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Laufenburg

Laufenburg am Hochrhein: Schweizer Altstadt, Burg, Doppelstadt und Sulz, dazu Flussgeschichte, Kultur, Schule und Betreuung.

Aktualisiert am

Häuser der Schweizer Altstadt spiegeln sich im Rhein
Schweizer Altstadt von Laufenburg am Rhein, April 2007. Foto: Roland Zumbuehl · CC BY 3.0.

Laufenburg liegt auf zwei Seiten des Rheins und in zwei Ländern. Auf der Schweizer Seite steigen die Altstadtgassen zur Stadtkirche und zum Burghügel an; über die Brücke ist die deutsche Schwesterstadt erreichbar. Zur Aargauer Gemeinde gehört seit 2010 auch Sulz mit seinen Dörfern, Kapellen und bewaldeten Höhen.

Laufenburg auf einen Blick

Kanton / BezirkAargau / Laufenburg
Bevölkerung3’874 am 30. Juni 2026
Ständige Wohnbevölkerung gemäss kantonaler Bevölkerungsstatistik
Gemeindefläche14,47 km²
Waldfläche6,473 km²
Höhenbereich300 m am Rhein bis 690 m am Schinberg
GemeindeteileLaufenburg und Sulz; Zusammenschluss 2010
Postleitzahlen5080 Laufenburg, 5085 Sulz
Offizielle Websitelaufenburg.ch
BFS-Nr.4170

Eine Doppelstadt am Hochrhein

Der Rhein verbindet und trennt Laufenburg zugleich. Die linke Uferseite gehört zum Kanton Aargau, die rechte zu Baden-Württemberg. Der hier ausgewiesene Steckbrief beschreibt ausschliesslich die Schweizer politische Gemeinde einschliesslich Sulz. Für einen Spaziergang kann man die Doppelstadt dagegen als gemeinsamen Raum erleben.

Die Gassen der Schweizer Altstadt folgen dem Gelände zwischen Fluss und Burghügel. Treppen, Brunnen und geschlossene Häuserzeilen machen den Reiz eines Rundgangs aus. Seit 1972 gilt das Stadtbild als von nationaler Bedeutung. 1985 erhielt Laufenburg den Wakker-Preis für die Pflege der Altstadt.

Häuserzeile in der Oberen Wasengasse
Obere Wasengasse in der Schweizer Altstadt, Oktober 2021. Foto: JoachimKohler-HB · CC BY-SA 4.0.

Burghügel und Stadtkirche

Der Turm der Burgruine bleibt ein markanter Punkt über den Dächern. Die Burg war Sitz der jüngeren Linie Habsburg-Laufenburg; nach dem Dreissigjährigen Krieg zerfiel die Anlage. Heute lassen die Mauerreste die strategische Lage an der einstigen Rheinengstelle erkennen.

Steinerner Turm der Burgruine mit Fahne
Turm der Burgruine Laufenburg, Juni 2021. Foto: Tschubby · CC BY-SA 3.0.

Am Fuss des Burghügels steht St. Johann Baptista. Der spätgotische Bau wurde im 18. Jahrhundert teilweise barock umgestaltet. Besonders anschaulich wird das Zusammenspiel von Kirche, Burg und Häusern beim Blick vom gegenüberliegenden Ufer. Innenbesichtigungen und Gottesdienste werden mit der Pfarrei abgestimmt.

Warum aus einer Stadt zwei wurden

1207 wird Laufenburg als «Loufenberc» genannt. Graf Rudolf II. von Habsburg gilt als Stadtgründer. Die Stadt war später eine der vier habsburgischen Waldstädte am Rhein und gehörte lange zu Vorderösterreich.

Die politischen Veränderungen um 1800 legten die Landesgrenze mitten in den Fluss. 1802 wurde der linksrheinische Teil schweizerisch, 1803 kam er zum Kanton Aargau. Die Verteilung der städtischen Einrichtungen und Besitzungen zwischen beiden Seiten dauerte noch bis 1829. Diese Geschichte erklärt die bis heute enge Verbindung der beiden Laufenburg.

Stromschnellen, Schifffahrt und Kraftwerk

Die namensgebenden «Laufen» waren Stromschnellen in einer felsigen Engstelle. Schiffe mussten entladen und durch die schwierige Passage geführt werden. Flösse wurden zerlegt und unterhalb wieder zusammengefügt. Auch der Lachsfang war eine bedeutende Erwerbsquelle.

Beim Kraftwerkbau von 1906 bis 1914 sprengte und überstaute man die Felsen. Damit veränderten sich Fluss und Stadtlandschaft grundlegend. Die alte hölzerne Rheinbrücke wurde 1910 durch eine Betonbrücke von Robert Maillart ersetzt. Die heutige Aussicht auf den ruhigeren Rhein zeigt deshalb eine Landschaft, die stark durch Wasserbau geprägt wurde.

Sulz und die Landschaft hinter dem Rhein

Seit dem Zusammenschluss von 2010 reicht das Gemeindegebiet vom Rhein in das Sulztal und bis zum Schinberg. Die Kirche St. Peter und Paul in Sulz, die Kapelle St. Nikolaus in Leidikon und St. Margareta in Rheinsulz ergänzen die Sehenswürdigkeiten der Altstadt. In Rheinsulz wurden 2010 bedeutende spätromanische Wandmalereien freigelegt und konserviert.

Kirche in Sulz mit Turm und langem Kirchenschiff
Kirche in Sulz, Mai 2007. Foto: Baden er · CC BY-SA 3.0.

Die Freizeitkarte der Region verbindet diese Orte mit Wanderwegen und Aussichtspunkten. Sie wird von der Tourist-Information und der Gemeindekanzlei abgegeben. Für eine ausgedehntere Tour bietet sich auch der markierte Flösserweg zwischen Laufenburg und Stilli an, der an die historischen Landwege der Flösser erinnert.

Kultur und ein Weg durch zwei Länder

Das Rehmann-Museum zeigt Kunst und wechselnde Ausstellungen. Die kultSCHÜÜR bietet Theater, Musik, Literatur und weitere Veranstaltungen. Öffentliche Stadtführungen und ein Audioguide erschliessen die Geschichte der Doppelstadt. Termine und Besuchsangebote bündelt die kommunale Tourismus-Seite.

Die «Laufenburger ACHT» ist ein ungefähr 6,2 Kilometer langer Erlebniswanderweg. Er wechselt dreimal über den Rhein und verbindet beide Länder. Interaktive Stationen behandeln Natur, Geologie und Stadtgeschichte. Treppen und unterschiedliche Wegoberflächen gehören zur Strecke; für die Planung hilft die aktuelle Beschreibung des Betreibers.

Schule, Betreuung und Anreise

Primarschulen bestehen in Laufenburg und Sulz. Die Kreisschule Regio Laufenburg führt die Oberstufe im regionalen Verbund. Tagesstrukturen ergänzen Kindergarten und Primarschule; ein Mittagstisch steht auch Oberstufenschülern offen. Die Angebote unterscheiden sich nach Standort und Modul. Ein Platz wird bei der Schule beziehungsweise Betreuung angemeldet.

Auf der Schweizer Seite liegt der Bahnhof Laufenburg an der Rheinlinie; Busse erschliessen die Umgebung und Sulz. Der Bahnhof Laufenburg (Baden) befindet sich in Deutschland. Bei der Fahrplansuche ist diese Unterscheidung hilfreich. Verbindungen und Anschlüsse werden über den aktuellen Fahrplan geplant.

Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen. Beim Anzeigen wird die Karte von OpenStreetMap geladen.

Quellen und Orientierung

Weitere Ortsartikel finden sich in der Aargau-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

Redaktionell geprüft am 1. Oktober 2026. Bevölkerungsstand: 30. Juni 2026, kantonale ständige Wohnbevölkerung. Die Aufnahmejahre der Fotos stehen jeweils beim Bild.