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Hauteville

Hauteville zwischen Greyerzersee und Berra: vier alte Siedlungsteile, Saint-Étienne, Schule und Kulturraum OTAVELA. Mit Karte, Geschichte und Anreise.

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Kirchturm und Häuser von Hauteville hinter herbstlich gefärbten Bäumen am Greyerzersee
Hauteville am Greyerzersee im Herbst, 2015. Foto: Türke Andras · CC BY-SA 4.0. Für schweiz.wiki komprimiert.

Hauteville öffnet sich zum Greyerzersee und steigt dahinter an den Hängen des Berra-Massivs an. Die Kirche steht deutlich sichtbar über dem Wasser; der ältere Dorfkern liegt seitlich der Kantonsstrasse. Wer nur durchfährt, sieht deshalb einen anderen Ausschnitt als bei einem Spaziergang durch Le Village, Les Branches, Le Ru und Impart. Landwirtschaftliche Bauten, die Schule und ein eigener Kulturraum gehören hier zum selben Dorfleben.

Die französischsprachige Gemeinde liegt im Bezirk Greyerz des Kantons Freiburg. Das benachbarte Corbières und das nahe Bulle sind wichtige Bezugspunkte, doch Hauteville besitzt eine eigene Geschichte als früher Pfarrort.

Hauteville im Überblick

Amtlicher NameHauteville
Kanton und BezirkFreiburg (FR), Greyerz / Gruyère
BFS-Nummer2137
Bevölkerung750 Personen am 31. Dezember 2025; zivilrechtliche Bevölkerung des Kantons Freiburg
Postleitzahl1648
Zentrale HöhenlageRund 710 m ü. M. gemäss Gemeindeporträt
GemeindeverwaltungRoute de la Gruyère 118; offizielle Website

Vier alte Siedlungsteile zwischen See und Berg

Das ältere Hauteville bestand aus vier unterscheidbaren Teilen. Le Village, der untere Kern, liegt bei der Kirche. Les Branches entwickelte sich mit dem Bau der Kantonsstrasse um die Wende zum 20. Jahrhundert; Schule, Laden, Käserei und Post konzentrierten sich dort. Le Ru liegt nördlich in Richtung La Roche. Impart besetzt eine höher gelegene Terrasse östlich des Dorfes. Die Gemeindegeschichte beschreibt, wie diese Teile durch spätere Wohnquartiere ergänzt wurden.

Die Bäche erklären einige Ortsnamen: Der Ruisseau des Branches durchzieht den Dorfbereich, der Ruisseau du Ru begleitet den nördlichen Siedlungsteil. Les Fourches bezeichnet ebenfalls einen Bach und die Kapelle beim südlichen Dorfeingang. Das Gemeindegebiet reicht vom See bis in die Höhen des Berra-Massivs und teilweise über dessen Kamm. Felder, Weiden und grössere Waldflächen prägen diesen Übergang.

Hauteville mit Kirche, Häusergruppen und Wiesen über dem Greyerzersee
Blick über den Greyerzersee auf Hauteville, Aufnahme 2012. Foto: Dietrich Michael Weidmann · CC BY-SA 3.0. Für schweiz.wiki komprimiert.

Die Karte markiert die Gemeindeverwaltung an der Route de la Gruyère. Sie hilft, den älteren Dorfkern und das Ufer zur Verkehrsachse einzuordnen.

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen.

Saint-Étienne und die Pfarrgeschichte

Hauteville ist seit der Mitte des 12. Jahrhunderts schriftlich belegt. Die Pfarrei wird 1170 erwähnt. Obwohl der Ort zur Herrschaft Corbières gehörte, war Hauteville kirchlich zunächst der Mutterort: Erst im 17. Jahrhundert trennte sich Corbières als eigene Pfarrei ab.

Die Prämonstratenser des Klosters Humilimont unterhielten in Hauteville einen Landwirtschaftsbetrieb mit Kapelle. An diese Anlage knüpft die heutige Kirche Saint-Étienne an. Sie entstand im 17. Jahrhundert und wurde 1977 umfassend renoviert. Ihr schlanker Turm und die Lage über den Wiesen geben dem Dorf eine deutlich erkennbare Silhouette. Für Gottesdienste und kirchliche Anliegen führt die Gemeinde eine Pfarreiseite; eine jederzeitige Innenbesichtigung ist damit nicht zugesichert.

Brände, Landwirtschaft und ein neuer See

1745 zerstörte ein Brand elf Häuser im alten Dorf. Die Höfe wurden an ihren bisherigen Standorten wieder aufgebaut. Einen weiteren tiefen Einschnitt brachte die Aufstauung des Greyerzersees 1948: Ein Teil des Gemeindegebiets verschwand unter Wasser. Die heutige Uferlandschaft ist somit das Ergebnis eines vergleichsweise jungen Stausees.

Viehhaltung und Käseproduktion blieben wichtige Grundlagen der örtlichen Wirtschaft. Das Gemeindeporträt nennt daneben Handwerksbetriebe, ein Reitzentrum und einen Verlag. 1969 siedelte sich mit Editions du Parvis auch ein Verlag in Hauteville an. Die historische Luftaufnahme zeigt die räumliche Verbindung von Höfen, Dorf und See zu einem früheren Zeitpunkt; seitdem ist insbesondere die Wohnbebauung gewachsen.

Historische Schwarzweiss-Luftaufnahme von Hauteville und der Uferlandschaft am Greyerzersee
Historische Luftaufnahme von Hauteville vom 16. Juli 1971; ETH-Bibliothek, LBS H1-029383. Foto: Werner Friedli / ETH-Bibliothek · CC BY-SA 4.0. Für schweiz.wiki komprimiert.

Schule und Kulturraum OTAVELA

Hauteville arbeitet bei der Primarschule mit Corbières zusammen. Zum Schulkreis Corbières–Hauteville gehören die Kinder aus Hauteville, Corbières und Villarvolard. Der Unterricht von 1H bis 8H verteilt sich gemäss aktueller Schulwebsite auf Gebäude in Hauteville und Corbières. Die konkrete Klassenzuteilung und die Schülertransporte werden durch den Schulkreis organisiert.

Die schulergänzende Betreuung befindet sich im Schulgebäude von Hauteville. Die Gemeinde verlinkt die Anmeldung für das Schuljahr 2026/27. Familien können dort die aktuellen Betreuungseinheiten und Anmeldebedingungen klären.

Das 2012 eingeweihte Gemeindezentrum ergänzt den Schulstandort durch die Salle OTAVELA. Der Saal dient Konzerten, Theater, Versammlungen und privaten Anlässen und kann über die Gemeinde gemietet werden. Bühne, Küche sowie Spiel- und Sportflächen machen die Anlage zu einem wichtigen Treffpunkt im Dorf.

Lesen, Vereine und ein Besuch im Dorf

Die Bibliothek «Lis-moi tout» am Chemin des Branches 5 entstand 2016 auf Initiative des Elternvereins APECH. Sie richtet sich an Kinder und Erwachsene und wird mit freiwilliger Mitarbeit betrieben. Die beiden Gemeinden tragen die Mietkosten; Öffnungen und Ferienregelungen veröffentlicht die Bibliothek.

Zum örtlichen Vereinsleben gehören die Jugendgesellschaft «La Gaieté», die Schützengesellschaft «Les Carabiniers» und der Running Club Hauteville. Für konkrete Trainings oder Veranstaltungen sind die jeweiligen Vereinsprogramme massgebend.

Redaktioneller Besuchsvorschlag: Von Les Branches aus lässt sich der ältere Dorfbereich bei der Kirche erkunden. Der Wechsel von Schul- und Gemeindezentrum zu den Bauernhäusern und den Blicken über den See zeigt verschiedene Seiten von Hauteville. Dies ist keine ausgeschilderte Rundroute mit festgelegter Gehzeit. Wer eine Wanderung anschliessen möchte, sollte die aktuelle Wanderkarte für Uferwege oder die höheren Hänge benutzen.

Anreise und Gemeindeleben

Die TPF-Linie 234 verbindet Hauteville mit Freiburg über La Roche und mit Bulle über Corbières und Riaz. Sie hält unter anderem in Hauteville, Le Ruz, Hauteville, village und Hauteville, Les Fourches. Die Schreibweise «Le Ruz» ist der Haltestellenname, während das Gemeindeporträt den Siedlungsteil «Le Ru» nennt. Der aktuelle TPF-Fahrplan liefert Abfahrten und Bahnanschlüsse.

Die Gemeindeverwaltung an der Route de la Gruyère 118 ist die örtliche Anlaufstelle. Der Gemeinderat führt die laufenden Geschäfte; Termine und Unterlagen der Gemeindeversammlung sind ebenfalls online zugänglich.

Quellen und Stand

Geprüft am 1. Oktober 2026. Bevölkerung: kantonale zivilrechtliche Bevölkerung vom 31. Dezember 2025.

Fotos sind mit Aufnahmejahr und verlinkten Bildnachweisen bezeichnet.