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Kiesen

Kiesen im Aaretal: Talkäserei von 1815, Milchwirtschaftliches Museum, Schloss, Jabergbrücke, Flussprojekt Underi Au, Schule und Gemeindebibliothek.

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Blick von der Lueg auf das Aaretal mit Kiesgruben in Kiesen und bewaldeten Hügeln
Kiesgruben in Kiesen und Aaretallandschaft, Blick von der Lueg in Fahrni, September 2019. Foto: Hadi · CC0 1.0. Verkleinert und komprimiert.

Kiesen verbindet Flusslandschaft mit einem wichtigen Kapitel der Schweizer Käsegeschichte. 1815 entstand hier eine genossenschaftliche Talkäserei; heute erinnert das Milchwirtschaftliche Museum daran. Schloss, Bahnanschluss und die Brücke nach Jaberg prägen weitere Seiten des Ortes.

Kiesen auf einen Blick

Kanton und VerwaltungskreisBern (BE); Bern-Mittelland
Bevölkerung1’008 am 31. Dezember 2025; ständige Wohnbevölkerung gemäss BFS STATPOP
Gemeindefläche4.69 km²; BFS-Gebietsstand 1. Januar 2026
LageIm Aaretal an der Einmündung von Chise und Rotache
BFS-Nummer611
Offizielle WebsiteGemeinde Kiesen

Aaretal, Chise und Rotache

Kiesen gehört zum Verwaltungskreis Bern-Mittelland. Das Dorf liegt im Aaretal bei der Mündung von Chise und Rotache. Die Gewässer, Verkehrsachsen und landwirtschaftlichen Flächen bilden gemeinsam den räumlichen Rahmen.

Das Titelbild vom September 2019 wurde von der Lueg in der Gemeinde Fahrni aufgenommen. Es zeigt Kiesgruben in Kiesen und die weitere Aaretallandschaft. Es ist keine Nahaufnahme des Dorfkerns.

Talkäserei von 1815 und Museum

Rudolf Emanuel Effinger gründete 1815 die erste genossenschaftliche Talkäserei in Kiesen. Nach dem Historischen Lexikon wurde das frühere Käsereigebäude 1974 zum Museum. Der Ort verweist damit auf die Entwicklung von der lokalen Milchverarbeitung zur organisierten Produktion im Tal.

Das Milchwirtschaftliche Museum an der Bernstrasse 15 nutzt zwei geschützte Gebäude. Die Gemeinde beschreibt unter anderem eine nachgebildete Käseküche mit Tonvermittlung. Die Ausstellung 2026 widmet sich dem Glarner Schabziger.

Für die Saison vom 1. April bis 31. Oktober 2026 nennt der Betreiber Mittwoch 14 bis 17 Uhr und Sonntag 13 bis 17 Uhr. Gruppenführungen ausserhalb dieser Öffnungszeiten sind auf Anfrage möglich.

Schloss Kiesen als Landsitz

Schloss Kiesen mit gelber Fassade, Fensterläden und Dächern hinter einer Hecke
Schloss Kiesen im damals unrenovierten Zustand, August 2011. Foto: WillYs Fotowerkstatt · CC BY 3.0. Verkleinert und komprimiert.

Das Foto vom August 2011 zeigt Schloss Kiesen im damals unrenovierten Zustand. Der Landsitz entstand nach dem Historischen Lexikon um 1668 und wurde 1793 erweitert. 1776 erwarb die Familie Effinger den Besitz.

Die Aufnahme dokumentiert einen früheren Zustand des Gebäudes. Aus der geschichtlichen Bedeutung und der Aussenansicht folgt kein freier Zugang zu Innenräumen oder Privatgrundstücken.

Brücke nach Jaberg und Veränderungen am Fluss

Jabergbrücke über der türkisfarbenen Aare zwischen bewachsenen Ufern
Jabergbrücke über die Aare zwischen Kiesen und Jaberg, Mai 2024. Foto: Arkelin · CC BY 4.0. Verkleinert und komprimiert.

Die Aufnahme vom Mai 2024 zeigt die Jabergbrücke über die Aare zwischen Kiesen und Jaberg. Bereits 1830 ersetzte eine Brücke die frühere Fährverbindung. Die heute sichtbare Brücke trägt laut der Quelldatei das Baujahr 1989.

Für den Abschnitt zwischen SBB-Brücke Uttigen und Jabergbrücke informiert die Gemeinde über das kantonale Projekt «Underi Au». Im Sommer 2026 begann die Projektarbeit; die Mitteilung beschreibt die Entwicklung mit betroffenen Gemeinden und Beteiligten über die kommenden drei Jahre. Ziele sind Hochwasserschutz, Sicherung der Trinkwasserreserven und eine vielfältigere Flusslandschaft.

Eine Runde am Fluss ist eine redaktionelle Ausflugsidee. Vor Ort gelten Beschilderung und allfällige Zugangsbeschränkungen; die Projektankündigung wird nicht als Beleg einer vollständig offenen oder bereits fertig umgebauten Uferstrecke verstanden.

Chisun und die Bahnlinie Bern–Thun

1236 sind Chisun und Chisen belegt. Die örtlichen Herrschaftsrechte gehörten lange zur Herrschaft Diessbach. Die Korrektur der Aare ab 1826 und die Entwässerung zuvor nasser Flächen veränderten die Nutzung des Talbodens.

1859 erhielt Kiesen einen Bahnhof an der Linie Bern–Thun. Für eine heutige Anreise werden die aktuellen Verbindungen anhand des Fahrplans geplant. Der Bahnhof verbindet das Dorf mit dem regionalen Verkehrsnetz.

Kindergarten, Primarschule und Oberstufe

Die Schule Kiesen führt Kindergarten und Unterricht bis zur sechsten Klasse. Die Gemeinde nennt den Kindergarten Rägeboge an der Allmendstrasse 4 sowie den Schulstandort an der Bahnhofstrasse 14.

Nach den aktuellen Angaben des Schulbetreibers ergänzen Pavillon und Container das ältere Hauptgebäude; ein Biotop gehört zur Umgebung. Die siebte bis neunte Klasse wird an der Sekundarstufe I Wichtrach besucht. Betreuung und Anmeldung werden mit Schule und Gemeinde geklärt.

Bücher im Gemeindehaus

Die Gemeindebibliothek liegt im Untergeschoss des Gemeindehauses an der Bahnhofstrasse 10. Sie wurde 1992 eröffnet; 1995 kamen die Bücher der früheren Schulbibliothek hinzu.

Die Gemeinde veröffentlicht die wöchentlichen Öffnungszeiten und die Schliesszeiten während Teilen der Schulferien. Das Angebot umfasst Literatur für Erwachsene, Jugendliche und Kinder sowie Hörmedien.

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte ansehen.

Quellen und weiterführende Informationen

Recherchestand: 2. Oktober 2026. Bevölkerungsangabe: BFS STATPOP, 31. Dezember 2025. Fotos mit Aufnahmedatum, Urheber und Lizenz.