Courgevaux
Courgevaux, deutsch Gurwolf: Dorf bei Murten, Herrenhäuser, Landwirtschaft und Industriegeschichte, Schule und heutige Busverbindungen.
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Courgevaux liegt südlich von Murten an der alten Verbindung nach Freiburg. Hinter dem französischen Ortsnamen steht das deutsche Gurwolf. Herrenhäuser, ältere Dorfgebäude und landwirtschaftliche Flächen erzählen von einer Gemeinde, die längst auch zum Wohnraum der Region Murten gehört.
Das zweisprachige Dorf ist eine selbstständige Gemeinde im Seebezirk / District du Lac des Kantons Freiburg. Seine eigene Geschichte verbindet es mit Murten und der Pfarrei Meyriez.
Courgevaux auf einen Blick
| Kanton und Bezirk | Freiburg (FR), See / Lac |
|---|---|
| BFS-Nr. | 2250 |
| Bevölkerung | 1’431 am 31. Dezember 2025; zivilrechtliche Bevölkerung gemäss kantonaler Statistik |
| Sprache | Deutsch und Französisch |
| Erstnennung | 1055 als Corgivul |
| Verwaltung | Route Principale 52, 1796 Courgevaux |
| Website | Offizielle Gemeindewebsite |
Ein Dorf etwas abseits des Seeufers
Courgevaux liegt landeinwärts vom Murtensee, auf ungefähr 532 Metern. Die alte Strasse Freiburg–Murten führt durch den Ort. Das Titelbild von 2012 zeigt den Übergang zwischen Wiesen, Dorfgebäuden und der Strasse; die Nähe zur Murtner Agglomeration hebt die ländlichen Räume nicht vollständig auf.
Gurwolf ist der gebräuchliche deutsche Name derselben Gemeinde. Die Gemeindewebsite ist in beiden Sprachen verfügbar. Die unmittelbare Nachbarschaft zum deutsch- und französischsprachigen Raum gehört damit auch zum Verwaltungs- und Schulalltag.

Die Familie Diesbach und zwei Herrensitze
Das HLS nennt einen Herrensitz der Familie Diesbach von 1684 und das kleinere Châtelet des Herrenschwand-Guts von 1688. Die Gemeindegeschichte verfolgt daneben ältere Bauphasen und die Erweiterung des Schlosses 1794–1798.
Für diese Arbeiten wurden Steine einer älteren Befestigung bei Le Châtelard verwendet. Die Herrenhäuser zeigen damit sowohl die mittelalterliche Herrschaftsgeschichte als auch die Wohnformen späterer wohlhabender Familien. Die Gemeinde verlinkt auf ihrer Startseite Beiträge zu den barocken Malereien des Schlosses und zur Ziegelei.
Die Gebäude sind nicht als allgemein zugängliches Museum ausgewiesen. Ein Ortsrundgang kann ihre Lage und äussere Wirkung einbeziehen; Innenbesuche sind an ein ausdrücklich angekündigtes Angebot zu knüpfen.
Corgivul, Brände und die gemeinsame Vogtei
Courgevaux ist 1055 als Corgivul belegt. Bronzezeitliche Siedlungsspuren und ein römischer Ziegelofen verweisen auf eine ältere Nutzung. Im Mittelalter war der Ort mit der Herrschaft Murten verbunden, später mit der von Bern und Freiburg gemeinsam verwalteten Vogtei.
Die Dorfgeschichte enthält schwere Brände, darunter 1448 und 1726. Nach dem Ende der alten Herrschaftsordnung blieb Courgevaux beim Kanton Freiburg und gehört seit 1848 zum Seebezirk. Kirchlich gehört es zur Pfarrei Meyriez, die 1530 die Reformation annahm.
Weinbau bestand bis ins 19. Jahrhundert, Tabakbau seit dem 17. Jahrhundert. Landwirtschaft und Viehhaltung wurden später durch Industrie ergänzt. Rastawerk, 1945 gegründet, produzierte Schleifmittel; die Produktion in Courgevaux endete 2003. Diese Industriegeschichte ist von heutigen Betriebsangaben zu unterscheiden.

Schule im Dorf und Betreuung in der Region
Courgevaux gehört zum Primarschulkreis der Region Murten. Die französischsprachige Schulseite nennt im Gebäude an der Place de l’Ecole 7 die Klassen 7H und 8H. Das Gebäude im Dorf ist somit Teil eines grösseren Schulverbunds.
Für familienergänzende Betreuung gewährt die Gemeinde gemäss ihren Richtlinien Beiträge an Angebote von Schildli / Trésor, HEPROlino und Schnäggehuus in Murten sowie Konfetti in Muntelier. Die Finanzierung durch die Gemeinde und ein tatsächlich verfügbarer Platz sind zwei unterschiedliche Fragen.
Die Kinder- und Jugendfachstelle Portail Jeunes arbeitet für mehrere Gemeinden der Region Murten–Vully. Veranstaltungen und örtliche Vereinsangebote stehen auf der Gemeindewebsite; für touristische Ziele verweist Courgevaux auf die Region Murtensee.
Bahnhalt und die Linie 546
Die Verkehrsseite der Gemeinde beschreibt den Zugang zur Bahnlinie Freiburg–Murten–Ins. Der Bahnhalt wird unter Münchenwiler-Courgevaux geführt. Die TPF-Linie 546 Murten–Courlevon–Courtepin hält auch bei Courgevaux, village.
Für Abfahrten sind die aktuellen Angaben von TPF massgebend. Die Verwaltung liegt an der Route Principale 52 / Hauptstrasse 52. Redaktioneller Ausflugsvorschlag: Den Dorfbereich und die äusseren Ansichten der Herrensitze erkunden und den See beziehungsweise die Altstadt von Murten als zusätzliches Ziel einplanen.
Die Karte markiert die Gemeindeverwaltung an der Route Principale 52, 1796 Courgevaux.
Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen.
Quellen und Datenstand
Recherche: 2. Oktober 2026. Bevölkerung: zivilrechtlicher Bestand am 31. Dezember 2025, kantonale Publikation vom 26. August 2026. Schul-, Besuchs- und Verkehrsangaben bei den zuständigen Stellen geprüft.