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Ittenthal

Ittenthal: ehemaliges selbstständiges Fricktaler Dorf mit Säckinger Geschichte, seit 2010 Teil von Kaisten.

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Luftaufnahme des kompakten Dorfes Ittenthal
Ittenthal aus der Luft, Aufnahme von 2019. Foto: Freaktalius · CC BY-SA 4.0.

Ittenthal ist ein kleines Dorf im oberen Fricktal und gehört seit 2010 zu Kaisten. Sein geschlossener Siedlungskern und die landwirtschaftliche Umgebung bewahren einen anderen Massstab als die grösseren Orte am Rhein. In der Geschichte führen viele Spuren zum Stift Säckingen.

Ittenthal auf einen Blick

Kanton / BezirkAargau / Laufenburg
Heutige GemeindeKaisten
StatusOrtschaft / Gemeindeteil; keine eigene politische Gemeinde
Heutige ZugehörigkeitSeit 2010 Gemeindeteil von Kaisten
Historischer UrsprungHof des Stifts Säckingen
CharakterHaufendorf in landwirtschaftlich geprägter Umgebung

Ein Dorf aus dem Besitz des Stifts

Das HLS nennt 1297 «Utendal», überliefert in einer Abschrift des 15. Jahrhunderts, und um 1318 «ze Uttendal». Das Dorf entstand aus dem gleichnamigen Hof des Stifts Säckingen. Die niederen Gerichte lagen bis 1802 beim Stift, während die Landesherrschaft bis 1797 zur vorderösterreichischen Herrschaft Laufenburg gehörte.

Nach dem Anschluss des Fricktals an den Aargau wurde Ittenthal 1803 eine eigene Gemeinde. Die politische Selbstständigkeit endete mit dem Zusammenschluss mit Kaisten 2010. Der historische Ortsname bezeichnet seither einen Gemeindeteil; er ist keine zusätzliche heutige politische Gemeinde.

Kirche, Höfe und Ortsbild

1706 wurde die Kapelle Maria und Josef geweiht. Kirchlich gehörte Ittenthal zunächst zu Kaisten und wurde 1812 eine selbstständige Pfarrei. Der kirchliche Mittelpunkt und die umliegenden Häuser prägen die Dorfansicht. Anders als ein langgezogenes Strassendorf besitzt Ittenthal den im HLS ausdrücklich beschriebenen Charakter eines Haufendorfes.

Bauernhaus und Kirche im Dorf Ittenthal
Häuser und Kirche in Ittenthal, Aufnahme von 2018. Foto: Andreas Faessler · CC BY-SA 4.0.

Die Güterregulierung von 1926 bis 1932 führte zur Bildung von Aussiedlerhöfen. Damit veränderte sich das Verhältnis zwischen dem kompakten Dorf und den Landwirtschaftsbetrieben in seiner Umgebung. Neben der Landwirtschaft gab es auch Rohstoffgewinnung: Bis 1899 wurde in Ittenthal Sandstein abgebaut.

Auswanderung und Erwerbsleben

Im 18. Jahrhundert wanderten im Rahmen der österreichischen Migrationspolitik dreissig Familien ins Banat aus. Diese Episode verbindet das kleine Fricktaler Dorf mit einer weit entfernten Region im heutigen Rumänien. Sie ist ein Teil der Ortsgeschichte, der sich aus dem heutigen Dorfbild allein kaum erschliesst.

Landwirtschaftliche Arbeitsplätze blieben noch im späten 20. Jahrhundert bedeutsam. Gleichzeitig stieg ab 1950 der Anteil der Erwerbstätigen, die in der chemischen Industrie der Nachbargemeinden arbeiteten. Ittenthals Entwicklung war daher auch von den grösseren Wirtschaftsstandorten seiner Umgebung abhängig.

Alltag in der Gemeinde Kaisten

Die heutigen kommunalen Angebote sind über Kaisten organisiert. Die Gemeinde führt Kindergarten und Primarschule bis zur sechsten Klasse auf; die Oberstufe ist im Verband der Kreisschule Regio Laufenburg organisiert. Der Gemeindeartikel Kaisten ordnet Ittenthal in diesen Zusammenhang ein. Für einen Ortsbesuch stehen der Dorfkern und die umgebende Kulturlandschaft im Vordergrund.

Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen. Beim Anzeigen wird die Karte von OpenStreetMap geladen.

Quellen und Orientierung

Weitere Ortsartikel finden sich in der Aargau-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

Redaktionell geprüft am 2. Oktober 2026. Keine eigene politische Gemeinde; Gemeindezugehörigkeit im Steckbrief. Für diese Ortschaft wird keine ungeprüfte eigene Bevölkerungszahl angegeben. Die Aufnahmejahre der Fotos stehen jeweils beim Bild.