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Gündlischwand

Gündlischwand und Zweilütschinen: Zusammenfluss der Lütschinen, Dorfgeschichte, Schmelzi, alte Dorfbrücke, Sägistalsee und gemeinsame Schule.

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Strassenabzweigung und Wegweiser bei Zweilütschinen mit Fahrzeugen und bewaldeten Hängen
Strassen und Wegweiser bei Zweilütschinen, Juli 2023. Foto: Arkelin · CC BY 4.0. Verkleinert und komprimiert.

Gündlischwand umfasst zwei eng verbundene Orte mit unterschiedlichen Rollen: das Dorf und Zweilütschinen. Am Zusammenfluss von Schwarzer und Weisser Lütschine teilen sich die Wege Richtung Grindelwald und Lauterbrunnen. Dorfbrücke, Spuren der Eisenverarbeitung und der hoch gelegene Sägistalsee ergänzen das Bild der Gemeinde.

Gündlischwand auf einen Blick

Kanton und VerwaltungskreisBern (BE); Interlaken-Oberhasli
Bevölkerung352 am 31. Dezember 2025; ständige Wohnbevölkerung gemäss BFS STATPOP
Gemeindefläche16.69 km²; BFS-Gebietsstand 1. Januar 2026
LageGündlischwand und Zweilütschinen am Zusammenfluss der Lütschinen
BFS-Nummer578
Offizielle WebsiteGemeinde Gündlischwand

Dorf Gündlischwand und Bahnknoten Zweilütschinen

Die Gemeinde gehört zum Verwaltungskreis Interlaken-Oberhasli. Das Gemeindeportrait unterscheidet Gündlischwand und Zweilütschinen. Dort vereinigen sich die Schwarze Lütschine aus dem Grindelwaldtal und die Weisse Lütschine aus dem Lauterbrunnental.

Das Titelbild vom Juli 2023 zeigt Strassen und Wegweiser bei Zweilütschinen. Auch die 1890 eröffnete Bahnverbindung prägt diesen Verkehrsort. Für eine Anreise werden Bahnhof und gewünschter Dorfteil genau gewählt.

Klosterbesitz, Reformation und Dorfbrand

1331 ist Gündlischwand als Gundlisswant belegt. Das Gebiet gehörte zum Besitz des Klosters Interlaken und gelangte 1528 an Bern. Kirchlich war es mit Gsteig verbunden. Das Historische Lexikon nennt zudem eine Lütschinebrücke von 1580.

Die Gemeindechronik beschreibt den schweren Brand vom 2. September 1854: Neun Häuser und zehn Scheunen gingen verloren, 15 Haushalte mit rund 60 Menschen waren betroffen. Das Ereignis gehört zur Geschichte des Dorfes und seiner wieder aufgebauten Siedlung.

Spuren der Eisenverarbeitung

Im Gebiet Schmelzi wurde früher Eisen verarbeitet. Die örtliche Chronik nennt einen Hochofen von 1682 und die Zerstörung der zugehörigen Siedlung durch Hochwasser 1831. Die Geschichte verbindet Rohstoffgewinnung und Handwerk mit der Gefährdung durch den Fluss.

Diese historischen Spuren beschreiben keine heute arbeitende Eisenhütte. Sie ergänzen die bekanntere Rolle von Zweilütschinen als Ausgangspunkt für die beiden Täler.

Alte Dorfbrücke über die Schwarze Lütschine

Hölzerne alte Dorfbrücke über die Schwarze Lütschine vor Häusern und Bergen
Alte Dorfbrücke in Gündlischwand, Juni 2024. Foto: Jag9889 · CC BY-SA 4.0. Verkleinert und komprimiert.

Die Aufnahme vom Juni 2024 zeigt die hölzerne alte Dorfbrücke mit seitlichen Geländern und Tragwerk. Dahinter liegen Häuser, bewaldete Hänge und die Bergkulisse. Die Brücke macht den Fluss im Ortsbild unmittelbar sichtbar.

Sie lässt sich mit einem Gang durch Gündlischwand verbinden. Für weiterführende Wege bietet die kommunale Übersicht Orientierung.

Sägistalsee im hoch gelegenen Gemeindegebiet

Sägistalsee in einer offenen alpinen Bergmulde mit felsigen Flanken
Sägistalsee im Gemeindegebiet Gündlischwand, Juli 2015. Foto: Alpöhi · CC BY-SA 4.0. Verkleinert und komprimiert.

Das Foto vom Juli 2015 zeigt den Sägistalsee in einer offenen Bergmulde mit felsigen Flanken und alpinen Weiden. Er liegt in einem anderen Landschaftsraum als die Siedlungen an der Lütschine.

Die Gemeinde reicht bis in dieses Berggebiet; ihre Höhenlage kann deshalb nicht mit einer einzigen Dorfhöhe beschrieben werden. Ein Ausflug zum See wird als Bergwanderung mit passender Route, Wetterbeurteilung und Rückreise geplant.

Gemeinsame Schule mit Lütschental

Die Schule Gündlischwand–Lütschental entstand 2012 durch den Zusammenschluss der beiden Dorfschulen. Kindergarten und erste Klasse sowie die zweite bis vierte Klasse werden in Gündlischwand unterrichtet. Für die fünfte bis neunte Klasse nennt die Schule den Standort Lehmatte in Lütschental; Sekundarschülerinnen und Sekundarschüler besuchen Wilderswil.

Die jüngsten Kinder aus Lütschental werden mit einem Bus zur Grundstufe gebracht. Ab der zweiten Klasse sieht die Schulbeschreibung die selbstständige Fahrt mit dem öffentlichen Verkehr vor. Die unterschiedlichen Standorte gehören deshalb zur Planung des Schulalltags.

Für 2026/27 bietet die gemeinsame Schule mangels Nachfrage keine Tagesschule an. Für 2027/28 kündigt sie eine neue Bedarfsabklärung im Januar oder Februar an. Eine künftige Durchführung ist damit noch nicht zugesagt.

Talort und Berggebiet getrennt erkunden

Für eine kurze Ortsrunde stehen Dorfbrücke und Siedlung im Vordergrund. Zweilütschinen erschliesst die beiden Täler als eigene Etappe. Der Sägistalsee eignet sich für eine gesonderte Bergtour; er ist kein naher Dorfspaziergang.

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte ansehen.

Quellen und weiterführende Informationen

Recherchestand: 2. Oktober 2026. Bevölkerungsangabe: BFS STATPOP, 31. Dezember 2025. Fotos mit Aufnahmedatum, Urheber und Lizenz.