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Kölliken

Kölliken: Sauzmehus und Museum, Kirche, Industrie- und Sanierungsgeschichte, Wald, Schule und Kinderbetreuung.

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Historisches Bauernhaus mit grossem Strohdach und Garten
Sauzmehus in Kölliken, September 2011; das Museum bleibt 2026 wegen Sanierung geschlossen. Foto: LuFiLa · CC BY-SA 4.0.

Das grosse Dach des Sauzmehus erinnert in Kölliken an die bäuerliche Vergangenheit. Bahn, Autobahn und Industrie brachten später tiefgreifende Veränderungen. Zum Ortsbild und zur Geschichte gehören deshalb sowohl das Strohdachhaus und die reformierte Kirche als auch die aufwendige Sanierung der früheren Sondermülldeponie.

Kölliken auf einen Blick

Kanton / BezirkAargau / Zofingen
Bevölkerung5’146 am 30. Juni 2026
Ständige Wohnbevölkerung gemäss kantonaler Bevölkerungsstatistik
Gemeindefläche8,89 km²
Waldfläche3,85 km²
Höhenlage430 m ü. M.
Postleitzahl5742
Offizielle Websitekoelliken.ch
BFS-Nr.4276

Das Sauzmehus und sein grosses Dach

Das Dorfmuseum befindet sich in einem 1802 gebauten Aargauer Strohdachhaus. Die Besitzerfamilie Suter hatte eine kantonale Lizenz zum Salzverkauf; daraus entstand der Name Sauzmehus. Der Ständerbau besitzt vier Hochstüden und ein Walmdach von ungefähr 900 Quadratmetern.

Ursprünglich war das Dach mit Stroh gedeckt. Bei späteren Erneuerungen, zuletzt 2020, verwendete man Schilf. Das Gebäude gehört seit 1981 der Einwohnergemeinde und ist seit 1987 Museum. Es vermittelt die Lebensweise einer wohlhabenden Bauernfamilie und zeigt altes Handwerk sowie Dorfgeschichte.

2026 bleibt das Museum wegen Sanierungsarbeiten das ganze Jahr geschlossen. Einzelne Garten- oder Begleitanlässe haben einen eigenen Kalender. Für einen Innenbesuch und eine spätere Wiederöffnung ist die aktuelle Museumsseite entscheidend. Das historische Haus ist zudem nicht rollstuhlgängig.

Kirche, Häuser und kommunales Zentrum

Kölliken gehört zum Bezirk Zofingen. Das ältere Dorf entwickelte sich entlang seiner Strassen und ist heute Teil eines dicht verbundenen Wohn- und Wirtschaftsraums. Die reformierte Kirche, das Gemeindehaus und erhaltene ältere Häuser geben dem Ortskern eigene Bezugspunkte.

1507 entstand eine neue Kirche; 1528 folgte die Reformation. Der Kirchenraum dient weiterhin der Kirchgemeinde. Gottesdienste und Zugang werden dort abgeklärt. Die älteren Aufnahmen beim Artikel dokumentieren die Gebäude zu ihrem jeweiligen Aufnahmejahr.

Reformierte Kirche mit schlankem Turm
Reformierte Kirche Kölliken, September 2011. Foto: LuFiLa · CC BY-SA 4.0.
Gelbes Gemeindehaus mit symmetrischer Fassade
Gemeindehaus Kölliken, März 2024. Foto: Paradise Chronicle · CC BY-SA 4.0.

Von Cholinchove zur Industriegemeinde

864 wurde Kölliken als königlicher Besitz «Cholinchove» erwähnt. 919 kam der Ort an das Kloster St. Gallen. Bern erwarb ihn 1460; diese Herrschaft endete 1798. Seit 1803 gehört Kölliken zum Kanton Aargau.

Im 19. Jahrhundert führte wirtschaftliche Not zu Auswanderungen, unter anderem nach Amerika. Zugleich entstanden Textilbetriebe, eine Ziegelei und weitere Fabriken. Die Nationalbahn brachte 1877 den Eisenbahnanschluss. Wasserversorgung, Elektrizität und Strassenbau veränderten die Lebensbedingungen.

Das Gasthaus Bären steht als Teil der älteren Bausubstanz im Dorf. Historische Fotos und der Museumsbestand vermitteln diese frühere Welt, während neue Wohngebiete und die Verkehrsachsen die spätere Entwicklung zeigen.

Gasthaus und ältere Gebäude an einer Dorfstrasse
Gasthaus Bären und Strassenraum, September 2011. Foto: LuFiLa · CC BY-SA 4.0.

Die frühere Sondermülldeponie

1978 nahm die Sondermülldeponie Kölliken den Betrieb auf. Wegen Belastungen für Umwelt und Nachbarschaft wurde sie 1985 geschlossen. Es folgte eine aussergewöhnlich aufwendige Sanierung. Die grossen Rückbauhallen prägten den Ort viele Jahre.

Der Rückbau des Deponiekörpers war Ende April 2016 abgeschlossen. Die charakteristische Halle wurde 2018 entfernt. Diese Schritte sind von der weiteren Bearbeitung und Überwachung des Untergrunds zu unterscheiden. Die ehemalige Deponie ist weder ein heutiger Ablagerungsbetrieb noch ein frei besuchbares Ausflugsziel. Der Bund beschreibt die Sanierungsgeschichte.

Wald und saisonales Schwimmbad

Mit 385 Hektaren Wald besitzt Kölliken einen grossen bewaldeten Gemeindeteil. Die Gemeinde veröffentlicht Rastplätze und weitere Freizeitangebote. Als eigene Spaziergangsidee lässt sich ein Ortsrundgang mit einem öffentlichen Waldweg verbinden.

Das Schwimmbad an der Risigasse ist ein saisonaler Treffpunkt. Seine Saison 2026 endete am 19. September. Künftige Saisonzeiten und Tarife werden auf der kommunalen Badeseite geprüft; im Herbst ist ein Badebesuch deshalb nicht einfach vorauszusetzen. Bibliothek, Ludothek und Vereine ergänzen die Freizeitmöglichkeiten unabhängig von der Badesaison.

Alle Volksschulstufen im Ort

Kölliken führt Kindergarten, Primarschule sowie Real-, Sekundar- und Bezirksschule. Für die Oberstufe bestehen Verbindungen mit Muhen: Beide Orte führen Real- und Sekundarschule, die Bezirkschüler besuchen Kölliken. Musikschule, schulische Förderung und Schulsozialarbeit ergänzen den Unterricht.

Die Schule veröffentlicht ein mit Gemeinde und Kita Cat koordiniertes Tagesstrukturangebot. Genannt werden Früh-, Mittags- und Nachmittagsbetreuung sowie Ferienangebote. Durchführung und Raumeinteilung hängen von den Anmeldungen ab und werden beim Anbieter geprüft. Die Gemeinde informiert zusätzlich über Tagesfamilien und Betreuungsbeiträge.

Anreise zwischen Bahn und Autobahn

Die Bahnhaltestellen Kölliken und Kölliken Oberdorf erschliessen unterschiedliche Teile des Ortes. Der aktuelle Fahrplan hilft bei der passenden Anreise. Die Autobahn A1 prägt die weitere Umgebung und die Ortsgeschichte; für Wege zu Fuss sind die öffentlichen Querungen und der lokale Strassenraum massgeblich.

Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen. Beim Anzeigen wird die Karte von OpenStreetMap geladen.

Quellen und Orientierung

Weitere Ortsartikel finden sich in der Aargau-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

Redaktionell geprüft am 1. Oktober 2026. Bevölkerungsstand: 30. Juni 2026, kantonale ständige Wohnbevölkerung. Die Aufnahmejahre der Fotos stehen jeweils beim Bild.