Gondiswil
Gondiswil im Oberaargau: Gemeindehaus und Kirchenlokal, Schieferkohle, Schule, Freizeit und Bürgerbus nach Huttwil. Mit historischen Fotos und Karte.
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Gondiswil liegt im südöstlichen Oberaargau an der Grenze zum Kanton Luzern. Das Dorf, im Dialekt «Gumiswil», ist von Höfen, Feldern, Wald und einzelnen Weilern umgeben. Im Zentrum fällt das Gemeindehaus auf: Unter seinem Dach sind Verwaltung, kirchlicher Raum und weitere Angebote vereint.
Zur Ortsgeschichte gehören frühe Klosterbeziehungen, landwirtschaftliche und handwerkliche Arbeit sowie der Abbau von Schieferkohle während der Weltkriege. Heute verbindet der Bürgerbus Gondiswil mit Huttwil. Für Spaziergänge und Velotouren erschliesst sich eine hügelige Landschaft am Rand des Napfgebiets.
Gondiswil auf einen Blick
| Kanton und Verwaltungskreis | Bern (BE); Oberaargau |
|---|---|
| Bevölkerung | 736 am 31. Dezember 2025; ständige Wohnbevölkerung gemäss BFS STATPOP |
| Fläche | 9,4 km²; davon 2,18 km² Wald, gemäss Gemeindeangaben |
| Höhenlage | Dorf 664 m ü. M.; Gemeindegebiet 575–729 m ü. M. |
| Postleitzahl und BFS | 4955 Gondiswil; BFS 326 |
| Gemeindehaus | Dorf 48 |
| Öffentlicher Verkehr | Bürgerbus Gondiswil–Huttwil, teilweise mit Vorbestellung |
| Offizielle Website | Gemeinde Gondiswil |
Die Bevölkerungszahl ist der kantonal veröffentlichten STATPOP-Bilanz entnommen und bezieht sich auf den Jahresabschluss 2025. Flächen- und Höhenangaben stammen von der kommunalen Zahlenseite. Der tiefste Punkt liegt bei Lisch an der Kantonsgrenze; die höchsten Lagen nennt die Gemeinde bei Rüttmattweid, Flüemattweid und Höhestrasse.
Dorf, Weiler und die Grenze zu Luzern
Gondiswil gehört politisch zum Kanton Bern, liegt aber unmittelbar an der Luzerner Grenze. Diese Randlage ist auch historisch spürbar: Kirchliche und wirtschaftliche Beziehungen führten über heutige Kantonsgrenzen hinweg. Das Gemeindeporträt beschreibt den Ort als landwirtschaftlich und handwerklich geprägte Gemeinde mit einem aktiven Vereinsleben.
Zum Gemeindegebiet gehören neben dem Dorf mehrere Weiler und Hofgruppen. Das Historische Lexikon der Schweiz nennt Freibach, Brüggenweid, Haltstelle, Staldershaus und Schwendi. Die Siedlung verteilt sich damit über ein grösseres Gebiet: Wer einen bestimmten Hof oder eine Adresse aufsucht, sollte den Ortsteil in die Reiseplanung einbeziehen.
Unterhalb des Dorfes liegt ein Weiher in einem geschützten Gebiet. Wiesen und Wald bieten weitere ruhige Landschaftseindrücke. Ein Aufenthalt lässt sich gut mit einem Spaziergang verbinden; die örtlichen Wege und Hinweise zum Schutzgebiet geben dabei die Orientierung.
Frühe Klosterbeziehungen und die Entwicklung des Dorfes
Gondiswil ist bereits im 9. Jahrhundert schriftlich fassbar. Zwischen 841 und 872 schenkte Perchtger dem Kloster St. Gallen Besitz; die überlieferte Ortsform lautet «Cundolteswilare». Später sind weitere geistliche Grundherren belegt. 1194 erhielt St. Urban Land von der Familie von Langenstein.
Die bernische Herrschaft setzte sich im 15. Jahrhundert durch. Bis zur Reformation gehörte Gondiswil zur Pfarrei Grossdietwil, danach zu Melchnau. Im Weiler Freibach stand einst eine Marienkapelle von St. Urban, die im späten Mittelalter ein Wallfahrtsziel war. Nach 1528 wurde sie abgebrochen.
Landwirtschaft und Heimarbeit prägten den Alltag. Das Historische Lexikon der Schweiz nennt für das 18. und 19. Jahrhundert Leinenweberei und die Herstellung von Holzschuhen. Die Bahnverbindung Langenthal–Huttwil–Wolhusen brachte Gondiswil 1889 einen Bahnhof. Diese historische Bahnstation erklärt den Ortsnamen Haltstelle; das heutige öffentliche Verkehrsangebot ist der Bürgerbus.
Schieferkohle und ein Foto von 1919
In den beiden Weltkriegen wurde bei Gondiswil Schieferkohle abgebaut. Diese Nutzung gehört zu den besonderen Kapiteln der lokalen Wirtschaftsgeschichte. Ein Bild aus dem Staatsarchiv des Kantons Bern zeigt drei kleine Lokomotiven und Arbeiter bei der Kohlengrube Gondiswil-Dorf.
Die Aufnahme von Johann Schär ist auf den 24. März 1919 datiert. Der Archivnachweis FN Schaer 307 beschreibt die erhaltene Glasplattenaufnahme. Das Foto macht die damalige technische Infrastruktur sichtbar: Die Schienen und Lokomotiven dienten dem Betrieb an der Grube. Es ergänzt das heutige Ortsbild um einen Blick auf eine zeitweise industrielle Nutzung der Landschaft.

Gemeindehaus und Kirchenlokal unter einem Dach
Das Gemeindehaus an der Adresse Dorf 48 verbindet mehrere Funktionen. Das ursprüngliche Gebäude stammt von 1733. In den Jahren 1917–1918 baute der Langenthaler Architekt August Rufer es um und stockte es auf. Dabei entstand auch der kirchliche Raum.
Die Kirchenvisite beschreibt einen verputzten Bau mit Formen des Heimatstils und neobarocken Elementen. Die unterschiedlichen Fenster lassen die Nutzungen erkennen; Rundbogenfenster gehören zum Kirchenlokal. Im Predigtsaal befinden sich seitliche Emporen. Der Raum ist während der Öffnungszeiten der Gemeindeverwaltung zugänglich.
Der kleine Dachreiter trägt eine Uhr und zwei Glocken. Laut Gemeindeschreiberei beherbergt das Haus neben den Büros unter anderem Sitzungsräume, das Burgerzimmer, die Spielgruppe und Räume für Musikunterricht. Ein Lift erschliesst die Geschosse. Südlich des Hauses gibt es Parkplätze und einen Velounterstand.
Im Gemeindehaus werden auch Postagentur- und Bankangebote geführt. Die Verwaltung öffnet nach ihrem publizierten Wochenplan von Montag bis Freitag, mit unterschiedlichen Vormittags- und Nachmittagszeiten. Am Freitag ist sie durchgehend von 7.30 bis 15 Uhr geöffnet. Vor einem gezielten Besuch sollte man die aktuellen Schalterangaben prüfen.

Gemeinsame Schule mit Reisiswil
Seit 1. August 2009 führen Gondiswil und Reisiswil eine gemeinsame Schulorganisation. Der Kindergarten befindet sich in Reisiswil. In Gondiswil werden die Primarschule und die Realschule geführt; die Sekundarschule der Klassen 7 bis 9 liegt in Huttwil.
Die Schule Gondiswil–Reisiswil veröffentlicht Informationen für das Schuljahr 2026/27 sowie Mitteilungen für Eltern. Der Schulweg und der Transport sind wegen der verteilten Siedlungen ein eigenes Thema. Auf der kommunalen Schulseite stehen dafür auch Unterlagen zum Schultransport bereit.
Die Zusammenarbeit ermöglicht ein Schulangebot in den beiden kleinen Gemeinden. Für Familien sind die unterschiedlichen Standorte besonders wichtig: Kindergarten, Primar- und Realschule sowie Sekundarschule sind räumlich getrennt. Zuständigkeit, Transport und Stundenplan sollten deshalb mit der Schule abgestimmt werden.
Spaziergänge, Velorouten und Vereinsleben
Die Gemeinde nennt als örtliche Spaziermöglichkeit die Verbindung Dorf–Zelg–Bärgli–Haueten. Auch der Grenzpfad Napfbergland und die Herzroute zwischen Willisau und Lützelflüh führen durch die Gegend. Damit lässt sich Gondiswil sowohl als Ausgangspunkt für einen kurzen Spaziergang als auch als Station einer längeren Wanderung oder Velofahrt kennenlernen.
Die Freizeitübersicht führt Angebote für verschiedene Altersgruppen auf. Dazu gehören die BrassKids der Musikgesellschaft, der Hornussernachwuchs, die Jugendriege des Turnvereins und die Jungschar Geistesblitz. Veranstaltungen und Vereinskontakte helfen, den Alltag des Dorfes über die reine Ortsbesichtigung hinaus kennenzulernen.
Die Sportanlagen bei Schulhaus sowie Turn- und Mehrzweckhalle können ausserhalb der Unterrichts- und Trainingszeiten öffentlich genutzt werden. Für eine geplante sportliche Nutzung sind die aktuellen Belegungen zu berücksichtigen. Die Gemeinde hebt ausserdem ein Marionettentheater als Teil ihres kulturellen Angebots hervor.
Mit dem Bürgerbus nach Huttwil
Der Bürgerbus Gondiswil–Huttwil verbindet unter anderem die Haltestellen Gemeindehaus, Hünigen und Haltestelle mit dem Bahnhof Huttwil. Dort bestehen Anschlüsse an den weiteren öffentlichen Verkehr. Die Gemeinde verlinkt auf ihrer Verkehrsseite den Fahrplan.
Die im verlinkten Fahrplan mit R10 bezeichneten Kurse fahren nur nach telefonischer Bestellung, spätestens 30 Minuten vor Abfahrt unter 079 530 10 10. Auch für Samstage, Sonntage und allgemeine Feiertage ist eine Bestellung vorgesehen. Gruppenfahrten erfordern eine Voranmeldung.
Der Bürgerbus hat einen eigenen Tarif. Der veröffentlichte Fahrplan weist darauf hin, dass GA, Halbtax und Libero-Vergünstigungen nicht gelten. Für die konkrete Reise sollten Abfahrtszeit, Reservation und aktueller Fahrpreis direkt anhand der Gemeindeinformationen beziehungsweise beim Betreiber geprüft werden.
Die Karte markiert das Gemeindehaus im Dorfzentrum. Von dort lassen sich die umliegenden Siedlungen und die Nähe zur Luzerner Grenze erkennen.
Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte ansehen.
Quellen und weiterführende Informationen
Recherchestand: 1. Oktober 2026. Bevölkerungsangabe: BFS STATPOP, 31. Dezember 2025. Die Fotos sind mit Aufnahmedatum, Urheber und Lizenz beschriftet.
- Landschaft Geschichte Infrastruktur
- Fläche, Höhenlage und Struktur
- Schulangebot
- Ortsgeschichte
- Aktuelle Schulorganisation
- Bürgerbus: kommunale Angaben möglicherweise veraltet
- Vereinsleben
- Kirchenlokal Baugeschichte und Besuch
- Gemeindehaus und Dienstleistungen
- Aktueller Bürgerbus-Vertrag Stand Mai 2026
- Ständige Wohnbevölkerung am 31.12.2025
- Aktuell verlinkter Fahrplan, Reservation und Sondertarif
- FN Schaer 307, Aufnahme vom 24.03.1919