Kloster Fahr
Kloster Fahr: Aargauer Exklave von Würenlos mit Benediktinerinnen, barocken Bauten, Gärten und Silja Walter.
Aktualisiert am

In diesem Artikel
Das Kloster Fahr liegt an der Limmat und ist vollständig von Zürcher Gebiet umschlossen. Die kleine Aargauer Exklave gehört seit 2008 zu Würenlos. Benediktinerinnen, barocke Architektur, Gartenkultur und das Werk Silja Walters geben dem Ort eine besondere kulturelle Bedeutung.
Kloster Fahr auf einen Blick
| Kanton / Bezirk | Aargau / Baden |
|---|---|
| Heutige Gemeinde | Würenlos |
| Status | Ortschaft / Gemeindeteil; keine eigene politische Gemeinde |
| Politische Zugehörigkeit | Aargauer Exklave der Gemeinde Würenlos |
| Stiftung | 1130 durch Lütold II. von Regensberg |
| Besuch | Kirche, Gärten und ausgewählte Räume im Rahmen der Klosterangebote |
Eine Exklave mit besonderem Status
Der Klosterbezirk gehört seit der Kantonsaufteilung von 1803 zum Aargau, der umliegende Grundbesitz dagegen zu Zürich. Bis Ende 2007 lag das Fahr zwar im Kanton Aargau, aber auf dem Gebiet keiner politischen Gemeinde. Würenlos nahm schon zuvor einzelne Verwaltungsaufgaben wahr.
Seit dem 1. Januar 2008 gehört die Exklave auch gebietsmässig zu Würenlos. Die Gemeinde ist deshalb Nachbarin Unterengstringens, obwohl zwischen dem Würenloser Hauptgebiet und dem Kloster Zürcher Boden liegt. Die Karte zeigt den amtlichen Klosterareal-Punkt innerhalb der Aargauer Exklave.
Seit 1130 mit Einsiedeln verbunden
Lütold II. von Regensberg schenkte 1130 den Besitz Fahr dem Kloster Einsiedeln mit der Auflage, ein Benediktinerinnenkloster zu errichten. Die Verbindung zu Einsiedeln besteht seit den Anfängen. Der Ortsname erinnert an einen früheren Fährübergang über die Limmat.
Während der Reformation wurde das Kloster um 1530 aufgehoben und 1576 mit zwei Nonnen aus Engelberg wieder eröffnet. Auch die aargauische Klosteraufhebung von 1841 traf das Fahr; für die Frauenklöster wurde sie 1843 rückgängig gemacht.

Barocke Bauten und Gärten
Zwischen dem späten 17. und der Mitte des 18. Jahrhunderts entstanden oder erneuerten sich wesentliche Teile der Anlage: Konventsgebäude, Refektorium, Propstei und Kirche. Die Brüder Torricelli schufen beim Kirchenumbau von 1743 bis 1746 Fresken. Auch die bemalten Aussenflächen gehören zum besonderen Erscheinungsbild des Klosters.

Der Betreiber bietet Führungen durch die Klosterkirche, historische Räume und mit Blick in den barocken Kreuzgarten an. Weitere Führungen behandeln die Klostergärten und den 2021 eröffneten Laudato-si’-Garten mit heimischen Blumen und Nutzpflanzen. Die historischen Räume sind nicht barrierefrei.
Silja Walter im Fahr
Die Schriftstellerin Silja Walter lebte als Schwester Maria Hedwig über sechzig Jahre im Kloster. Sie starb am 31. Januar 2011. Der Silja-Walter-Raum in der Propstei würdigt ihr literarisches und bildnerisches Werk mit Dokumenten und persönlichen Objekten.
Führungen zum Raum und die heutigen spirituellen und kulturellen Angebote veröffentlicht das Kloster Fahr. Die Klausur ist von den angebotenen Besucherbereichen zu unterscheiden. Der Gemeindeartikel Würenlos erläutert den politischen Zusammenhang dieser besonderen Exklave.
Quellen und Orientierung
Weitere Ortsartikel finden sich in der Aargau-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
Redaktionell geprüft am 2. Oktober 2026. Keine eigene politische Gemeinde; Gemeindezugehörigkeit im Steckbrief. Für diese Ortschaft wird keine ungeprüfte eigene Bevölkerungszahl angegeben. Die Aufnahmejahre der Fotos stehen jeweils beim Bild.