Greng
Greng am Murtensee: UNESCO-Fundstelle Grengspitz, Turmspeicher, Schlossgeschichte, Ober- und Untergreng sowie Schule und Betreuung in Murten.
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Die ältesten Spuren von Greng liegen am Ufer, die jüngere Geschichte beim Schloss. Grengspitz gehört zum UNESCO-Welterbe der prähistorischen Pfahlbauten. Der Turmspeicher am Bureliweg und die Geschichte des Schlossguts zeigen eine andere, ländliche Seite der kleinen Gemeinde.
Greng liegt am Südufer des Murtensees im Seebezirk des Kantons Freiburg, südwestlich von Murten. Der Ort besteht aus Obergreng und Untergreng. Nach dem aktuellen Gemeindeporträt ist Deutsch die Hauptsprache.
Greng auf einen Blick
| Kanton und Bezirk | Freiburg (FR), See / Lac |
|---|---|
| BFS-Nr. | 2261 |
| Bevölkerung | 179 am 31. Dezember 2025; zivilrechtliche Bevölkerung gemäss kantonaler Statistik |
| Sprache | Deutsch |
| Erstnennung | 1349 als Groyn |
| Verwaltung | De Castella-Platz 19, 3280 Greng |
| Website | Offizielle Gemeindewebsite |
Vier Seeufersiedlungen an einer Landspitze
Der Welterbe-Fachverbund Palafittes beschreibt bei Grengspitz vier Siedlungsplätze aus der Jungsteinzeit und der späten Bronzezeit. Zu den datierten Besiedlungsphasen gehören 3864–3820 vor Christus und 1065–954 vor Christus. Sie sind Teil des seriellen Welterbes «Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen».
Die Fundstelle reicht vom heutigen Ufer in den See. Durch die Absenkung des Wasserspiegels bei der Juragewässerkorrektion und spätere Eingriffe wurden Teile des Geländes verändert; Erosion gefährdet die erhaltenen Schichten. Unter Wasser liegen auch zwei kreisförmige Steinansammlungen. Ihre Funktion ist bislang nicht gesichert.

Die Aufnahme zeigt die heutige Vegetation im Fundbereich, keine rekonstruierte Pfahlbausiedlung. Grengspitz ist zugleich Natur- und Landschaftsschutzgebiet. Die Gemeinde veröffentlicht das Schutzreglement und den zugehörigen Plan. Für einen Besuch gelten die Wege und örtlichen Schutzvorgaben.
Ein Schlossgut als Treffpunkt
Greng erscheint 1349 als Groyn in den Quellen. Mühlen gehörten im Mittelalter zum Ort. Zwischen 1775 und 1784 betrieben die Verdon aus Neuenburg eine Indiennemanufaktur, also eine Produktion bedruckter Baumwollstoffe.
Der Arzt Johann Friedrich von Herrenschwand erwarb im 18. Jahrhundert ein Landgut, das später François-Claude Gigot de Garville gehörte. Nach Plänen von Charles de Castella entstand 1785–1787 das Schloss als Ersatz für das ältere Haus. Es entwickelte sich zu einem Treffpunkt bekannter Persönlichkeiten.
Spätere Besitzer waren Pourtalès und Roussy. In der Nähe entstanden Wohnbauten und das Gemeindezentrum. Die Geschichte des Schlossguts erklärt die heutige Siedlung, begründet aber keinen allgemeinen öffentlichen Zugang zu den Innenräumen.
Der Turmspeicher am Bureliweg
Der Turmspeicher am Bureliweg 1a ist auf dem Titelbild zu sehen. Sein hoher steinerner Baukörper mit wenigen Öffnungen unterscheidet ihn von den Wohnhäusern und erinnert an die Lagerung landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Für den Blick auf die Ortsgeschichte ist er ein eigener Bezugspunkt neben Schloss und Ufer.
Politisch war Greng lange mit Murten verbunden und gehörte ab dem 15. Jahrhundert zu dessen Vogtei. Kirchlich blieb es bei Merlach. Bis 1982 wurden Greng und Meyriez gemeinsam verwaltet. Heute besitzt Greng eine eigene Verwaltung am De Castella-Platz 19.
Schulen und Betreuung über die Gemeindegrenze
Die Gemeindeseite zu Schule und Kinderbetreuung verweist auf die deutsch- und französischsprachigen Schulen der Region Murten. Primarschule und Kindergarten werden über die Region organisiert; danach folgen Orientierungsschule beziehungsweise Cycle d’orientation in Murten.
Für Kindertagesstätten nennt Greng Verträge mit HEPROlino, Schildli und Schnäggehuus in Murten. Gemeindebeiträge richten sich nach den veröffentlichten Richtlinien. Portail Jeunes ergänzt die Angebote für Kinder, Jugendliche und Eltern in der Region Murten–Vully.
Ein kleiner Ort mit regionalen Einrichtungen
Das Kultur- und Freizeitverzeichnis nennt Bibliothek und Ludothek in Murten, das Kulturzentrum im Beaulieupark sowie das regionale Hallen-, Schwimm- und Strandbad. Diese Angebote liegen ausserhalb der kleinen Gemeinde.
Für den örtlichen naturnahen Ruhe- und Badeplatz stellt Greng ein eigenes Reglement und eine Nutzungsordnung bereit. Er ist von den geschützten Uferbereichen zu unterscheiden. Für die Anreise und die anschliessende Strecke zum konkreten Ziel sind die aktuellen Fahrplanauskünfte von SBB massgebend.
Die Karte markiert die Gemeindeverwaltung an der De Castella-Platz 19, 3280 Greng.
Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen.
Quellen und Datenstand
Recherche: 2. Oktober 2026. Bevölkerung: zivilrechtlicher Bestand am 31. Dezember 2025, kantonale Publikation vom 26. August 2026. Schul-, Besuchs- und Verkehrsangaben bei den zuständigen Stellen geprüft.