Hausen (AG)
Hausen AG: römische Wasserleitung, Naturwaldreservat Lothar, Dorfgeschichte, Kultur sowie Schule und Kinderbetreuung nahe Brugg.
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In diesem Artikel
Hausen liegt südlich von Brugg zwischen bewaldeten Hügeln und den Verkehrsachsen ins Birrfeld. Unter dem Dorf verläuft eine römische Wasserleitung, oberhalb davon wächst im Naturwaldreservat Lothar ein Wald nach dem grossen Sturm von 1999 heran. Alte Bauernhäuser, Wohnquartiere und Kulturangebote zeigen die verschiedenen Seiten der Gemeinde.
Hausen (AG) auf einen Blick
| Kanton / Bezirk | Aargau / Brugg |
|---|---|
| Bevölkerung | 3’860 am 30. Juni 2026 Ständige Wohnbevölkerung gemäss kantonaler Bevölkerungsstatistik |
| Gemeindefläche | 3,21 km² |
| Waldfläche | 1,52 km² |
| Höhenlage Gemeindehaus | 380 m ü. M. |
| Postleitzahl | 5212 |
| Offizielle Website | hausen.swiss |
| BFS-Nr. | 4100 |
Im Hausertälchen zwischen Brugg und Birrfeld
Hausen gehört zum Bezirk Brugg. Die Siedlung liegt in einem schmalen Talraum zwischen Eitenberg und den Höhen gegen den Habsburgerwald. Strasse und Bahn prägen diesen Korridor; Wohnquartiere ziehen sich auch an die Hänge.
Fast die Hälfte der Gemeindefläche ist bewaldet. Damit stehen dem dicht erschlossenen Talboden grössere Waldflächen gegenüber. Für einen Spaziergang lässt sich ein Dorfbereich mit den Wegen oberhalb der Siedlung verbinden. Die Hügel sind deutlich höher als das Gemeindehaus und geben der Strecke zusätzliche Höhenmeter.
Eine Wasserleitung aus der Römerzeit
Die Nähe zum römischen Legionslager Vindonissa erklärt wichtige archäologische Spuren. Eine antike Wasserleitung führte durch das heutige Hausen und versorgte das Lager mit Wasser aus dem Birrfeld. Bei Bauarbeiten wurden wiederholt Teile des Kanals entdeckt, unter anderem 1990 im Mitteldorf.
Die kommunale Dorfgeschichte beschreibt auch Spuren einer römischen Villa und die Gewinnung von Baumaterial in der Umgebung. Diese Befunde sind nicht sämtlich oberirdisch sichtbar. Die Geschichte der Wasserleitung ist daher besonders interessant, auch wenn ein gewöhnlicher Dorfbesuch keine frei zugängliche Begehung des Kanals einschliesst.
Bauernhäuser und Wandel zum Wohnort
1254 ist Hausen erstmals schriftlich erwähnt. Die Gemeinde gehörte historisch zum Eigenamt und später zur bernischen Landvogtei gleichen Namens. Die reformierte Kirche am Rothübel entstand erst 1978.
Ältere Bauernhäuser an Holzgasse und Baregassli erinnern an das frühere Strassendorf. Ihre Bauformen stehen für eine Zeit, in der Landwirtschaft den Alltag bestimmte. Das Gemeindewappen mit dem Haus zeigt dagegen kein nachweisbar bestimmtes historisches Gebäude.
Industrie und neue Wohnquartiere veränderten die Gemeinde. Ein Versuch, am Talausgang ein Zementwerk zu betreiben, endete 1928. Die dazugehörige Stollengeschichte ist Teil des örtlichen Industrieerbes; sie wird nicht als heute frei begehbares Besucherbergwerk dargestellt.

Auch ehemalige militärische Bauten gehören zu den Spuren in den Wäldern um Hausen. Das Foto zeigt einen solchen Betonbau von aussen. Es ersetzt keine Information zu einer zugänglichen Museumsanlage oder zu geführten Innenbesichtigungen.
Naturwaldreservat Lothar
Am 26. Dezember 1999 warf Sturm Lothar im Staatswald oberhalb von Hausen zahlreiche Bäume um. Der Kanton räumte die betroffene Fläche bewusst nicht vollständig auf. Umgestürzte Stämme blieben liegen, und die Vegetation konnte sich aus eigener Kraft erneuern.

Das 2013 gegründete Naturwaldreservat umfasst 31,5 Hektaren. Pionierbäume wie Birken, Vogelbeeren und Weiden und nachwachsende Buchen zeigen die natürliche Waldentwicklung. Totholz ist hier ein Bestandteil des Lebensraums. Der Besuch erfolgt auf den Wegen; die kantonale Karte erläutert Lage und Ausdehnung.

Kultur, Bibliothek und Dorfleben
Die Kulturkommission stellt ein Veranstaltungsprogramm zusammen und unterstützt die Zusammenarbeit von Vereinen. Gemeindebibliothek und Ludothek bieten Lesestoff, Medien und Spiele. Die Ernst Wildi-Rohr Stiftung bewahrt eine grössere Kunstsammlung und organisiert gelegentlich Ausstellungen.
Die Dorfchronik von 2000 verbindet historische Darstellungen mit Erinnerungen von Einwohnerinnen und Einwohnern. Wer die Veränderungen vom Bauerndorf zu den heutigen Wohnquartieren vertiefen möchte, findet darin einen umfangreichen Einstieg.
Schule und Betreuung
Hausen führt Kindergarten und Primarschule. Die Schulbroschüre vom September 2026 verweist für den Übertritt nach der sechsten Klasse auf die Oberstufe Windisch. Soziales Lernen bildet einen Schwerpunkt im Schulprofil.
Die schulergänzenden Tagesstrukturen werden durch Tagesstern Brugg betrieben; der Standort Hausen befindet sich an der Hauptstrasse 26. Daneben nennt die Gemeinde die Kita Sonneschii, eine Spielgruppe und Tagesfamilien. Betreuung, Hausaufgabenhilfe und schulischer Unterricht sind eigene Angebote mit separaten Anmeldungen.
Aktuelle Module, Zeiten und Platzverfügbarkeit werden über die kommunale Betreuungsübersicht und den jeweiligen Anbieter geklärt. Die Gemeinde stellt zudem Informationen zu finanzieller Unterstützung bereit.
Anreise
Für die Anreise wird eine Verbindung über den Raum Brugg mit dem Bus nach Hausen kombiniert. Die durch das Dorfgebiet verlaufende Bahnlinie bedeutet keinen eigenen Bahnhof im Dorf. Der aktuelle Fahrplan hilft bei der Wahl der Haltestelle.
Quellen und Orientierung
Weitere Ortsartikel finden sich in der Aargau-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
Redaktionell geprüft am 1. Oktober 2026. Bevölkerungsstand: 30. Juni 2026, kantonale ständige Wohnbevölkerung. Die Aufnahmejahre der Fotos stehen jeweils beim Bild.
- Statistik Aargau: Bevölkerung der Gemeinden
- Hausen AG - Die Gemeinde Hausen in Zahlen
- dorfpdf – amtliches PDF
- Hausen AG - Dorfchronik
- Naturwaldreservat Lothar - Kanton Aargau
- Hausen AG - Das kulturelle Angebot in Hausen AG
- Hausen AG - Informationen zum Schulbetrieb
- schulpdf – amtliches PDF
- Hausen AG - Kinderbetreuung
- Standort - Standort Hausen - Tagesstern