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Eggiwil

Eggiwil im oberen Emmental: verstreute Höfe, dezentrale Schule, Räbloch-Schlucht und Hegenloch. Mit lizenzierten Fotos, Karte und aktuellen BFS-Zahlen.

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Dorfstrasse und grosse Bauernhäuser an der Einfahrt nach Eggiwil
Dorfeinfahrt Eggiwil von Nordwesten, 9. September 2004. Foto: Roland Zumbühl (Picswiss) · CC BY-SA 3.0. Verkleinert und komprimiert.

Eggiwil umfasst ein weitläufiges Gebiet im oberen Emmental mit Dörfern, Weilern und verstreuten Höfen. Die grossen Distanzen prägen die Schule und die Alltagswege. Räbloch, Hegenloch und zahlreiche Holzbrücken zeigen zugleich, wie Gewässer und eingeschnittene Hügel die Landschaft formen.

Eggiwil im Überblick

KantonBern (BE)
VerwaltungskreisEmmental
BFS-Nummer901
Einwohner2438 (ständige Wohnbevölkerung, 31. Dezember 2025)
Fläche60,31 km² (Gebietsstand 1. Januar 2026)
GemeindeOffizieller Gemeindeauftritt

Ein Gemeindegebiet mit vielen kleinen Siedlungen

Eggiwil liegt südlich des regionalen Zentrums Langnau. Aeschau, Horben, Siehen und weitere Weiler ergänzen den Hauptort. Höfe liegen in den Talräumen ebenso wie an Hängen und auf höheren Geländestufen.

Die Gemeinde reicht vom Emmelauf bei Aeschau bis zu hohen Hügel- und Alpgebieten. Die Streusiedlung bedeutet, dass Wohnen, landwirtschaftliche Arbeit und öffentliche Einrichtungen auf viele Standorte verteilt sind. Bauernhäuser, Wald, Wiesen und tiefe Gräben bilden den örtlichen Landschaftsrahmen.

Eine eigene Kirche im 17. Jahrhundert

Eggiwil war früher Teil der grossen Kirchgemeinde Signau. Der Gottesdienstbesuch bedeutete für Menschen auf abgelegenen Höfen lange Wege. 1631 wurde eine eigene Kirche errichtet, zunächst noch vom Signauer Pfarrer betreut.

Mit dem späteren Pfarrhaus und der Verselbstständigung von 1648 gewann Eggiwil einen eigenen kirchlichen und gemeindlichen Mittelpunkt. Die Geschichte der Täufer und die Konflikte mit der bernischen Staatskirche gehören zum Hintergrund dieser Entwicklung.

Naturbrücke in der Emmeschlucht

Das Räbloch liegt in einem tief eingeschnittenen Abschnitt der Emme. Die Gemeinde beschreibt seine Entstehung im Zusammenhang mit der eiszeitlichen Landschaft. Die Naturbrücke entstand durch ein abgebrochenes und zwischen den Schluchtwänden eingeklemmtes Nagelfluhpaket.

Schmaler Wanderweg mit Geländern über der bewaldeten Räbloch-Schlucht
Weg über die Räbloch-Naturbrücke, 25. September 2021. Foto: Jag9889 · CC BY-SA 4.0. Verkleinert und komprimiert.

Ein Wanderweg erschliesst den Blick in die Schlucht. Der Ort ist eine andere Landschaftsform als die offenen Weiden auf den Höhen. Die Gemeindeseite zum Räbloch erläutert Naturbrücke und Zugang.

Ein Tunnel als Verbindung durch den Fels

Zwischen Hüpfenboden und Girsgrat liegt das Hegenloch. Bauern der Umgebung sprengten den Durchgang 1839/40 mit Schwarzpulver aus dem Fels. Auch das Inselspital Bern beteiligte sich finanziell, da es in der Nähe Alpbesitz hatte.

Weg vor dem dunklen Portal des Hegenlochs zwischen bewaldeten Hängen
Hegenloch bei Eggiwil, 13. Juni 2025. Foto: Hanspeter Dolder · CC0 1.0. Verkleinert und komprimiert.

Der Tunnel schuf eine Verbindung zwischen den Siedlungs- und Wirtschaftsgebieten. Er wird weiterhin als Durchgang genutzt. Die Gemeindeseite zum Hegenloch dokumentiert die Baugeschichte.

Unterricht an mehreren Standorten

Die heutige Gemeinde nennt vier Schulhäuser. An einem Standort werden erste bis neunte Klasse gemeinsam als Gesamtschule unterrichtet. Altersgemischte Klassen haben in Eggiwil eine lange Tradition und verkürzen Wege im weitläufigen Gebiet.

Die Sekundarschule wird in Signau besucht. Im Dorf ergänzen Bibliothek, Geschäfte und Gewerbe das öffentliche Angebot. Die Schulübersicht der Gemeinde beschreibt den Zusammenhang zwischen Streusiedlung und dezentralem Unterricht.

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte ansehen.

Quellen und weiterführende Informationen

Recherchestand: 3. Oktober 2026. Bevölkerungsangabe: BFS STATPOP, 31. Dezember 2025. Fotos mit Aufnahmedatum, Urheber und Lizenz.