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Kleinbösingen

Kleinbösingen oberhalb der Saane: Naturschutzgebiet Auried, Schiffenensee, eigenständige Gemeindegeschichte und Schulverbindungen nach Gurmels.

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Kleinbösingen am Hang oberhalb der Saane
Ortseingang von Kleinbösingen am 26. April 2012. Foto: Dietrich Michael Weidmann · CC BY-SA 3.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Kleinbösingen liegt dort, wo die aufgestaute Saane wieder zum Fluss wird. Vom Dorfhang ist es nicht weit zur Staumauer des Schiffenensees und zum Auried. In diesem früheren Kiesabbaugebiet finden Laubfrösche, Wasservögel und andere Tiere heute geeignete Lebensräume.

Die deutschsprachige Gemeinde gehört zum Seebezirk / District du Lac des Kantons Freiburg. Sie liegt am linken, westlichen Talrand der Saane und ist vom gegenüberliegenden Bösingen zu unterscheiden.

Kleinbösingen auf einen Blick

Kanton und BezirkFreiburg (FR), See / Lac
BFS-Nr.2266
Bevölkerung698 am 31. Dezember 2025; zivilrechtliche Bevölkerung gemäss kantonaler Statistik
SpracheDeutsch
Erstnennung1264 als Balsingen lo pitet
VerwaltungLängenstrasse 15, 3213 Kleinbösingen
WebsiteOffizielle Gemeindewebsite

Ein Dorf über dem Flusstal

Kleinbösingen liegt zwischen Murten und Freiburg an der Strasse von Düdingen nach Murten. Die Gemeinde grenzt an Gurmels, Düdingen und Bösingen sowie an das bernische Kriechenwil. Ihre Fläche beträgt 303 Hektaren.

Der ältere bäuerliche Dorfkern wurde durch Wohnquartiere ergänzt. Das HLS nennt Bergacher und Grueneburg als Ausbaugebiete der 1980er-Jahre. Die Dorfaufnahmen zeigen, wie nahe Häuser und offene Wiesen weiterhin beieinanderliegen.

Wiese und Wohnhäuser in Kleinbösingen
Wohnhäuser am Hang in Kleinbösingen am 26. April 2012. Foto: Dietrich Michael Weidmann · CC BY-SA 3.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Das Auried: Naturschutz nach dem Kiesabbau

Pro Natura erwarb das Auried 1981 von der Gemeinde. Das HLS nennt eine Fläche von 15 Hektaren. Auf dem früheren Kiesabbaugelände entstand ein Mosaik aus dauerhaften und zeitweiligen Kleingewässern, Kiesinseln, Sandbänken und extensivem Grünland.

Nach Pro Natura Freiburg lebt hier eine der grössten Schweizer Laubfroschpopulationen. Die besonnten Tümpel dienen der Fortpflanzung; im Sommer nutzen die Frösche die Vegetation der Wiesen und Hecken. Weitere Amphibien, Limikolen und Libellen profitieren ebenfalls. Hochlandrinder und gezielte Pflegemassnahmen helfen, die offene Struktur zu erhalten.

Ein Themenweg beginnt bei der südlichen Spitze nahe dem Informationszentrum. Zur Beobachtung gibt es einen Turm. Pro Natura beschreibt einen Zugang entlang der kanalisierten Saane von Laupen oder Schiffenen mit ungefähr 45 Minuten Gehzeit. Für geführte Gruppenbesuche ist eine Anmeldung erforderlich. Im Gebiet gilt: auf den Wegen bleiben, Hunde anleinen, kein Feuer und Tiere nicht stören.

Auriedsteg und die Stauanlage Schiffenen

Der Auriedsteg verbindet die beiden Ufer zwischen Kleinbösingen und Bösingen. Seine Lage am Fluss macht die Nachbarschaft über die Gemeindegrenze hinweg anschaulich. Oberhalb staut die Anlage Schiffenen die Saane zum langgestreckten See.

Auriedsteg über die Saane, von unten gesehen
Der Auriedsteg über die Saane zwischen Kleinbösingen und Bösingen am 12. November 2021. Foto: Jag9889 · CC BY-SA 4.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Wasserkraft und Flussökologie greifen hier unmittelbar ineinander. Groupe E beschreibt die 2022 abgeschlossene Revision der 1964 in Betrieb genommenen Dotierungsgruppe. Die erneuerte Anlage nutzt eine Luftbeimischung, um den Sauerstoffgehalt des abfliessenden Wassers zu verbessern. Der Beitrag erklärt damit eine konkrete technische Massnahme zugunsten des Flusses unterhalb der Staumauer.

Der Stausee, der weiterfliessende Fluss und das Auried sind unterschiedliche Räume. Ein Naturbesuch folgt den ausgewiesenen Wegen; technische Betriebsbereiche sind kein frei zugängliches Besichtigungsangebot.

Zänerbösingen und die gemeinsame Verwaltung

Der Ort erscheint 1264 als Balsingen lo pitet. Spätere Namen sind Zänerbösingen und Welschbösingen. Hallstattzeitliche Gräber und ein römischer Gutshof verweisen auf ältere Besiedlung. Im Mittelalter besass die Freiburger Johanniterkomturei hier Zinsrechte und ein Lehengut. Kirchlich war Kleinbösingen mit Gurmels verbunden.

Vor 1798 gehörte es zur Alten Landschaft Freiburgs. Nach mehreren Bezirkszuordnungen kam es 1848 zum Seebezirk. Von 1883 bis 1982 bestand eine Verwaltungsgemeinschaft mit Liebistorf, das heute zu Gurmels gehört.

Die Gemeinde nennt den 1. Februar 1982 als Beginn ihrer eigenen Verwaltung nach dieser Gemeinschaft. Das Datum bezeichnet diesen organisatorischen Schritt, nicht die Gründung des viel älteren Dorfs.

Schulen in Liebistorf, Gurmels und Cordast

Kleinbösingen gehört zum Primarschulkreis Gurmels. Die Gemeindeseite beschreibt für die Kinder aus Kleinbösingen den Unterricht in 1H und 2H in Liebistorf. Ab 3H wird dieser Standort nach Möglichkeit weiter genutzt; je nach Schülerzahlen können Gurmels oder Cordast hinzukommen. Bei einem entsprechenden Standortwechsel wird ein Schulbus organisiert.

Die Orientierungsschule befindet sich in Gurmels. Die Primarschule verweist bei Kinderbetreuung auf die dortigen Gemeindeangebote. Auch die Jugendarbeit Gurmels richtet sich ausdrücklich an Kinder und Jugendliche aus Kleinbösingen.

Busanschluss und ein Ausflug ans Wasser

Die Gemeinde beschreibt Busverbindungen auf den Achsen Düdingen–Murten und Düdingen–Kerzers. Die konkreten Abfahrten sind im aktuellen Fahrplan zu prüfen. Für die Verwaltung ist die Längenstrasse 15 die richtige Adresse.

Redaktioneller Ausflugsvorschlag: Den Dorfhang und das Saanetal als zwei Stationen eines Besuchs verbinden. Im Auried den Themenweg nutzen und für Tierbeobachtungen genügend ruhige Zeit einplanen.

Die Karte markiert die Gemeindeverwaltung an der Längenstrasse 15, 3213 Kleinbösingen.

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen.

Quellen und Datenstand

Recherche: 2. Oktober 2026. Bevölkerung: zivilrechtlicher Bestand am 31. Dezember 2025, kantonale Publikation vom 26. August 2026. Schul-, Besuchs- und Verkehrsangaben bei den zuständigen Stellen geprüft.