Landgemeinde. Die Flugschule Eichenberger bietet Ausbildung und Angebote mit Flugzeugen und Helikoptern an. Dazu gehören auch Schnupperflüge. Termine, Voraussetzungen und Durchführung werden direkt mit dem Betreiber vereinbart; ein Flug ist kein Angebot, das sich ohne Buchung als Teil eines Dorfbesuchs einplanen lässt.
Flugbetrieb und ländliche Umgebung bestehen hier nebeneinander. Für Besucherinnen und Besucher bedeutet das auch, sich an die Regeln des Flugplatzes zu halten. Start- und Landebereiche sowie andere Betriebsflächen sind keine Aussichtspunkte oder Abkürzungen. Die folgenden Aufnahmen zeigen den Ort zu verschiedenen Zeiten und dokumentieren die lange Präsenz der Luftfahrt in Buttwil.


Schule zwischen Buttwil, Geltwil und Muri
Die Schule Buttwil führt Kindergarten und Primarschule. Sie nimmt auch Kinder aus Geltwil und aus dem Boswiler Weiler Weissenbach auf. Das Schulhaus an der Dorfstrasse 8A ist damit ein gemeinsamer Bildungsort für mehrere kleine Siedlungen am Lindenberg.
Die Oberstufe besuchen die Buttwiler Schülerinnen und Schüler im Oberstufenzentrum Muri, das Real-, Sekundar- und Bezirksschule umfasst. Für Familien gehören damit sowohl der Schulalltag im Dorf als auch die spätere Verbindung nach Muri zur Wohnortentscheidung. Fragen zu Anmeldung, Schulweg und ergänzenden Angeboten werden am besten direkt mit der Schule geklärt.
Orientierung und Anreise
Buttwil lässt sich im regionalen Zusammenhang gut über Muri einordnen. Bei der Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln sollten die Verbindung zum Dorf und die Rückfahrt im aktuellen SBB-Fahrplan geprüft werden. Die Höhenlage ist auch bei einer Anfahrt mit dem Velo zu berücksichtigen.
Die Karte zeigt die Gemeinde im Verhältnis zu Muri und dem Lindenberg. Für einen Besuch können Dorf, offene Kulturlandschaft und ein vorab gebuchtes Flugangebot unterschiedliche Schwerpunkte bilden. Wer vor allem einen Spaziergang plant, braucht dafür keine Flugplatzaktivität.
Quellen und Orientierung
Weitere Ortsartikel finden sich in der Aargau-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
Redaktionell geprüft am 1. Oktober 2026. Bevölkerungsstand: 30. Juni 2026, kantonale ständige Wohnbevölkerung. Die Aufnahmejahre der Fotos stehen jeweils beim Bild.