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Gipf-Oberfrick

Gipf-Oberfrick: Hochstammbäume und Chriesiwäg, Ruine Alt-Tierstein, Sinnespfad und Dorfgeschichte im oberen Fricktal.

Aktualisiert am

Ruinenmauern mit Blick auf bewaldete Hügel
Blick von der Ruine Alt-Thierstein in die Fricktaler Landschaft, September 2017. Foto: Barbara Steinemann · CC BY-SA 4.0.

Kirschbäume, Jurahöhen und die Ruine Alt-Tierstein prägen Gipf-Oberfrick. Die Gemeinde im oberen Fricktal schliesst an Frick an, besitzt aber ihre eigene Geschichte und politische Organisation. Zwischen Wohnquartieren und Landwirtschaftsflächen führen Themenwege in eine Landschaft, deren Hochstammbäume zugleich Kulturgut und Lebensraum sind.

Gipf-Oberfrick auf einen Blick

Kanton / BezirkAargau / Laufenburg
Bevölkerung3’887 am 30. Juni 2026
Ständige Wohnbevölkerung gemäss kantonaler Bevölkerungsstatistik
DorfbereicheGipf und Oberfrick
Postleitzahl5073
Offizielle Websitegipf-oberfrick.ch
BFS-Nr.4165

Hochstammbäume im oberen Fricktal

Gipf-Oberfrick gehört zum Bezirk Laufenburg. Die Siedlung verbindet die Bereiche Gipf und Oberfrick; das Nachbardorf Frick ist eine selbstständige Gemeinde. Wohnhäuser, Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe liegen vor allem im Talraum, während ausserhalb Landwirtschaftsbetriebe und die Hügellandschaft den Charakter bestimmen.

Der Kirschanbau gewann um 1900 an Bedeutung und ersetzte ältere Rebflächen. Die Hochstammbäume sind deshalb kein zufälliger Schmuck der Landschaft, sondern Teil ihrer wirtschaftlichen Geschichte. Alte Bäume und naturnah bewirtschaftete Bestände bieten zudem Lebensräume für zahlreiche Tiere.

Unterwegs auf dem Chriesiwäg

Der Fricktaler Chriesiwäg entstand durch den Verband Aargauer Obstproduzenten in Zusammenarbeit mit dem Jurapark Aargau und der Gemeinde. Er erschliesst einen traditionellen Hochstammbestand und informiert über Kirschen, Bewirtschaftung und Natur.

Die Gemeinde verlinkt einen aktuellen Flyer und einen digitalen Wegbeschrieb. Zur Blütezeit erhält die Landschaft einen besonderen saisonalen Aspekt; der konkrete Blütenstand hängt vom Verlauf des Frühlings ab. Weg, Obstkulturen und private Bewirtschaftung sind bei einem Besuch zu respektieren.

Alt-Tierstein und die Jurahänge

Auf dem Tiersteinberg liegt die Ruine Alt-Tierstein, in historischen Quellen auch Alt-Thierstein geschrieben. Erhaltene Mauern und der Blick in die Umgebung verbinden Burggeschichte und Landschaft. Die Gemeinde nennt einen Fusszugang ab dem Waldhaus und eine Beschilderung vom Restaurant Rössli zum Waldhaus.

Das Gebiet gehörte im Mittelalter zur Herrschaft der Grafen von Homberg-Thierstein. Ein Ruinenbesuch lässt sich mit einer Wanderung kombinieren; dafür wird die Strecke anhand der Karte oder eines veröffentlichten Tourenvorschlags gewählt. Die Ruine ist von den Wohnquartieren im Tal räumlich und in der Höhenlage deutlich getrennt.

Ein Sinnespfad für die Familie

Der Naturena-Volg Sinnespfad beginnt und endet beim ehemaligen Schützenhaus. Acht interaktive Stationen beschäftigen sich mit Sinnesleistungen einheimischer Tiere und mit Wahrnehmung durch Riechen, Fühlen und Hören.

Die Gemeinde nennt die Bushaltestelle Rösslibrücke als Anreisepunkt und einen beschilderten Weg zum Start. Der Pfad ist ganzjährig geöffnet; von November bis März sind einzelne Stationen wetterbedingt eingeschränkt. Ein Rast- und Grillplatz ergänzt das Angebot. Aktuelle Informationen werden beim Betreiber und bei der Gemeinde geprüft.

Dorfstrasse mit Wohnhäusern und Fussgängerübergang
Dorfstrasse in Gipf-Oberfrick, Juli 2009. Foto: DidiWeidmann · CC BY-SA 3.0.

Österreichisches Fricktal und eigene Pfarrei

Gipf ist im 13. Jahrhundert unter verschiedenen Namensformen belegt, Oberfrick 1288 als «Obiren Vrieche». Frick, Gipf und Oberfrick bildeten früher eine Gerichtsgemeinde. Nach wechselnden Herrschaften gehörte das Gebiet zum österreichischen Fricktal und kam 1803 zum Kanton Aargau. Die politische Trennung von Frick und Gipf-Oberfrick erfolgte 1804.

Kirchlich blieb die Verbindung zu Frick länger bestehen. Erst 1953 wurde Gipf-Oberfrick eine eigene Pfarrei. Die St. Wendelinskapelle entstand 1708, die heutige Pfarrkirche 1968–70. Ältere Häuser an der Trottgasse und die Untere Mühle ergänzen die baulichen Zeugnisse der Dorfgeschichte.

Historische Hausfassade mit gemalten Fensterrahmen
Historisches Haus an der Trottgasse in Gipf, Mai 2010. Foto: Paebi · CC BY-SA 3.0.

Landwirtschaft, Handwerk und Wohnort

Neben Ackerbau und Obstkulturen bot bis ins frühe 20. Jahrhundert auch die Heimposamenterei Verdienst. Dabei wurden Bänder und andere schmale Textilien hergestellt. Heute verbindet die Gemeinde landwirtschaftliche Betriebe ausserhalb der Siedlung mit Handwerk, Dienstleistungen und Arbeitswegen in die Region.

Älteres Mühlengebäude mit grossem Dach
Untere Mühle in Gipf, Mai 2010. Foto: Paebi · CC BY-SA 3.0.

Vereine und kleinere Kulturangebote tragen zum öffentlichen Leben bei. Auf der Gemeindewebsite finden sich Kontakte, Veranstaltungen und Freizeitinformationen. Der nahe Bahnhof Frick erschliesst einen grösseren Arbeits- und Verkehrsraum, während der Dorfbereich durch Busverbindungen angebunden ist.

Schule und Betreuung im Schulareal

Die Schule Gipf-Oberfrick betreibt die örtlichen Schulanlagen. Für die Bezirksschule verweist die Gemeinde auf die Oberstufe Frick. Schulstandorte, Zuständigkeiten und Übertritte werden über die aktuellen Schulportale geklärt.

Das Merkblatt für 2026/27 beschreibt Betreuung und Mittagstisch für Kindergarten- und Schulkinder bis zum Ende der Schulpflicht. Hort und Mittagstisch befinden sich bei der Mehrzweckhalle. Der Rahmen umfasst schulergänzend 7 bis 18 Uhr; an schulfreien Tagen und in den Schulferien gilt das Angebot nicht. Für Dienstag und Donnerstag bestehen Kapazitätsgrenzen. Anmeldung und Verfügbarkeit werden über die Schuldienste abgeklärt.

Anreise über Frick

Für öffentliche Verkehrsmittel wird die Bahnverbindung nach Frick mit dem anschliessenden Bus kombiniert. Der aktuelle Fahrplan zeigt die passende Haltestelle für Dorf, Themenweg oder Wanderstart.

Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen. Beim Anzeigen wird die Karte von OpenStreetMap geladen.

Quellen und Orientierung

Weitere Ortsartikel finden sich in der Aargau-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

Redaktionell geprüft am 1. Oktober 2026. Bevölkerungsstand: 30. Juni 2026, kantonale ständige Wohnbevölkerung. Die Aufnahmejahre der Fotos stehen jeweils beim Bild.