Grandvillard
Grandvillard im Intyamon: 14 historische Häuser, die Maison du Banneret, Taouna-Kaskade und Lourdesgrotte sowie der Aufstieg zur Cabane de Bounavaux.
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In diesem Artikel
Grandvillard erzählt die Geschichte des Greyerzer Käsehandels in Stein und Holz. In den verzweigten Dorfgassen stehen stattliche Wohnhäuser, Bauernhöfe und Speicher aus mehreren Jahrhunderten. Dahinter steigen Wälder und Alpweiden zu den Vanils an. Ein Architekturweg erschliesst den Dorfkern; am Rand rauscht die Taouna neben einer Lourdesgrotte über den Fels.
Die französischsprachige Gemeinde liegt im Intyamon, dem oberen Saanetal südlich von Gruyères, und gehört zum Bezirk Gruyère / Greyerz im Kanton Freiburg. Ihr Gebiet verbindet das Dorf mit einer Berglandschaft, in der die Cabane de Bounavaux ein wichtiges Wanderziel ist.
Grandvillard auf einen Blick
| Kanton und Bezirk | Freiburg (FR), Gruyère / Greyerz |
|---|---|
| BFS-Nr. | 2134 |
| Bevölkerung | 925 am 31. Dezember 2025; zivilrechtliche Bevölkerung gemäss kantonaler Statistik |
| Sprache | Französisch |
| Dorfhöhe | Rund 760 m ü. M. gemäss Gemeindeporträt |
| Gemeindeverwaltung | Rue Saint-Jacques 6, 1666 Grandvillard |
| Öffentlicher Verkehr | Bus 264 bis Grandvillard, village; Bahnstation Villars-sous-Mont auf der anderen Seite der Sarine |
| Offizielle Website | Commune de Grandvillard |
Die Einwohnerzahl bezieht sich auf die gesamte politische Gemeinde.
Vom Bergdorf zum Käsehandelsort
1228 erscheint Grandvillard als «Vilar». Im Spätmittelalter gehörte es zur Kastlanei Montsalvens. Die Einwohner kauften sich 1388 vom Todfall los, einer Abgabe im Erbfall, und erhielten 1462 das Recht, ihren Gemeindeammann selbst zu wählen. Nach dem Ende der Grafschaft Greyerz kam das Dorf 1555 zur Freiburger Landvogtei Greyerz.
Alpwirtschaft, Viehhaltung und Käseproduktion bildeten die wirtschaftliche Grundlage. Der Käsehandel brachte im 17. und 18. Jahrhundert Wohlstand, der an aufwendig gestalteten Fassaden und mehrteiligen Fenstern sichtbar blieb. Mühlen, Sägereien und Gerbereien ergänzten das bäuerliche Gewerbe. Dieser Wohlstand war nicht dauerhaft für alle gesichert: Im 19. und frühen 20. Jahrhundert wanderten zahlreiche Menschen aus Grandvillard aus.
Ein Rundgang zu 14 historischen Häusern
Das Ortsbild steht im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz, ISOS. Der Entdeckungspfad zur ländlichen Architektur führt zu 14 Gebäuden aus dem 16. bis 20. Jahrhundert. Die Route umfasst ungefähr 2 Kilometer und eine Stunde Gehzeit; Tafeln erklären die Bauten auf Französisch, Deutsch und Englisch.
Zu den Stationen gehören die Maison des Comtes aus dem späten 16. Jahrhundert, eine Holzfarm von 1746, ein alter Getreidespeicher und das Schulhaus von 1906. Der Wechsel zwischen Steinbauten, Holzfassaden und grossen Wirtschaftsteilen macht verschiedene Formen des bäuerlichen Bauens anschaulich. Der Prospekt weist den Rundgang als für Personen mit eingeschränkter Mobilität geeignet aus. Die Häuser werden von aussen betrachtet; Innenbesichtigungen gehören nicht zum Rundgang.
Die Maison du Banneret von 1665–1666 ist ein besonders markanter Halt. Ihr Bauherr Pierre de la Tinaz war Käsehändler und Bannerherr. Am Waldrand gelegen, veranschaulicht das Haus mit seinen verzierten Fenstergewänden den Repräsentationsanspruch eines wohlhabenden ländlichen Kaufmanns. Einen Faltplan gibt es laut Gemeinde auch beim Eingang der Gemeindeverwaltung und in den Geschäften.

Der Marker zeigt die Gemeindeverwaltung. Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen.
Pfarrkirche und Kapelle La Daudaz
Die heutige Pfarrkirche der Heiligen Barthélemy und Jacques entstand in den 1930er-Jahren am Standort eines Vorgängerbaus von 1594. Die Architekten Matthey und Rosset gestalteten einen Innenraum mit elliptischen Bögen aus Beton und örtlichem Tuffstein. Die Figuren der beiden Kirchenpatrone am Hauptportal stammen von Antoine Claraz, der Kreuzweg von Oscar Cattani. Für Gottesdienste und kirchliche Anlässe führt die Pfarreiseite den aktuellen Kalender.
Der ältere religiöse Mittelpunkt lag ausserhalb des heutigen Kerns. Auf einem Hügel zwischen Grandvillard und Villars-sous-Mont steht die Kapelle La Daudaz an der Route de la Gare 91. Sie wurde 1701 am Platz der früheren Kirche Saint-Jacques errichtet und ist Notre-Dame de Compassion gewidmet. Der Standort über der Sarine lässt sich mit dem Fussweg zwischen Bahnhof und Dorf verbinden.
Taouna-Kaskade und Lourdesgrotte
Ein kurzer Abstecher führt zum Wasserfall der Taouna. Der Bach fällt hier über dunklen Fels in einer bewaldeten Umgebung. Unmittelbar daneben wurde 1958, zum hundertjährigen Gedenken an die Erscheinungen von Lourdes, eine Lourdesgrotte geschaffen. Die Initiative ging vom örtlichen Sattler François Dupond aus; Gemeindemitglieder halfen beim Bau.
Marienfigur, Dankestafeln und Sitzbänke machen den Ort zu einer Gebetsstätte. Er ist zugleich ein ruhiger Halt während einer Dorferkundung. Die Gemeindeseite nennt die Grotte zusammen mit der Kaskade und den Kontakten des betreuenden Vereins.

Zu Fuss nach Bounavaux
Über Grandvillard öffnet sich das Tal von Bounavaux mit Alpweiden, Wald und Kalkfels. Die Cabane de Bounavaux auf 1’636 Metern gehört Pro Natura und wird von der Sektion La Gruyère des Schweizer Alpen-Clubs betrieben. Der Betreiber nennt für den Aufstieg vom Dorf ungefähr zweieinhalb Stunden, vom Parkplatz Les Baudes etwa 50 Minuten.
Die Hütte bietet Suppe und Getränke sowie Schlafplätze in Mehrbettlagern. Es gibt keine À-la-carte-Küche; Gäste können eigene Lebensmittel mitbringen und die Küche nutzen. Übernachtungen werden online reserviert. Der Betrieb ist saisonal, gewöhnlich von der zweiten Maihälfte bis Anfang Oktober. Vor dem Aufbruch den aktuellen Hütten- und Bewartungskalender prüfen.
Der Zustieg und weiterführende Gipfeltouren verlangen eine eigene Tourenplanung. Im Naturschutzgebiet Vanil Noir leben unter anderem Steinböcke, Gämsen und zahlreiche Schmetterlingsarten. Hunde dürfen die Reserve nicht betreten. Auf den Wegen bleiben, Tiere nicht stören und auf Feuer sowie Campieren verzichten: Diese Regeln dienen dem Schutz der empfindlichen Berglebensräume.

Alltag im Intyamon
Im Dorf ergänzen Lebensmittelgeschäfte, Käsereien und Handwerksbetriebe die Landwirtschaft. Für eine Einkehr nennt die Gemeinde das Restaurant Le Pic Vert am Chemin de la Fruitière 5. Der Betreiber bietet eine Terrasse mit Spielplatz und veröffentlicht die aktuellen Öffnungstage auf seiner Website.
Seit dem Schuljahr 2022 besteht der gemeinsame Schulkreis Intyamon der Gemeinden Grandvillard, Bas-Intyamon und Haut-Intyamon. Kinder aus Grandvillard besuchen die Standorte Grandvillard und Estavannens; Schulbusse verbinden die Dörfer. Musik-, Gesangs-, Sport- und Jugendvereine sind weitere Träger des Gemeindelebens.
Bus ins Dorf, Bahn über Villars-sous-Mont
Die TPF-Buslinie 264 fährt von Bulle über Epagny und Estavannens nach Grandvillard, village. Sie bedient auch Grandvillard, Lormo. Für den Architekturweg ist die Haltestelle im Dorf der direkte Zugang.
Mit der Bahn erreicht man Villars-sous-Mont an der Strecke Bulle–Montbovon. Die Station liegt auf der anderen Seite der Sarine; zum Dorf rechnet der kommunale Rundgangsplan mit etwa 20 Minuten zu Fuss. Der Verkehrsbereich der Gemeinde verlinkt die Fahrplanauskunft. Bahn- und Bushaltestelle liegen somit an unterschiedlichen Ausgangspunkten einer Dorferkundung.
Quellen und Datenstand
Geprüft am 1. Oktober 2026. Bevölkerung: zivilrechtlicher Stand 31. Dezember 2025, kantonale Veröffentlichung vom 26. August 2026. Busfahrplan: 14. Dezember 2025 bis 12. Dezember 2026. Hüttenbetrieb und Besuchsangebote nach den verlinkten Betreiberseiten.