Font
Font über dem Neuenburgersee: Saint-Sulpice, ehemalige Vogtresidenz, Rebhang und historischer Tanzpavillon im Dorf der Gemeinde Estavayer.
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Font besteht aus deutlich verschiedenen Teilen: Auf einem Felssporn stehen Kirche und frühere Vogtresidenz, weiter östlich folgen die Häuser des Bauern- und Winzerdorfs. Dazwischen bleiben Rebflächen, Obstgärten und Ausblicke zum Neuenburgersee offen. Der Ort gehört heute zu Estavayer.
Steckbrief
| Ort | Font |
|---|---|
| Heutige Gemeinde | Estavayer |
| Kanton und Bezirk | Freiburg · District de la Broye |
| Ortssprache | Französisch |
Vers l’Église: Herrschaftssitz über den Felsen
1011 wird das Schloss Font unter den Gütern genannt, die König Rudolf III. seiner künftigen Gemahlin Ermengarde übergab. Von dieser mittelalterlichen Anlage blieben nach Zerstörungen und Abbrüchen vor allem der befestigte Standort und Spuren im Gelände erhalten.
Der heute als Schloss bezeichnete Wohnbau ist wesentlich jünger. Er entstand um 1642 als Sommerresidenz des Vogts von Font-Vuissens. Sein Ecktürmchen kam erst 1913 hinzu. Eine dreibogige Brücke über den Graben verbindet die beiden Teile der Anlage.
Das geschichtliche Ensemble liegt heute teilweise auf dem Gebiet von Cheyres-Châbles. Die Gemeindegrenze und das überlieferte Ortsbild sind deshalb nicht deckungsgleich.
Saint-Sulpice und ihre frühen Vorgänger
Am Standort der Kirche sind frühe Kultbauten aus dem 6. oder 7. Jahrhundert belegt. Saint-Sulpice besitzt einen romanischen Chor und mehrfach veränderte mittelalterliche Bauteile. Der spitze Kirchturm stammt von 1823.
Das benachbarte Pfarrhaus wurde 1966 in Anlehnung an den Vorgänger von 1752 neu errichtet. Von den öffentlichen Wegen aus machen Mauern, Felsstufen und die gestaffelten Dächer die besondere Lage über dem See erkennbar.
Winzerhäuser und ein seltener Tanzpavillon
Im Quartier Borgeau stehen Bauern- und Winzerhäuser auf zwei Geländestufen. Das Gebäude der Couronne war ursprünglich ein Bauernhaus von 1791, wurde nach einem Brand 1831 wieder aufgebaut und ab 1835 als Gasthaus genutzt.
Daneben steht ein Tanzpavillon von 1948, ein sogenannter «pont de danse». Seine Holzpfosten, grossen verglasten Öffnungen und das Zeltdach gehören zu einem Bautyp, von dem im Kanton nur wenige Beispiele erhalten sind. Ein gedeckter öffentlicher Waschbrunnen von 1931 ergänzt das Ensemble.
Diese Angaben beschreiben die Baugeschichte; sie sind keine Zusage über den heutigen Gastronomiebetrieb oder die Öffnung des Pavillons.
Reben, Kastanien und der Weg nach Châtillon
Weinbau und Kastanienkultur spielten früher eine wichtige Rolle. Der langgezogene Rücken zwischen den historischen Ortsteilen trägt weiterhin einzelne Rebparzellen. An seinem höchsten Punkt steht ein Steinkreuz von 1987 nach dem Vorbild eines Kreuzes von 1612.
Der Coppet-Bach gliedert das Gelände. Ein baumbestandener historischer Hohlweg steigt nach Châtillon an. Als redaktionellen Vorschlag bietet sich ein Spaziergang auf den öffentlichen Wegen zwischen Borgeau und Vers l’Église an, mit Blick auf die wechselnden Perspektiven zu Kirche und See.
Von der früheren Gemeinde zum Schulstandort
Font vereinigte sich 2012 mit Estavayer-le-Lac und kam 2017 zur neuen Gemeinde Estavayer. Das Dorf bleibt im Bundesinventar ISOS als Ortsbild von nationaler Bedeutung erfasst.
Im Schuljahr 2026/27 liegen an der Adresse Sous la Ville 26 zwei Klassen der Stufe 7H. Das Bulletin nennt organisierte Transporte zwischen Estavayer-le-Lac und Font. Die schulergänzende Betreuung ist der Zone 1 an der Motte-Châtel zugeordnet.
Karte
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Quellen und Prüfstand
Inhalt geprüft am 2026-10-02. Bildnachweise stehen bei den Fotos.