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La Brillaz

La Brillaz verbindet Lentigny, Lovens und Onnens. Drei Dorfgeschichten, Kirchen und Glasmalerei, Schule und Betreuung sowie die Anreise mit Bus 339.

Aktualisiert am

Lentigny mit Kirchturm und Dorfhäusern zwischen grünen Wiesen
Blick auf Lentigny, Oktober 2012. Foto: Dietrich Michael Weidmann · CC BY-SA 3.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

La Brillaz ist eine Gemeinde mit drei weiterhin erkennbaren Dorfidentitäten. Lentigny, Lovens und Onnens liegen in der Landschaft westlich von Freiburg. Kirchen, ältere Bauernhäuser, Wohnquartiere und Felder prägen die Orte. Ihre gemeinsame Verwaltung ist jung; ihre Beziehungen zu Hauterive und Montagny reichen weit zurück.

Seit dem 1. Januar 2001 bilden die drei ehemaligen Gemeinden La Brillaz im Saanebezirk / District de la Sarine des Kantons Freiburg. Der Name bezeichnet keinen vierten Dorfkern. Wie die Gemeinde selbst erklärt, bezieht er sich auf eine Kapelle und einen Wald, die überwiegend auf dem Gebiet von Prez und nur teilweise bei Lovens liegen. Für Adressen und die Anreise bleiben deshalb die Dorfnamen wichtig.

La Brillaz auf einen Blick

Kanton und BezirkFreiburg (FR), Sarine / Saane
BFS-Nr.2234
Bevölkerung2’239 am 31. Dezember 2025; zivilrechtliche Bevölkerung gemäss kantonaler Statistik
DörferLentigny, Lovens und Onnens
SpracheFranzösisch
VerwaltungRoute d’Onnens 11, 1745 Lentigny
Offizielle WebsiteCommune de La Brillaz

Die Bevölkerungszahl umfasst alle drei Dörfer und die übrigen Siedlungen der heutigen Gemeinde.

Drei Dörfer zwischen Wohngebieten und Landwirtschaft

Lentigny bildet den Verwaltungs- und Schulstandort. Lovens bewahrt die Form eines Strassendorfs, Onnens besitzt mit Kirche und älteren Landsitzen einen eigenen historischen Kern. Dazwischen und ringsum liegen landwirtschaftliche Flächen. Die Entwicklung zu Wohnorten im Einzugsgebiet von Freiburg hat die alten Ortsbilder ergänzt, ohne die Dorfnamen aufzulösen.

Für einen Besuch lohnt sich die bewusste Wahl eines Dorfes: Ein Spaziergang durch Lentigny zeigt andere Schwerpunkte als der Kirchenbereich in Onnens oder die Häuser entlang der Dorfstrasse von Lovens. Die Gemeinde ist kein kompakter Rundgang um einen einzigen Hauptplatz.

Marker: Verwaltung in Lentigny. Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen.

Lentigny: Kirche, Torf und Porzellan

Lentigny ist 1142 als «Lintiniei» belegt; der historische deutsche Name lautet Lentenach. Archäologische Funde reichen von der Mittel- und Jungsteinzeit bis zur gallorömischen Epoche. Die Deutung einzelner römischer Spuren als Villa oder Töpferwerkstatt bleibt im HLS ausdrücklich offen.

Der Ort gehörte zur Herrschaft und später zur Vogtei Montagny. 1447 brannten freiburgische Truppen das Dorf im Konflikt mit Savoyen nieder. Kirchlich löste sich Lentigny 1588 von Onnens. Die heutige Kirche Saint-Pierre-aux-Liens entstand 1837–1840 anstelle älterer Bauten.

Häuser und Dorfstrasse in Lentigny mit Voralpen im Hintergrund
Wohnhäuser in Lentigny, Oktober 2012. Foto: Dietrich Michael Weidmann · CC BY-SA 3.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Zur Wirtschaftsgeschichte gehören mehr als Landwirtschaft: Eine Ziegelei entstand 1869 und wurde ab 1931 nach Corbières verlegt. Torf wurde bis 1945 abgebaut; Entwässerungsarbeiten veränderten die früher sumpfigen Flächen. Eine 1946 gegründete Feinkeramikproduktion arbeitete von 1954 bis 1961 als Porzellanmanufaktur. Seit den 1990er-Jahren verstärkte sich die Wohnentwicklung.

Onnens: Saint-André und Glasmalerei

Onnens FR, historisch deutsch Onning, ist 1137 als «Unens» belegt. Die Ortsangabe FR unterscheidet es vom gleichnamigen Waadtländer Dorf. Die Abtei Hauterive besass hier umfangreiche Rechte und betrieb einen Klosterhof. Zur Pfarrei gehörten auch Lovens, Corjolens und zunächst Lentigny.

Die Kirche Saint-André besitzt einen Glasmalereizyklus aus dem frühen 20. Jahrhundert. Das Vitrocentre Romont dokumentiert die Arbeiten des Freiburger Ateliers Kirsch & Fleckner und ihre Zuschreibung an Raymond Buchs. Ein älteres Mittelstück des Andreasfensters stammt von Friedrich Berbig. Damit lohnt sich ein Blick auf die Ausstattung ebenso wie auf den Bau; der Zugang zum Kircheninneren richtet sich nach den kirchlichen Nutzungen.

Ältere Landsitze erzählen vom Einfluss Freiburger Familien. Das HLS nennt unter anderem das 1780 von Charles de Castella gebaute Haus der Familie Diesbach. Solche Wohngebäude sind keine automatisch öffentlich zugänglichen Sehenswürdigkeiten. Für einen Dorfspaziergang bleiben die Ansichten vom öffentlichen Weg der geeignete Rahmen.

Lovens und seine ländliche Kontinuität

Lovens wird vor 1173 erwähnt; der historische deutsche Name lautet Loving. Aymon I. von Montagny überliess Hauterive 1229 seinen Grundbesitz im Dorf. Politisch blieb Lovens im Herrschaftsraum Montagny, kirchlich gehört es seit jeher zur Pfarrei Onnens.

Das HLS hebt Milchwirtschaft und Futterbau hervor. Seit den 1990er-Jahren ergänzen Wohnquartiere den ländlichen Charakter. Die Verbindung zu Freiburg durch eine Buslinie besteht seit 1975; heute ist für die Fahrt der konkrete Halt innerhalb von Lovens entscheidend.

Älteres Haus mit Holzfassade und Ziegeldach in La Brillaz
Ältere Bausubstanz in La Brillaz, Oktober 2012. Die Quelldatei nennt keinen einzelnen Ortsteil. Foto: Dietrich Michael Weidmann · CC BY-SA 3.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Gemeinsame Schule und Betreuung in Lentigny

Die Schule La Brillaz ist auf zwei Gebäude in Lentigny verteilt: Caméléon an der Route Joseph-Nicolas Mora 20 und 1901 an der Route d’Onnens 9. Die Schule nutzt die Mehrzweckhalle für den Turnunterricht. Die genaue Klassenzuteilung und die Schultransporte veröffentlicht der Schulbetrieb für das jeweilige Schuljahr.

Das kommunale Accueil extrascolaire Au Petit Soleil an der Route d’Onnens 11 nimmt Kinder der örtlichen Kindergarten- und Primarstufen auf. Aus einer 2008 gegründeten Vereinsinitiative wurde 2015 eine Gemeindestruktur. Die Anmeldung erfolgt schriftlich bei der Verwaltung; Plätze sind begrenzt. Für 2026/27 sind eigene Unterlagen verfügbar, Ferienöffnungen unterscheiden sich vom Schulbetrieb.

Die Gemeinde arbeitet auch mit REPER zusammen. Auf ihrer Jugendseite stehen aktuelle Hinweise zum «Espace jeunes» in der Salle Mora. Diese Angebote verbinden die Dörfer im Alltag; Altersgruppen und Termine werden jeweils im konkreten Programm angegeben.

Mit dem Bus zu den drei Dorfkernen

Die TPF-Linie 339 Avry–Chénens erschliesst Onnens, Lovens und Lentigny. Der Fahrplan nennt beispielsweise Onnens FR, église, Lovens, village und Lentigny, village. Einzelne Fahrten bedienen unterschiedliche Haltefolgen. Die Anschlüsse an die Bahn liegen ausserhalb der drei Dorfkerne, unter anderem bei Avry-Matran und Chénens.

Redaktioneller Vorschlag: Für einen ersten Besuch einen Dorfkern auswählen und die Rückfahrt ab dem passenden Halt planen. Eine Verbindung mehrerer Dörfer zu Fuss sollte anhand der Wanderkarte und der tatsächlich vorhandenen Wege geplant werden. Fahrten und Änderungen stehen bei den TPF-Regionalbusfahrplänen.

Quellen und weiterführende Informationen

Geprüft am 1. Oktober 2026. Bevölkerung: zivilrechtlicher Stand 31. Dezember 2025, publiziert am 26. August 2026.

Aufnahmejahre und Lizenzen stehen bei den Bildern.