Corminboeuf
Corminboeuf: Saint-Georges, frühmittelalterliche Funde, Chésopelloz und Nonan, die Gärten von Bois Murat sowie Drachenwege an der Sonnaz.
Aktualisiert am

In diesem Artikel
Corminboeuf verbindet alte Kapellen und Landsitze mit einem lebendigen Wohnort am Rand von Freiburg. Im Dorfkern steht die Kapelle Saint-Georges. Westlich davon öffnet sich die Landschaft zum früher selbstständigen Chésopelloz, während Nonan und Le Bugnon im Süden an die Geschichte der Freiburger Landgüter erinnern. Spazierwege führen durch Wälder und an die Sonnaz.
Die französischsprachige Gemeinde gehört zum Bezirk Sarine / Saane im Kanton Freiburg. Seit dem 1. Januar 2017 umfasst sie auch Chésopelloz. Die Nähe zur Stadt prägt Wohnen, Schule und Verkehr; Landwirtschaft und bewaldete Flächen bleiben ausserhalb des Dorfkerns deutlich sichtbar.
Corminboeuf auf einen Blick
| Kanton und Bezirk | Freiburg (FR), Sarine / Saane |
|---|---|
| BFS-Nr. | 2183 |
| Bevölkerung | 3’120 am 31. Dezember 2025; zivilrechtliche Bevölkerung gemäss kantonaler Statistik |
| Sprache | Französisch |
| Frühere Gemeinden | Nonan, eingemeindet 1831; Chésopelloz, fusioniert 2017 |
| Gemeindeverwaltung | Route du Centre 25, 1720 Corminboeuf |
| Orte zum Entdecken | Saint-Georges, Chésopelloz mit Saint-Udalric, Nonan, Bois Murat, Wald Verdilloud und Sonnaz |
| Offizielle Website | Commune de Corminboeuf |
Die Einwohnerzahl gilt für die gesamte heutige politische Gemeinde.
Karte von Corminboeuf
Der Marker zeigt die Kapelle Saint-Georges im alten Dorfkern.
© OpenStreetMap-Mitwirkende · Grössere Karte öffnen
Saint-Georges und der alte Dorfkern
Corminboeuf erscheint 1142 als Cormenbo in den Quellen. Im 15. und 16. Jahrhundert war auch die Bezeichnung Sankt Görg gebräuchlich. Sie verweist auf den Patron der Kapelle Saint-Georges, die 1354 urkundlich erwähnt wird und einen älteren mittelalterlichen Baukern besitzt.
Im Inneren treffen verschiedene Kunstepochen zusammen: Wandmalereien zeigen die Heiligen Georg und Onuphrius, hinzu kommen eine mittelalterliche Madonna mit Kind, eine gotische Decke und ein barocker Altar. Die Kapelle an der Impasse de la Chapelle 2 ist im Kulturgüterschutzinventar des Bundes als Objekt von nationaler Bedeutung eingetragen. Wer den Innenraum sehen möchte, erkundigt sich bei der Gemeinde nach dem Zugang.
Zur historischen Bebauung gehören auch der Landsitz und die Wirtschaftsgebäude der Familie de Schaller an der Route du Centre. In Le Bugnon stehen das Manoir de Weck und die Kapelle Saint-Ignace-de-Loyola. Diese Gebäude lassen erkennen, wie eng Herrschaftssitze, Höfe und religiöse Bauten in der Landschaft miteinander verbunden waren.
Ein Dorf unter dem Dorf
Die Geschichte reicht weit vor die schriftliche Ersterwähnung zurück. Nach ersten Entdeckungen bei Leitungsarbeiten 2021 untersuchte der kantonale archäologische Dienst 2022 das Gelände an der Route du Centre 22–26. Auf mehr als 2’500 Quadratmetern wurden rund 700 Befunde aus mehreren Siedlungsphasen des 5. bis 10. Jahrhunderts dokumentiert: Grubenhäuser, Pfostenlöcher, Feuerstellen, Vorratsgruben und Spuren der Metallverarbeitung.
Besonders auffällig war ein etwa zwölf mal achtzehn Meter grosses Gebäude mit Trockenmauern. Seine Funktion ist noch nicht abschliessend geklärt. Eine Greifenfibel und Gefässe aus Speckstein geben Einblick in Handwerk und überregionale Verbindungen. Die Gemeindeseite zur Archäologie verlinkt den bebilderten Grabungsbericht. Die Funde stammen aus Rettungsgrabungen im bebauten Dorf; sie sind kein öffentlich zugänglicher archäologischer Park.
Chésopelloz: Kapelle, Höfe und Sonnaz
Chésopelloz wurde 1229 als Chissapenlo erwähnt. 1317 überliess Nicolas d’Estavayer das Dorf der Abtei Hauterive im Tausch gegen Besitz in Cugy. Der Ort gehörte kirchlich zur Pfarrei Belfaux. Die Kapelle Saint-Udalric, dem heiligen Ulrich geweiht, stammt von 1683.

Die einstige Gemeinde bestand aus mehreren kleinen Siedlungsteilen. Höfe, Wiesen und Felder prägen das Ortsbild weiterhin; der Busfahrplan unterscheidet die Haltestellen Village, Le Haut und Champ-Montant. Seit der Fusion von 2017 ist Chésopelloz Teil von Corminboeuf. Die Kinder besuchen die gemeinsame Schule im Hauptort.

Nonan, Le Bugnon und Bois Murat
Nonan wurde bereits 1831 eingemeindet. Auf seinem Gebiet ist eine römische Villa nachgewiesen, deren Anlage 1989 aus der Luft erfasst wurde; die Fundstelle war seit dem 19. Jahrhundert bekannt. Später entstanden hier herrschaftliche Landgüter. Das heutige Kulturgüterschutzinventar führt unter anderem das Manoir de Bourgknecht an der Route de Nonan 1 und Gebäude des Hofs Blancpain auf.
Im Bereich Bois Murat wurde 1909 ein reich ausgestattetes eisenzeitliches Grab entdeckt, das in die Zeit um 550–520 vor Christus datiert wird. Die später errichtete Villa Bois Murat entstand 1909–1910. Den Garten gestaltete der französische Landschaftsarchitekt Achille Duchêne 1910–1912: Regelmässige Achsen, Wasserflächen und Rasenparterres verbinden sich mit einer landschaftlichen Parkanlage und dem umgebenden Wald.

Villa und Park gehören zu den national bedeutenden Kulturgütern Corminboeufs. Das Anwesen ist in Privatbesitz. Die kantonale Denkmalpflege stellte die Gärten an den Denkmaltagen 2026 vor; die Villa war dabei von der Besichtigung ausgeschlossen. Für einen Besuch des Geländes braucht es einen ausdrücklich angekündigten Öffnungstermin.
Dem blauen Drachen folgen
Die Gemeinde stellt ihre Spazierwege unter das Zeichen eines Drachen. Die Route «Dragon bleu – au fil de l’eau» führt zu den Windungen der Sonnaz und an den Rand von Chésopelloz. Eine Bank mit Blick über die Gemeinde lädt zur Pause ein. Es gibt eine kürzere Variante; für die konkrete Wegführung dient die auf der Gemeindeseite verlinkte interaktive Karte.
Für Bewegung im Wald steht seit 1990 ein Vitaparcours im Bois de Verdilloud zur Verfügung. Die Gemeinde unterhält ihn. Als redaktioneller Rundgangsvorschlag eignet sich zunächst der Dorfkern mit Saint-Georges und den Gebäuden an der Route du Centre; eine separate Runde kann anschliessend nach Chésopelloz und zur Sonnaz führen.
Schule, Betreuung und Ortsleben
Die Schule Corminboeuf an der Route du Centre 25 betreut die Stufen 1H bis 8H aus Corminboeuf und Chésopelloz. Danach führt der reguläre Schulweg zum Cycle d’orientation du Belluard in Freiburg. Das Accueil extrascolaire steht ebenfalls den Kindern von 1H bis 8H offen und bietet Betreuung während eines Teils der Ferien.
Ein lokales Detail verbindet diese Betreuung mit der Landschaft: Auf den Gemeindeflächen in Montaubert und beim Sportareal wachsen alte Obstsorten. Früchte und Saft der Ernte kommen den Kindern im AES zugute. Corminboeuf ist zugleich Teil des zusammenhängenden Wohn- und Arbeitsraums mit dem benachbarten Givisiez.
Anreise und Orientierung
Im TPF-Fahrplan 2026 verbindet die Linie 8 Corminboeuf, ancienne poste über Givisiez mit Marly. Die Linie 9 bedient Corminboeuf, Jo-Siffert und fährt über Pérolles Richtung Villars-sur-Glâne, Petit-Moncor; einzelne Fahrten haben andere Endpunkte. Die Regionalbuslinie 542 verbindet Chésopelloz über Corminboeuf und Belfaux mit La Corbaz. Sie verkehrt gemäss Jahresfahrplan montags bis freitags, ausgenommen die aufgeführten Feiertage. Abfahrten und Anschlüsse lassen sich in der TPF-Verbindungssuche prüfen.
Quellen und Stand
Geprüft am 1. Oktober 2026. Bevölkerung: kantonale zivilrechtliche Bevölkerung vom 31. Dezember 2025, veröffentlicht am 26. August 2026. Die historischen Bilddaten stehen in den Bildlegenden.