Dottikon
Dottikon an der Bünz: Tieffurtmühle, Fabrikantenvillen, Industriegeschichte und Schulen am Maiengrün im unteren Freiamt.
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Dottikon verbindet die Bünzebene mit einer ausgeprägten Industriegeschichte. Zwischen Wohlen und Lenzburg stehen alte Fabrikantenvillen, die Pfarrkirche und heutige Produktionsanlagen in einem Dorf, dessen Entwicklung eng mit der Eisenbahn verknüpft ist. Die Bünz durchzieht den Ort; die Schule am Maiengrün verbindet ihn mit den Nachbargemeinden.
Dottikon auf einen Blick
| Kanton / Bezirk | Aargau / Bremgarten |
|---|---|
| Bevölkerung | 4’246 am 30. Juni 2026 Ständige Wohnbevölkerung gemäss kantonaler Bevölkerungsstatistik |
| Gemeindefläche | 3,89 km² |
| Höhenlage Dorf | 410 m ü. M. |
| Postleitzahl | 5605 |
| Offizielle Website | dottikon.ch |
| BFS-Nr. | 4065 |
An der Bünz und am Rand des Freiamts
Dottikon gehört zum Bezirk Bremgarten. Die Gemeinde liegt im unteren Freiamt, dort, wo die Bünzebene in Richtung Lenzburg weiterführt. Der Fluss und die Strassen bestimmen die Orientierung im Dorf; im Hintergrund steigen bewaldete Höhen an. Von den 389 Hektaren Gemeindefläche sind nach der kommunalen Übersicht 80 Hektaren Wald.
Bei der Anreise lohnt sich ein genauer Blick auf die Karte: Der Bahnhof Dottikon-Dintikon liegt auf Gemeindegebiet von Villmergen. Auch das Ballygebiet und der Weiler Hembrunn liegen in diesem Villmerger Gebietsstreifen zwischen Dottikon und Dintikon. Eine Dottiker Postadresse bezeichnet deshalb nicht automatisch Dottiker Gemeindegebiet.

Klosterbesitz, Gerichtshof und eine eigene Pfarrei
Die Gemeinde nennt «Tottinchon» in einem Güterverzeichnis des Klosters Muri um 1160 und in einem päpstlichen Schutzbrief von 1179. Diese schriftlichen Spuren reichen ins Mittelalter zurück. Für die örtliche Entwicklung waren die Klöster Muri und Königsfelden wichtig: Königsfelden erwarb 1351 den Tieffurthof und damit die niedere Gerichtsbarkeit. Seit 1425 bildete Dottikon ein eigenes Amt innerhalb der Freien Ämter.
Kriege und Seuchen trafen auch dieses Dorf. Die Pestjahre 1611 bis 1613 und die Zerstörungen im ersten Villmergerkrieg 1656 gehören zu den Einschnitten seiner Geschichte. Die heutige katholische Pfarrkirche entstand 1865 anstelle einer älteren Kapelle; seit 1867 ist Dottikon eine eigene katholische Kirchgemeinde. Die reformierte Bevölkerung gehört zur Kirchgemeinde Ammerswil-Dintikon.
Villen und Tieffurtmühle erzählen vom Wandel
Die Villen «Ernst» von 1898 und «César» von 1899 erinnern an die Zeit wirtschaftlich erfolgreicher Fabrikanten. Ältere Spuren bewahren das ehemalige Vereinshaus mit seinem Riegelwerk und der Jahreszahl 1783 sowie der frühere Gasthof Sonne von 1809. Die Gebäude eignen sich als Motive eines Spaziergangs; aus ihrer historischen Bedeutung folgt kein öffentlicher Zugang zu den Innenräumen.
Am westlichen Dorfrand steht die Tieffurtmühle. Ihre Geschichte verbindet landwirtschaftliche Produktion mit den früheren Herrschaftsrechten. Die Gemeinde hebt den geschützten Wohnteil mit seiner markanten Hauptfassade hervor. Die historische Luftaufnahme zeigt den Mühlenbereich 1967 und hält eine frühere Landschaftssituation fest.

Von Stroh und Schuhen zur Chemie
Bis um 1900 war Dottikon vorwiegend ein Landwirtschaftsort. Strohindustrie, Schuhfabrikation und die 1913 gegründete Sprengstofffabrik veränderten den Arbeitsalltag. Die Bally-Filiale wurde 1987 aufgehoben. Heute beschreibt DOTTIKON ES seinen Standort als Produktionsort für Spezialchemikalien, Zwischenprodukte und pharmazeutische Wirkstoffe. Historische Firmennamen und frühere Branchen erklären den Wandel; sie stehen nicht für das heutige Angebot sämtlicher Betriebe.
Die Eisenbahn war eine wichtige Voraussetzung dieser Entwicklung. 1874 nahm die Aargauische Südbahn zwischen Aarau und Wohlen den Betrieb auf. Für heutige Verbindungen sind der Bahnhof Dottikon-Dintikon und die Busanschlüsse zum Dorf im aktuellen Fahrplan zu prüfen. Der Bahnhof und der Dorfkern sind unterschiedliche Ziele.
Schulen am Maiengrün und Betreuung
Die Schulen am Maiengrün sind ein Verband von Dottikon, Hägglingen und Hendschiken. In Dottikon liegen die Kindergärten Dorf und Nassacker sowie das Schulhaus Hübel für die ersten vier Primarschuljahre. Die fünften und sechsten Klassen führt der Verband an den Standorten Hägglingen und Hendschiken. Die Oberstufe in Dottikon umfasst Real-, Sekundar- und Bezirksschule.

Für Familien nennt die Gemeinde auf ihrer Betreuungsseite unter anderem die Einrichtungen Teddybär und Schäfer sowie Spielgruppen. Die Angebote richten sich je nach Einrichtung an unterschiedliche Altersgruppen. Gemeindebeiträge werden nach dem örtlichen Reglement beantragt; dafür stellt die Gemeinde Unterlagen und einen Tarifrechner bereit.
Dorfspaziergang und gemeinschaftlicher Alltag
Eine eigene Besuchsidee verbindet den Dorfbereich um die Kirche mit der Bünz und den historischen Gebäuden. Wer bis zur Tieffurtmühle gehen möchte, kann den Weg anhand der Karte erweitern. Das ist eine individuell geplante Besichtigung und keine publizierte Wanderroute mit festgelegter Gehzeit.
Das kommunale Vereinsverzeichnis bietet einen Einstieg in Sport, Musik und weitere Freizeitaktivitäten. Für Veranstaltungen, Einwohnerdienste und kommunale Vorhaben ist die Gemeindewebsite der gemeinsame Bezugspunkt. Dottikons Besonderheit liegt im Nebeneinander von Freiamtsgeschichte, Flusslandschaft und Industrieort.
Quellen und Orientierung
Weitere Ortsartikel finden sich in der Aargau-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
Redaktionell geprüft am 1. Oktober 2026. Bevölkerungsstand: 30. Juni 2026, kantonale ständige Wohnbevölkerung. Die Aufnahmejahre der Fotos stehen jeweils beim Bild.