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Corsier

Corsier im Kanton Genf: Dorf, Seeufer und UNESCO-Pfahlbaufundstelle Corsier-Port. Mit Foto, Karte, Geschichte und Gemeindedaten.

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Kirche Saint-Jean-Baptiste in Corsier
Kirche Saint-Jean-Baptiste in Corsier. Aufnahme 2007. Roland Zumbühl, www.picswiss.ch · CC BY-SA 3.0.

Corsier liegt am linken Ufer des Genfersees zwischen Collonge-Bellerive und Anières. Die Genfer Gemeinde umfasst das höher gelegene Dorf, Corsier-Port am Wasser und den Bereich Bellebouche. Weinberge und Felder reichen bis nahe an die Wohngebiete. Mit seinem historischen Kirchplatz, dem archäologisch bedeutenden Seegrund und der Schiffsverbindung nach Bellevue vereint der Ort dörfliches Leben und eine unmittelbare Beziehung zum See.

Corsier auf einen Blick

KantonGenf (GE)
SpracheFranzösisch
GemeindetypPolitische Gemeinde
BFS-Nummer6619
Wohnbevölkerung2’289 (30. Juni 2026; kantonale Statistik)
Fläche ohne See2,74 km²
WebsiteCorsier

Zwei Perspektiven auf denselben Ort

Im Dorf bestimmen die Kirche Saint-Jean-Baptiste, Wohnhäuser und kleine Einrichtungen des täglichen Lebens das Bild. Unten am Wasser liegen der Anleger und die Anlagen von Corsier-Port. Zwischen beiden Bereichen verändert sich der Blick: Vom Hang öffnet sich die Aussicht über den Petit Lac zum gegenüberliegenden Ufer, während am Hafen Boote und Uferbetrieb im Vordergrund stehen.

Landwirtschaftliche Flächen bilden einen wichtigen Teil des Gemeindegebiets. Neben dem Weinbau gehören offene Felder zur Landschaft um Bellebouche und die Verbindungen in Richtung der Nachbardörfer. Dadurch bleiben die einzelnen Siedlungsteile erkennbar. Wer Corsier kennenlernen möchte, kann den Dorfkern und den Hafen als zwei getrennte Ausgangspunkte wählen und die Wege dazwischen in einen Spaziergang einbeziehen.

Grössere Karte öffnen · © OpenStreetMap-Mitwirkende

Ein Welterbe unter Wasser

Die Fundstelle Corsier-Port gehört zum UNESCO-Welterbe der prähistorischen Pfahlbauten um die Alpen. Bekannt ist sie seit 1858. Ihre besondere Bedeutung liegt darin, dass hier Überreste von Ufersiedlungen aus verschiedenen vorgeschichtlichen Epochen erhalten sind. Die archäologische Geschichte des Ortes reicht damit deutlich weiter zurück als seine schriftliche Erwähnung als Corsiacum im Jahr 1297.

Der Fundplatz ist eine archäologische Zone im See und kein Freilichtmuseum mit rekonstruierten Häusern. Bei einem Aufenthalt am Anleger lohnt sich dennoch der Gedanke an diese frühere Nutzung des Ufers. Die heutige Landschaft verdeckt einen Teil ihrer Geschichte unter der Wasseroberfläche. Über die Einordnung informieren die historischen und archäologischen Quellen; für den unmittelbaren Besuch stehen die öffentlichen Uferanlagen im Vordergrund.

Kirche und die Trennung von Anières

Die Kirche Saint-Jean-Baptiste steht auf einem Standort mit römischen Spuren und besitzt Bauteile aus dem Mittelalter. Ihr heutiges Erscheinungsbild geht auf mehrere Bau- und Restaurierungsphasen zurück. Innen gehören ein historischer Taufstein, Wandmalereien und Glasfenster zu den bemerkenswerten Ausstattungsstücken. Als Gotteshaus ist sie Teil des aktiven Dorflebens; eine Innenbesichtigung richtet sich nach dem jeweiligen Zugang.

Corsier und Anières kamen 1816 gemeinsam zum Kanton Genf und bildeten zunächst eine einzige Gemeinde. Finanzielle Konflikte zwischen den Dörfern führten 1858 zur Trennung. Diese gemeinsame Vergangenheit lässt sich noch an den verwandten Gemeindewappen ablesen. Später verbesserten die Verkehrsverbindungen nach Genf die Erreichbarkeit; ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wuchs Corsier als Wohnort deutlich.

Kürbisfest, Ausstellungen und Vereine

Die Fête de la Courge gehört zu den charakteristischen Anlässen von Corsier. Im Herbst verbindet sie landwirtschaftliche Erzeugnisse, lokale Stände und gemeinsames Essen. Der Kürbis steht dabei als Produkt aus dem örtlichen Anbau im Mittelpunkt. Der genaue Termin wird im Veranstaltungskalender bekannt gegeben. Der Anlass bietet einen konkreten Einblick in die Verbindung zwischen Landwirtschaft und Dorfleben.

Für kleinere Ausstellungen steht die Salle du Clin d’œil am Chemin Neuf zur Verfügung. Ergänzend prägen Vereine wie die Freunde des Brotbackofens, die Pétanque-Gemeinschaft und der Club nautique das öffentliche Leben. Das Spektrum reicht damit von Kunst und gemeinsamem Backen bis zu Sport an Land und auf dem Wasser. Die jeweiligen Angebote und Teilnahmebedingungen veröffentlichen Gemeinde und Vereine.

Familienalltag zwischen Schule und See

Die Schule im Dorf und die ergänzende Betreuung bilden wichtige Anlaufstellen für Familien. Für das Schulrestaurant besteht ein kommunales Reglement, das den Zusammenhang mit dem GIAP-Angebot regelt. Informationen zu früher Kindheit, Schule und ausserschulischem Alltag sind über die Gemeindeverwaltung erhältlich. Die Wege zum Schulstandort sind je nach Wohnlage in Corsier-Village oder am See unterschiedlich.

Der örtliche Segelclub bietet Kurse für Erwachsene und jüngere Teilnehmende an. Für Freizeit an Land kommen die Vereinsangebote und Spazierwege hinzu. Als eigene Ausflugsidee lässt sich ein Rundgang im Dorf mit einem Aufenthalt am Anleger verbinden. Wer weiterwandern möchte, findet in der Gemeindedarstellung Hinweise auf Verbindungen Richtung Hermance; für die genaue Streckenwahl helfen die örtliche Karte und die Wegweisung.

Mit Bus und Schiff über die Gemeinde hinaus

Die CGN-Linie N4 verbindet Corsier mit Bellevue auf der gegenüberliegenden Seeseite. Die Überfahrt dauert laut Betreiber rund 15 Minuten. In Bellevue bestehen Anschlüsse an Busse und an den Bahnhof Genthod-Bellevue. Damit erhält der Anleger neben seiner Funktion für Ausflüge auch eine Bedeutung für alltägliche Wege quer über den See.

Auf der Corsier-Seite bedient die Buslinie E die Haltestelle Corsier-Port; zwischen Haltestelle und Anleger liegt noch ein Fussweg. Für das höher gelegene Dorf ist eine andere Verbindung möglicherweise günstiger. Da der Schiffsfahrplan nach Saison und Wochentag variiert, empfiehlt sich die gemeinsame Planung von Hin- und Rückweg. Die Mairie stellt zudem praktische Informationen zu Mobilität, Gemeindediensten und lokalen Veranstaltungen bereit.

Quellen und weiterführende Informationen

Quellen geprüft am 7. Oktober 2026. Die kantonale Wohnbevölkerung umfasst Personen mit Haupt- oder Nebenwohnsitz im Kanton; sie entspricht nicht der engeren BFS-Definition der ständigen Wohnbevölkerung.