Ennetbaden
Ennetbaden am rechten Limmatufer: Heisse Brunnen, Kleine Bäder, Rebhänge, Kulturweg und die seit 1819 selbstständige Gemeinde.
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Ennetbaden liegt auf der anderen Seite der Limmat gegenüber Baden. Seine Geschichte beginnt bei den Thermalquellen und den «Kleinen Bädern»; am Hang darüber stehen Reben und Wohnhäuser. Öffentliche Heisse Brunnen, Flusswege und die unmittelbare Verbindung zur Nachbarstadt machen die kleine Gemeinde zu einem eigenen Teil der Badener Bäderlandschaft.
Ennetbaden auf einen Blick
| Kanton / Bezirk | Aargau / Baden |
|---|---|
| Bevölkerung | 3’783 am 30. Juni 2026 Ständige Wohnbevölkerung gemäss kantonaler Bevölkerungsstatistik |
| Gemeindefläche | 2,11 km² |
| Waldfläche | 0,88 km² |
| Höhenbereich | 350 bis 757 m ü. M. |
| Postleitzahl | 5408 |
| Politisch selbstständig seit | 1819 |
| Offizielle Website | ennetbaden.ch |
| BFS-Nr. | 4026 |
Ennet der Limmat
Die Limmat bildet die Grenze zwischen Ennetbaden und Baden. Beide Orte bilden einen zusammenhängenden Siedlungsraum, sind aber eigene politische Gemeinden. Ennetbaden gehört zum Bezirk Baden und reicht vom Flussufer bis zu bewaldeten Höhen an Geissberg und Lägern.
Am rechten Ufer liegt der historische Bäderbereich, während sich die Wohngebiete den Hang hinaufziehen. Die kommunale Flächenübersicht nennt 211 Hektaren, davon 88 Hektaren Wald. Der tiefste Punkt liegt an der Limmat, der höchste am Lägerngrat bei der Grenze zu Ehrendingen. Die Hanglage gehört damit ebenso zum Ortscharakter wie die Nähe zum Wasser.

Die Heissen Brunnen
Seit November 2021 sind die Heissen Brunnen in Ennetbaden und Baden öffentlich benutzbar. Sie ermöglichen das Baden im warmen Thermalwasser ohne Eintritt. Der Ennetbadener Brunnen liegt am Fluss und knüpft an die lange örtliche Badetradition an.

Die Gemeinde veröffentlicht Benutzungshinweise und Reinigungszeiten. Während der regelmässigen Reinigung werden die Becken entleert und können bis zum Wiederbefüllen nicht genutzt werden. Für einen gezielten Besuch lohnt sich deshalb ein Blick auf die aktuelle Gemeindeseite. Das kostenlose Brunnenangebot ist von den anderen Thermalbad- und Hotelangeboten der Region zu unterscheiden.
«Kleine Bäder» und die Trennung von Baden
Schon in römischer Zeit gehörte das rechte Limmatufer zur Siedlungslandschaft bei den Thermalquellen. Später entstanden hier mehrere Badgasthöfe, die als «Kleine Bäder» bezeichnet wurden. Die «Grossen Bäder» lagen auf der Badener Seite. Diese Namen beschreiben die historischen Bäderbereiche und keine heutigen politischen Quartiergrenzen einer einzigen Gemeinde.
Ennetbaden war lange eng an Baden gebunden. 1819 wurde es auf Betreiben der Stadt abgetrennt und zur selbstständigen Gemeinde. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich der Kurbetrieb weiter; später belasteten Verkehrsimmissionen die Bäderlandschaft. Die heutige öffentliche Nutzung der Quellen fügt dieser Geschichte ein neues Kapitel hinzu.
Reben über dem Fluss
Über den Badehäusern lagen früher ausgedehnte Weinberge. Die kommunale Geschichte beschreibt mehr als hundert Hektaren Rebland auf dem heutigen Gemeindegebiet. Im 20. Jahrhundert schrumpfte die Fläche stark, unter anderem nach der Reblausplage von 1921 und durch neue Wohnbauten. Weinbau ist dennoch ein sichtbarer Bestandteil Ennetbadens geblieben.

Die Rebhänge erzählen somit von einer Landschaft im Wandel. Für eine eigene Spaziergangsidee lässt sich ein Flussweg mit einem Aufstieg in Richtung Rebberge verbinden. Wegführung und Steigung sollten anhand der Karte gewählt werden; daraus wird keine allgemein flache Rundroute abgeleitet.
Kunst am Fluss und Rastplatz Merian
Der Kulturweg Limmat verbindet öffentlich aufgestellte Kunstwerke an beiden Flussufern. Er führt vom Neuenhofer Stausee über die Wettinger Klosterhalbinsel und die Badener Altstadt bis ins Gemeindegebiet Ennetbaden. Die Betreiberwebsite erläutert Werke und Hintergründe. Der ganze Weg geht deutlich über Ennetbaden hinaus; einzelne Abschnitte lassen sich gezielt auswählen.
Am Waldrand des Geissbergs liegt der öffentlich zugängliche Rastplatz Merian mit Grill. Die Gemeinde erlaubt keine Reservationen und stellt Bedingungen für zusätzliche Nutzungen wie Strombezug oder Materialtransporte bereit. Für ein einfaches Verweilen und für einen organisierten Gruppenanlass sind diese Bedingungen zu unterscheiden.
Schule, Oberstufe und Tagesstrukturen
Die Schule Ennetbaden führt den zweijährigen Kindergarten und die Primarschule bis zur sechsten Klasse. Die Jugendlichen besuchen die Oberstufe an der Schule Baden. Unterricht und regionale Schulwege überschreiten damit die Gemeindegrenze, während Ennetbaden seine eigene Primarschule führt.
Die Tagesstrukturen an der Geissbergstrasse 2 betreuen Kinder ab dem ersten Kindergartenjahr bis zum Ende der obligatorischen Schulzeit. Die Schule beschreibt Montag bis Freitag von 7 bis 18.30 Uhr sowie Ferienmodule. Feiertage und je zwei Wochen der Sommer- und Weihnachtsferien sind ausgenommen. Die konkrete Buchung richtet sich nach den veröffentlichten Modulen.
Ein Besuch zu Fuss ab Baden
Der Bahnhof Baden liegt ausserhalb der Gemeinde, ist aber ein wichtiger Ausgangspunkt. Fusswege über die Limmat und Busverbindungen erschliessen Ennetbaden. Im aktuellen Fahrplan lässt sich die Verbindung bis zur gewünschten Haltestelle prüfen. Ein Flussspaziergang, die Heissen Brunnen und ein Abschnitt des Kulturwegs bieten unterschiedliche Zugänge zum Ort.
Quellen und Orientierung
Weitere Ortsartikel finden sich in der Aargau-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
Redaktionell geprüft am 1. Oktober 2026. Bevölkerungsstand: 30. Juni 2026, kantonale ständige Wohnbevölkerung. Die Aufnahmejahre der Fotos stehen jeweils beim Bild.