Herznach
Herznach im Staffeleggtal: Kirchenbezirk, Verenakapelle und Erzbergwerk; seit 2023 Teil von Herznach-Ueken.
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Herznach liegt im Staffeleggtal zwischen dem Fricktal und dem Übergang nach Aarau. Der alte Kirchenbezirk, die Verenakapelle und die Spuren des Erzbergbaus geben dem Dorf mehrere historische Schichten. Seit dem 1. Januar 2023 gehört es mit Ueken zur Gemeinde Herznach-Ueken.
Herznach auf einen Blick
| Kanton / Bezirk | Aargau / Laufenburg |
|---|---|
| Heutige Gemeinde | Herznach-Ueken |
| Status | Ortschaft / Gemeindeteil; keine eigene politische Gemeinde |
| Lage | Oberes Fricktal am Weg über die Staffelegg |
| Frühere Gemeinde | Seit 2023 Teil von Herznach-Ueken |
| Besonderheiten | Kirche St. Nikolaus, Verenakapelle und Besucherbergwerk |
Zwei Siedlungskerne an einer Strasse
Die älteste im HLS genannte Namensform lautet 1097 «Hercenahc». Ursprünglich bestanden zwei Kerne: Unterherznach mit dem ummauerten Kirchenbezirk und Oberherznach bei der Mühle. Entlang der 1811 gebauten Strasse wuchsen sie zusammen. Diese Entstehung erklärt die langgezogene Gestalt des Strassendorfes.
Herznach gehörte zur Herrschaft der Homberger und später zum habsburgisch-österreichischen Herrschaftsbereich. Nach dem Anschluss des Fricktals an den Aargau wurde es 1803 eine selbstständige politische Gemeinde. Oberzeihen gehörte noch bis 1852 dazu; heute ist dieser Weiler Teil von Zeihen. Die Fusion von 2023 ist somit ein weiterer Schritt in einer mehrfach veränderten Gemeindelandschaft.
St. Nikolaus und die Verenakapelle
Die Kirche St. Nikolaus ist seit 1180 bezeugt. Der heutige Bau entstand in mehreren Etappen: Langhaus und Turm wurden 1651 neu erstellt, der Chor 1718–1719. Das Gebäude ist ein markanter Orientierungspunkt im Dorf und verweist auf Herznachs frühere Funktion als Pfarrzentrum.

Die Verenakapelle wurde 1516 neu gebaut. Ihre Fundamente reichen nach den im HLS zusammengefassten archäologischen Untersuchungen ins Früh- und Hochmittelalter zurück. Die Kapelle gehörte zum ehemaligen Herrenhof. Sie ist damit ein anderer historischer Bezugspunkt als die grosse Pfarrkirche.

Eisenerz unter dem Juradorf
Erz wurde hier bereits im Mittelalter gewonnen. Im 20. Jahrhundert nahm der Bergbau erneut eine wichtige Rolle ein; 1967 wurde das Bergwerk stillgelegt. Das heutige Besucherangebot erschliesst diese Industriegeschichte mit Museum, Fossilien und dem Zugang zum Stollen. Für einen Besuch gilt das veröffentlichte Programm des Betreibers; Gruppenführungen werden nach Vereinbarung angeboten.
Auch andere Gewerbe entwickelten sich im Dorf: Eine 1872 gegründete Seidenzwirnerei stellte ab 1918 Textilbänder her. Herznach verbindet dadurch landwirtschaftliche Wurzeln mit einer Gewerbe- und Industriegeschichte, die über den Erzabbau hinausgeht.
Schule und heutige Gemeinde
Die Schule Herznach-Ueken bietet Kindergarten und Primarschule von der ersten bis zur sechsten Klasse an. Die Oberstufe befindet sich in Frick. Verwaltung, Gemeindeleben und die gemeinsame Entwicklung mit dem Nachbardorf werden im Artikel über Herznach-Ueken behandelt. Wer Herznach erkundet, kann Kirchenbezirk und Kapelle im Dorf mit einem separat geplanten Bergwerksbesuch verbinden.
Quellen und Orientierung
Weitere Ortsartikel finden sich in der Aargau-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
Redaktionell geprüft am 2. Oktober 2026. Keine eigene politische Gemeinde; Gemeindezugehörigkeit im Steckbrief. Für diese Ortschaft wird keine ungeprüfte eigene Bevölkerungszahl angegeben. Die Aufnahmejahre der Fotos stehen jeweils beim Bild.