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Fétigny-Ménières

Fétigny-Ménières seit der Fusion 2026: zwei Dorfkerne, die Kirchen der Zehntausend Märtyrer und Saint-Hilaire, historische Schulen und heutiger Alltag.

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Dorfstrasse und Häuser in Fétigny
Fétigny am 17. Juli 2013. Foto: Christophe95 · CC BY-SA 3.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Fétigny-Ménières verbindet seit dem 1. Januar 2026 zwei Dörfer südwestlich von Payerne. Fétigny liegt am Rand der Broyeebene, Ménières etwas höher am Hang. In beiden Orten prägen ältere Bauernhäuser, eigene Kirchen und Schulen den Kern; die gemeinsame Gemeinde vereint diese unterschiedlichen Ortsbilder.

Die französischsprachige Gemeinde gehört zum Bezirk Broye im Kanton Freiburg. Fétigny trägt die Postleitzahl 1532, Ménières 1533. Die Bevölkerungszahl im Steckbrief bezieht sich auf das heutige Gemeindegebiet und umfasst beide Dörfer.

Fétigny-Ménières auf einen Blick

Kanton und BezirkFreiburg (FR), Broye
BFS-Nr.2056
Bevölkerung1’738 am 31. Dezember 2025; zivilrechtliche Bevölkerung gemäss kantonaler Statistik
SpracheFranzösisch
ErstnennungFétigny 1142 als Festignei; Ménières 1228 als hospitale de Meinires
VerwaltungLe Village 174, 1532 Fétigny
WebsiteOffizielle Gemeindewebsite

Fétigny: Dorfstrasse und Nachkriegskirche

Der historische Kern von Fétigny zieht sich entlang der Dorfstrasse. Ältere Höfe und Wohnhäuser stehen neben jüngeren Bauten; Gärten vermitteln zum offenen Landwirtschaftsland. Der kantonale Ortsbildbericht beschreibt eine langgestreckte Siedlung, deren Umgebung im 20. Jahrhundert durch Entwässerung, Strassen und neue Wohnquartiere verändert wurde. Er bewertet Fétigny als Ort von lokaler Bedeutung.

Ein auffälliger Bezugspunkt ist die Kirche der Zehntausend Märtyrer und Maria Magdalena. Der heutige Bau entstand 1948–1949 nach Plänen von Rosset und Matthey. Sein trapezförmiger Grundriss und die geschwungene Hauptfassade unterscheiden ihn von den älteren Dorfkirchen der Region. Der Turmvorbau steht auf älteren Fundamenten. Schon im 14. Jahrhundert ist eine Kapelle der Zehntausend Märtyrer belegt; Umbauten des 16. Jahrhunderts und von 1755 gingen dem Neubau voraus.

Das alte öffentliche Schulhaus von 1808 wird heute von der Gemeindeverwaltung genutzt. Sein Mansarddach, die zweigeschossige Fassade und die Ecksteine aus Molasse machen es zu einem eigenständigen Gebäude im Dorfkern. Die Verwaltungsadresse lautet Le Village 174. Für Dienstleistungen gelten die aktuellen Schalterzeiten der Gemeinde.

Ménières: Kreuzung, Gasthaus und Saint-Hilaire

In Ménières treffen mehrere Strassen zusammen. Der kantonale Bericht unterscheidet einen oberen Bereich um die Kirche und einen tiefer gelegenen Kern mit regelmässig angeordneten Bauernhausfronten. Scheunen und landwirtschaftliche Bauten säumen die Dorfränder. Auch Ménières ist im aktuellen Ortsbildinventar als Ort von lokaler Bedeutung erfasst.

An der Kreuzung steht die Auberge aux XIX Cantons. Das Gebäude von 1900–1901 ersetzt ein älteres Gasthaus. Sein im Heimatstil gestalteter Giebel und die Lage direkt an der Strasse machen es zu einem markanten Orientierungspunkt. Die Aufnahme von 2012 zeigt diesen Teil des Dorfes; sie belegt keine heutigen Betriebszeiten.

Auberge aux XIX Cantons und Dorfstrasse in Ménières
Die Auberge aux XIX Cantons an der Dorfstrasse von Ménières am 12. Juli 2012. Foto: Christophe Badoux · CC0 1.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Die Kirche Saint-Hilaire wurde laut dem kantonalen Bauinventar 1697–1698 errichtet. Fernand Dumas gestaltete sie 1937 im Umfeld des Groupe de Saint-Luc grundlegend um; eine Restaurierung folgte 2007. Der seitlich vorspringende Turmvorbau verleiht ihr ein eigenes Profil. Für Gottesdienste und den Zugang zum Inneren sind die Informationen der Pfarrei massgebend.

Weitere bauliche Zeugen sind ein gemauerter, turmartiger Speicher von 1655 und das Schulhaus von 1963, entworfen von Emilio Antognini. Es steht für eine jüngere Phase öffentlicher Architektur, während der Speicher auf die Vorratshaltung der agrarischen Dorfgesellschaft verweist.

Zwei Ortsgeschichten vor der Fusion

Fétigny ist 1142 als Festignei schriftlich belegt. Das Dorf gehörte im Mittelalter zur Herrschaft Cugy; Freiburg erwarb 1507 einen Teil der Gerichtsrechte. Später war es der Vogtei Estavayer zugeordnet. Die heutige Gemeindegrenze erklärt sich damit nicht allein aus einer alten Herrschaft: Zwischen 1817 und 1848 gehörte Fétigny zum damaligen Bezirk Surpierre.

Ménières erscheint 1228 als hospitale de Meinires. Die Bezeichnung erinnert an ein Leprosorium im Besitz der Abtei Payerne. Der Ort gehörte zur Herrschaft Molière und kam 1658 an Freiburg. Die frühen Schriftbelege sind keine Gründungsdaten. Kirchlich waren beide Dörfer lange verbunden; Fétigny wurde 1796 eine eigene Pfarrei.

Landwirtschaft prägte beide Orte. In Ménières ist Tabakanbau seit dem 18. Jahrhundert belegt; die Güterzusammenlegung von 1907–1910 gehörte zu den frühen solchen Verfahren im Kanton. In Fétigny war von 1897 bis 1967 eine Ziegelei der Briqueterie de Payerne SA tätig. Broyeverbauung und Entwässerung im 20. Jahrhundert veränderten die Bewirtschaftung der Ebene. Diese früheren Betriebe und Arbeiten sind Teil der Ortsgeschichte, keine Beschreibung heutiger laufender Projekte.

Schule und ausserschulische Betreuung

Der Schulkreis Fétigny-Ménières nutzt beide Dorfstandorte. Die Gemeinde beschreibt grundsätzlich die ersten Schuljahre in Fétigny und die späteren in Ménières. Ein eigener, von ihr übernommener Transport verbindet die Dörfer. Die gemeinsame Schulleitung mit Surpierre–Prévondavaux bedeutet keine regelmässige Zuteilung dieser Kinder über die verschiedenen Schulkreise hinweg.

Die ausserschulische Betreuung befindet sich in Fétigny an der Adresse Au Village 197. Sie besteht seit 2012. Der angebotene Rahmen von Montag bis Freitag, 6.30 bis 18.30 Uhr, hängt von den Anmeldungen ab; die konkrete Betreuung ist mit der Einrichtung zu vereinbaren. Für die Sekundarstufe besuchen die Jugendlichen den Cycle d’orientation de la Broye in Cugy FR und nutzen den regionalen Linienbus.

Theater, Vereine und Bücher an den Haltestellen

Die Gemeindeübersicht der Vereine nennt unter anderem die Theatergruppe Fét’les’thères, Chor und Blasmusik, den FC Fétigny-Ménières und den Skiclub La Godille. Beide Dörfer haben eine eigene Jugendgesellschaft. Der Kalender der örtlichen Vereinsunion hilft bei der Suche nach einem aktuellen Anlass.

Eine kleine Alltagseinrichtung sind die offenen Bücherkästen in Fétigny bei den Bushaltestellen Auberge communale und Vers la Croix. Dort können Bücher weitergegeben und entdeckt werden. Sie ergänzen das organisierte Vereinsleben um einen unkomplizierten Treffpunkt an der Dorfstrasse.

Anreise von Payerne

Die Gemeinde liegt nahe Payerne, besitzt aber keinen eigenen Bahnhof. Der regionale Netzplan führt die Linie 571 von Payerne nach Fétigny, Pré de Ville. Für Ménières ist insbesondere die Linie 562 auf der Verbindung Payerne–Combremont-le-Petit–Thierrens eingezeichnet. Zielhaltestelle und Tagesfahrplan richten sich danach, welches Dorf und welcher Ausgangspunkt besucht werden.

Die Karte markiert die Gemeindeverwaltung an der Le Village 174, 1532 Fétigny.

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen.

Quellen und Datenstand

Recherche: 1. Oktober 2026. Bevölkerung: zivilrechtlicher Bestand am 31. Dezember 2025, kantonale Publikation vom 26. August 2026. Besuchs-, Schul- und Verkehrsangaben bei den zuständigen Betreibern geprüft.