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Kandergrund

Kandergrund: Reckental, Innerkandergrund und Mitholz, Blausee, Felsenburg, Geschichte der Lötschbergbahn, Räumungsprojekt und Schule.

Aktualisiert am

Kandergrund nach Süden über Wiesen und Hofgruppen zwischen Bergflanken
Kandergrund nach Süden, August 2012. Foto: Adrian Michael · CC BY-SA 3.0. Verkleinert und komprimiert.

Kandergrund ist eine Gemeinde aus Talstufen und Siedlungsschwerpunkten zwischen Frutigen und Kandersteg. Blausee und Felsenburg sind bekannte Ziele. Mitholz steht zugleich für die Folgen der Explosion von 1947 und ein langfristiges Räumungsprojekt, das den heutigen Alltag wesentlich berührt.

Kandergrund auf einen Blick

Kanton und VerwaltungskreisBern (BE); Frutigen-Niedersimmental
Bevölkerung795 am 31. Dezember 2025; ständige Wohnbevölkerung gemäss BFS STATPOP
Gemeindefläche32.09 km²; BFS-Gebietsstand 1. Januar 2026
LageLanggezogene Streusiedlung im Kandertal, Talboden auf etwa 800 bis 1050 Metern
BFS-Nummer564
Offizielle WebsiteGemeinde Kandergrund

Reckental, Innerkandergrund und Mitholz

Kandergrund gehört zum Verwaltungskreis Frutigen-Niedersimmental. Die Gemeinde beschreibt sich als langgezogene Streusiedlung mit den drei Verdichtungen Reckental, Innerkandergrund und Mitholz. Bunderbach sowie weitere Bäuerten und Höfe gehören ebenfalls zum Gemeindegebiet.

Das Titelbild vom August 2012 blickt nach Süden über Wiesen, Hofgruppen und die Talflanken. Die Lötschberg-Bergstrecke durchzieht das Gemeindegebiet. Talboden, bewaldete Hänge und höhere Alpflächen bilden unterschiedliche Lebens- und Nutzungsräume.

Eigenständigkeit und Trennung von Kandersteg

1352 ist die Bezeichnung «der Kandergrund» belegt. Politisch und kirchlich war das Gebiet lange mit Frutigen verbunden. 1850 entstand eine eigenständige Einwohnergemeinde; Kandersteg trennte sich 1909 davon.

Der Bau der Lötschbergbahn von 1906 bis 1913 und des Kraftwerks brachte vorübergehend viele Arbeitskräfte ins Tal. Landwirtschaft, ältere Heimweberei und kleinere Industrien standen neben den neuen Bahnanlagen. Die historischen Bevölkerungszahlen dieser Bauphasen sind nicht mit dem heutigen Wohnbevölkerungsstand gleichzusetzen.

Felsenburg oberhalb Mitholz

Erhaltener hoher Mauerrest der Felsenburg auf felsigem, bewachsenem Standort
Felsenburg oberhalb Mitholz in Kandergrund; Aufnahmejahr nicht angegeben. Foto: Pingufan13 · CC0 1.0. Verkleinert und komprimiert.

Die undatierte Aufnahme zeigt den erhaltenen hohen Mauerrest der Felsenburg auf einem felsigen, bewachsenen Standort. Die Gemeinde führt die Ruine oberhalb Mitholz als Ziel für einen Spaziergang mit Aussicht.

Ein Besuch wird über die aktuell geöffneten öffentlichen Wege geplant. Das historische Bild belegt keinen heutigen Zugang zu allen Teilen der Ruine. Die Felsenburg und die Tellenburg in Frutigen sind zwei verschiedene Anlagen.

Blausee als betriebener Naturpark

Blausee mit bewaldetem Ufer und einem Boot auf der Wasserfläche
Blausee in Kandergrund, August 2018. Foto: Maru Bern · CC BY-SA 4.0. Verkleinert und komprimiert.

Das Foto vom August 2018 zeigt den Blausee mit bewaldeten Ufern und einem Boot auf dem Wasser. Der See liegt im Gemeindegebiet Kandergrund, nicht in Kandersteg.

Der Betreiber Blausee verbindet den Naturpark mit Hotel, Gastronomie und Forellenzucht. Er nennt einen ganzjährigen Betrieb. Für den Parkbesuch gelten Eintritts- und Öffnungsbedingungen; einzelne Angebote wie Bootsfahrten haben eigene Betriebsregeln.

Die Gemeinde verweist auf Erzählungen zur blauen Farbe des Sees. Diese werden als Sagen verstanden. Das Foto und der Parkbesuch erschliessen das reale Gewässer, ohne eine Legende als naturwissenschaftliche Erklärung zu verwenden.

Explosion von 1947 und ihre Folgen

In Mitholz wurde während des Zweiten Weltkriegs ein unterirdisches Munitionslager gebaut. In der Nacht vom 19. auf den 20. Dezember 1947 kam es zu Explosionen; nach der Gemeinde starben neun Menschen und das Dorf wurde schwer beschädigt.

Die verbliebenen Munitionsrückstände beschäftigen Gemeinde und Bund bis heute. Nach einer erneuten Risikobeurteilung von 2018 wurde ein umfassendes Räumungsprojekt vorbereitet. Mitholz ist damit zugleich ein Wohnort und ein von langfristigen Schutz- und Bauarbeiten betroffener Siedlungsraum.

Aktualisierte Planung des Bundes

Die VBS-Projektübersicht vom August 2026 sieht Schutzmassnahmen und Räumungsvorbereitung für 2027 bis 2036, die Räumung für 2037 bis 2043 und die Instandsetzung sowie Wiederbesiedlung für 2044 bis 2047 vor. Diese Jahresbereiche sind Planungsstände, keine garantierten Termine.

Bewohnerinnen und Bewohner im Sicherheitsperimeter müssen vor den eigentlichen Räumungsarbeiten wegziehen. Auch Strasse und Bahn benötigen Schutzmassnahmen. Für aktuelle Auswirkungen und Zugänge sind die Projektinformationen der Gemeinde und des Bundes massgebend. Das ehemalige Lager wird nicht als frei zugängliches Ausflugsziel behandelt.

Gemeinsame Schule Kandergrund-Kandersteg

Kindergarten und erste bis sechste Klasse besuchen nach der Gemeindeübersicht die Schulanlage Kandergrund im Reckental. Die Anlage Mitholz wird seit Mitte 2007 nicht mehr für Unterricht genutzt.

Seit 2010 bestehen eine gemeinsame Schulorganisation und zwei Standorte mit Kandersteg als Sitzgemeinde. Seit August 2013 besuchen alle Oberstufenschülerinnen und -schüler beider Gemeinden die siebte bis neunte Klasse in Frutigen.

Die Gemeinde verweist für Mittagstisch und weitere Betreuung auf die zuständige Schule. Durchführung, Anmeldung und individuelle Transportfragen werden dort geklärt.

Naturpark und Bahnwanderwege

Als redaktioneller Vorschlag lässt sich ein Naturparkbesuch am Blausee mit einer Etappe auf einem ausgeschilderten öffentlichen Wanderweg verbinden. Die Gemeinde nennt die Lötschberg-Nordrampe und den Lötschberger Bahnwanderweg als Angebote für Wander- und Bahninteressierte.

Die konkrete Route wird nach der aktuellen Weglage gewählt. Bei Mitholz bestimmen Projektperimeter und örtliche Signalisation die zulässigen Bereiche. Für die Anreise wird die Haltestelle passend zum jeweiligen Talabschnitt gewählt.

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte ansehen.

Quellen und weiterführende Informationen

Recherchestand: 2. Oktober 2026. Bevölkerungsangabe: BFS STATPOP, 31. Dezember 2025. Fotos mit Aufnahmedatum, Urheber und Lizenz.