Courtepin
Courtepin mit Courtaman, Barberêche, Pensier, Villarepos und Wallenried: Industriegeschichte, Schiffenensee, Schulen, Bibliothek und Hallenbad.
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Am Bahnhof Courtepin liegen Industrie und Dorf dicht beieinander. Die Bahn brachte dem älteren Bauerndorf einen neuen Siedlungsschwerpunkt; die Lebensmittelproduktion machte den Ort später zu einem bedeutenden Arbeitsplatzstandort. Zur heutigen Gemeinde gehören zugleich Dörfer mit Schlössern, Kirchen und einer ganz anderen Landschaft am Schiffenensee.
Courtepin ist eine zweisprachige Gemeinde im Seebezirk / District du Lac des Kantons Freiburg. Seit 2017 umfasst sie Courtepin, Courtaman, Barberêche, Pensier, Villarepos und Wallenried. Der Gemeindeartikel verbindet diese Orte, ohne ihre unterschiedlichen Geschichten einzuebnen.
Courtepin auf einen Blick
| Kanton und Bezirk | Freiburg (FR), See / Lac |
|---|---|
| BFS-Nr. | 2254 |
| Bevölkerung | 5’847 am 31. Dezember 2025; zivilrechtliche Bevölkerung gemäss kantonaler Statistik |
| Sprache | Französisch und Deutsch |
| Erstnennung | 1259 als Courtipin und Curtepy |
| Verwaltung | Route de Fribourg 42, 1784 Courtepin |
| Website | Offizielle Gemeindewebsite |
Vieux Quartier und Quartier Neuf
Der alte Dorfbereich, das Vieux Quartier, entstand im bäuerlichen Umfeld. Mit der Eisenbahnlinie Freiburg–Murten von 1898 entwickelte sich beim Bahnhof das Quartier Neuf. Das HLS nennt die Metallverarbeitung Sadem ab 1903 und Micarna ab 1960 als wichtige Etappen. Neue Arbeitsplätze und Wohnbauten veränderten den Ort weit über den älteren Dorfkern hinaus.
Die Lebensmittelproduktion bleibt sichtbar. Die aktuelle Standortübersicht von Migros Industrie führt Courtepin als Hauptsitz von Micarna und nennt hier Rohwurst, Snacking, Tiefkühlprodukte und Geflügelprodukte. Das ist ein industrieller Arbeitsort; ein öffentliches Besucherangebot lässt sich daraus nicht ableiten.
Die Gemeinde hat eine Fläche von 21,88 Quadratkilometern. Sie umfasst gewachsene Siedlungen, Landwirtschaftsflächen und Teile des Ufers am Schiffenensee. Französisch und Deutsch begegnen sich im Alltag, in den Schulen und in den Namen der früher selbstständigen Gemeinden.
Wie sechs Dörfer eine Gemeinde wurden
Courtaman kam 2003 zu Courtepin. Am 1. Januar 2017 vereinigten sich dann Barberêche, Courtepin, Villarepos und Wallenried. Pensier war bereits Teil von Barberêche. Die Gemeindeübersicht erklärt deshalb das heutige Gebiet über sechs Dörfer, während die Fusionsurkunde vier politische Gemeinden betrifft.
Courtepin erscheint 1259 als Courtipin und Curtepy. Der Beleg bezeichnet keine Dorfgründung. Im Spätmittelalter wechselten Rechte von den Grafen von Thierstein zu Freiburger Institutionen und Familien; 1442 kam der Ort unter Freiburg. Die Kirche Notre-Dame du Rosaire wurde 1949–1951 erbaut. Erst 1975 entstand die eigene katholische Pfarrei; zuvor gehörte Courtepin kirchlich zu Barberêche.
Courtaman ist 1309 als Cortemant belegt. Römische Funde, darunter eine 1873 entdeckte Venusfigur, weisen auf ältere Besiedlung. Das HLS beschreibt das lange landwirtschaftlich geprägte Dorf und seine spätere Entwicklung im Umfeld des benachbarten Industriestandorts. Die frühere Marienkapelle wurde 1963 abgebrochen und ist kein erhaltenes Besichtigungsziel.
Barberêche und Pensier am Schiffenensee
Barberêche, deutsch Bärfischen, erscheint 1154 als Barbereschi. Das Schloss stammt im Kern aus dem frühen 16. Jahrhundert und wurde im 19. Jahrhundert umgebaut. Türme, Galerie und die Lage über dem See machen es zu einem markanten Teil des Landschaftsbilds. Die historische Aufnahme zeigt das Gebäude von aussen; frei zugängliche Innenräume werden hier nicht als Besuchsangebot vorausgesetzt.

Die Kirche Saint-Maurice geht auf das 11. oder 12. Jahrhundert zurück und wurde 1785–1786 erweitert. Zur früheren Gemeinde gehörten neben Barberêche und Pensier kleinere Siedlungen wie Villaret, Les Breilles und Grimoine sowie Grand-Vivy und Petit-Vivy. Dieses weitläufigere Siedlungsgefüge erklärt, weshalb das heutige Courtepin über den Bahnhofsort hinausreicht.
Pensier erhielt 1898 einen Bahnhof. Die Bahnverbindung und die spätere Aufstauung der Saane veränderten die Lage des Dorfs. Der Schiffenensee entstand 1962–1963; zuvor war hier ein Flusstal. Am See lässt sich daher eine jüngere Landschaftsgeschichte ablesen, die sich von der mittelalterlichen Geschichte der Dörfer unterscheidet.
Villarepos: alte Pfarrei, moderne Kirche
Villarepos, deutsch Ruppertswil, ist 1332 als Villarepot belegt. Es gehörte zum Herrschaftsraum von Avenches und kam Anfang des 16. Jahrhunderts in Freiburger Hände. Plan und das 1983 eingemeindete Chandossel gehören zur örtlichen Geschichte.
Während das benachbarte Donatyre 1536 reformiert wurde, blieb Villarepos katholisch. Eine ältere Kirche Saint-Étienne entstand 1572; die eigene Pfarrei folgte 1579–1584. Die heutige Kirche wurde 1971 gebaut. Das alte Gotteshaus wurde 1984 trotz Protesten abgebrochen. Der moderne Bau auf dem Bild steht somit für einen deutlichen Wandel des Dorfbilds und ist nicht die Kirche des 16. Jahrhunderts.

Wallenried und sein Herrenhaus
Das französisch Esserts genannte Wallenried erscheint 1318 als Esser. Ein Herrenhaus ist 1663 erwähnt; 1729 kam es an die Familie de Castella. Das HLS verbindet die neuere Ortsgeschichte mit einem landwirtschaftlichen Musterbetrieb und einer frühen Molkerei um 1825.
Die 1764 erbaute Schlosskapelle wurde zur Kirche Mariä Himmelfahrt; seit 1940 besteht eine eigene Pfarrei. Wallenried blieb ein vergleichsweise kleines Dorf, dessen ältere Bauerngebäude einen anderen Massstab zeigen als die Industrieanlagen in Courtepin.

Zwei Sprachsektionen und mehrere Lernorte
Die Primarschule Courtepin führt französisch- und deutschsprachige Sektionen. Der Unterricht findet auf dem Schulareal in Courtepin statt. Die französischsprachige Broschüre 2026/27 verzeichnet ausserdem gestalterischen Unterricht in Barberêche und Schwimmunterricht im Zentrum PROF-IN. Damit bleiben andere Ortsteile in den Schulalltag eingebunden.
Der Schulbus dient unter anderem Kindern aus Villarepos, Pensier und Barberêche sowie bestimmten Quartieren von Wallenried und Courtepin. Die Broschüre unterscheidet dabei nach Wohnort und sicheren Schulwegen. Die konkreten Zuweisungen und Fahrten sollten Familien den aktuellen Schulunterlagen entnehmen.
Die Schulunterlagen nennen Carré de Sable für Krippe und ausserschulische Betreuung; die AES ist im Pavillon E eingezeichnet. Für Tagesfamilien im Seebezirk wird KibeLac aufgeführt. Die Gemeinde erläutert auf ihrer Betreuungsseite die kommunalen Beiträge und die seit Januar 2026 geltenden Tarife. Ein Beitrag hängt von den jeweiligen Voraussetzungen ab und ersetzt keine Anmeldung beim Anbieter.
Die Schulbibliothek im Untergeschoss von Pavillon E, Route de l'École 15a, öffnet gemäss Broschüre 2026/27 auch für die Öffentlichkeit: donnerstags von 17 bis 19 Uhr, ausserhalb der Schulferien. Sie ist damit ein kleiner öffentlicher Treffpunkt auf dem Schulareal.
Festisport, Hallenbad und Biberaweg
Festisport bietet Raum für Sport und Veranstaltungen. Belegung und Sonderöffnungen veröffentlicht die Gemeinde auf ihrer Saal-Seite. Für den 8.–11. Oktober 2026 ist eine ausserordentliche Schliessung angekündigt; vor einem konkreten Besuch zählt der aktuelle Kalender.
Das Hallenbad Courtepin trennt öffentliche Zeiten von Schule und Vermietung. Am recherchierten Datenstand gibt es öffentliche Zeiten am Mittwoch und Sonntag; der späte Mittwochabend ist Erwachsenen und Schwimmenden vorbehalten. Ein jederzeit offenes Freizeitbad ist es damit nicht.
Der von der Tourismusorganisation beschriebene Biberpfad zwischen Courtepin und Cressier folgt der Bibera und informiert über Biber und Gewässerrevitalisierung. Die veröffentlichte Strecke ist ungefähr fünf Kilometer lang; der Anbieter rechnet mit eineinhalb Stunden. Beide Endpunkte besitzen einen Bahnhof. Wegweiser und Informationstafeln geben unterwegs die Orientierung.
Bahnknoten und Verbindungen in die Dörfer
Die Bahn verbindet Courtepin mit Freiburg und Murten. Der Biberpfad-Anbieter nennt dafür die Linien S20 und S21. Die TPF-Linie 545 führt im gültigen Fahrplan 2026 von Freiburg über Misery, Courtion, Cormérod und Cournillens zum Bahnhof Courtepin. Die Linie 546 stellt die Verbindung nach Murten und Courgevaux her.
Redaktioneller Ausflugsvorschlag: Vom Bahnhof der Bibera Richtung Cressier folgen oder einen der historischen Dorfkerne gezielt besuchen. Barberêche, Villarepos und Wallenried liegen auseinander; für einen Besuch mehrerer Orte sind die tatsächlichen Anschlüsse und Wege separat zu planen.
Die Karte markiert die Gemeindeverwaltung an der Route de Fribourg 42, 1784 Courtepin.
Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen.
Quellen und Datenstand
Recherche: 2. Oktober 2026. Bevölkerung: zivilrechtlicher Bestand am 31. Dezember 2025, kantonale Publikation vom 26. August 2026. Schul-, Besuchs- und Verkehrsangaben bei den zuständigen Stellen geprüft.
- Gemeinde Courtepin
- Kanton Freiburg: zivilrechtliche Bevölkerung
- Historisches Lexikon: hls0
- Historisches Lexikon: hls1
- Historisches Lexikon: hlsBarbereche
- Historisches Lexikon: hlsVillarepos
- Historisches Lexikon: hlsWallenried
- Schulbroschüre Courtepin 2026/27
- TPF 545: Fahrplan 2026
- TPF 546: Murten–Courgevaux–Courtepin
- Murten Tourismus: Biberpfad