Le Flon
Le Flon vereint Bouloz, Pont und Porsel: Dorfgeschichten, Saint-Gorgon, Spuren einer Herrschaft, gemeinsame Schule und Buslinie 472.
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In diesem Artikel
Bouloz, Pont und Porsel bilden seit 2004 die Gemeinde Le Flon. Ihren Namen trägt sie nach dem Bach, der durch die drei früheren Gemeinden fliesst und zur Broye führt. Die Geschichte bleibt in den einzelnen Dörfern sichtbar: in der Kirche von Porsel, den klösterlichen Besitzrechten von Bouloz und den Spuren einer kleinen Herrschaft bei Pont.
Le Flon gehört zur französischsprachigen Haute-Veveyse im Kanton Freiburg. Gemeint ist die Freiburger Gemeinde, nicht das gleichnamige Quartier in Lausanne. Verwaltung und Schulgebäude stehen in Porsel.
Le Flon auf einen Blick
| Kanton und Bezirk | Freiburg (FR), Veveyse |
|---|---|
| BFS-Nr. | 2337 |
| Bevölkerung | 1’221 am 31. Dezember 2025; zivilrechtliche Bevölkerung gemäss kantonaler Statistik |
| Sprache | Französisch |
| Erstnennung | Gemeinde seit 2004; Bouloz 1018, Pont 1152, Porsel 1147/1163 |
| Verwaltung | Route de Moudon 19b, 1699 Porsel |
| Website | Offizielle Gemeindewebsite |
Ein Bach als gemeinsamer Name
Die Fusion trat am 1. Januar 2004 in Kraft. Bouloz liegt an der Strasse Oron–Romont; Pont umfasst eine stärker verstreute Siedlung; Porsel bündelt Gemeinde- und Schuleinrichtungen. Die drei Namen bleiben für Adressen und Orientierung wichtig.
Der namensgebende Flon ist ein rechter Zufluss der Broye. Er darf nicht mit der Glâne verwechselt werden: Die abgebildete Strassenbrücke in Bouloz quert gemäss Bilddokumentation den Riau d’Enfer beziehungsweise Glâne-Bachlauf. Das ist ein anderer Gewässerbezug innerhalb der örtlichen Landschaft.

Bouloz: Höfe und Rechte der Klöster
Bouloz erscheint 1018 als Bedolosci und 1154 als Bolohc. Im 12. Jahrhundert erhielt das Kloster Hautcrêt mehrfach Land und Rechte. Auch Hauterive besass hier Güter: Conon de Prez übertrug ihm 1244–1246 Eigentum. Die Geschichte des kleinen Dorfs führt damit weit über die heutige Gemeindegrenze hinaus.
Ab 1536 gehörte Bouloz zur Freiburger Vogtei Rue, seit 1848 zur Veveyse. Kirchlich löste es sich 1641 von Saint-Martin und kam zur neuen Pfarrei Porsel. Eine jüngere Veränderung betraf die Landschaft: 1948–1950 wurden sumpfige Flächen entwässert. Die im HLS beschriebenen landwirtschaftlichen Verhältnisse von 1990 sind historische Vergleichswerte, keine aktuelle Berufsstatistik.
Pont und die Herrschaft bei Les Rochettes
Der Name Pont ist 1152 als de Ponto belegt. Bei Les Rochettes bestand eine Burg der Familie Illens. Nach dem Verkauf 1514 wurde sie aufgegeben. Das HLS beschreibt Ruinen im 17. Jahrhundert und einen gegen Ende des 20. Jahrhunderts noch erkennbaren doppelten Graben.
Diese historischen Nachrichten belegen einen Herrschaftssitz, aber keinen heute erschlossenen Besuchsort. Die Herrschaft gelangte später an die Familien Bergier und Gottrau. Im 19. Jahrhundert gehörte die Strohflechterei zu den örtlichen Erwerbszweigen. Kirchlich blieb Pont länger als Bouloz bei Saint-Martin: Es wechselte erst 1958 zur Pfarrei Porsel.
Saint-Gorgon und das kirchliche Zentrum Porsel
Porsel ist in Urkunden von 1147 und 1163 als Porcels fassbar. Ein bronzezeitliches Beil und römische Spuren weisen auf ältere Nutzung hin. Im Mittelalter bestanden Verbindungen zu Oron und Illens; 1555 kam das Dorf im Zusammenhang mit dem Konkurs der Grafschaft Greyerz an Freiburg.
Die Kapelle Saint-Gorgon ist seit 1384 belegt. Als Porsel 1641 mit Bouloz eine eigene Pfarrei bildete, folgte 1642–1645 ein Kirchenbau. Der spätere Bau von 1735–1739 wurde 1872 und nochmals 1939–1943 erweitert. So trägt die Kirche mehrere Schichten der Ortsgeschichte in sich.
Mossel kam 1939, Pont 1958 zur Pfarrei. Porsel besass im 19. Jahrhundert Molassebrüche; im Zweiten Weltkrieg wurde Torf gewonnen. Eine gemeinsame Käsereigenossenschaft von Bouloz und Porsel entstand 1892. Auch die von 1940 bis 1973 bestehende Haushaltungsschule gehört zur Geschichte des Dorfs.
Ein Schulkreis mit Saint-Martin
Die Gemeinde bündelte ihre Schulgebäude im Januar 2011 in Porsel. Seit 2022/23 besteht der gemeinsame Schulkreis Le Flon–Saint-Martin. Diese Zusammenarbeit ist von der politischen Gemeindefusion 2004 zu unterscheiden.
Für 2026/27 besuchen die Kinder 1H bis 4H in Porsel und 5H bis 8H in Saint-Martin. Damit wechseln die Unterrichtsorte im Lauf der Primarschule über die Gemeindegrenze.
Die gemeinsame Betreuung Les P’tits Martiflon nutzt die Standorte Route d’Invau 4 in Porsel und Place du Village 1 in Saint-Martin. Nach dem Unterricht richtet sich der Betreuungsort grundsätzlich nach der Wohngemeinde; das Mittagessen nach dem Schulstandort. Die Morgenbetreuung kann je nach Anmeldungen an einem der beiden Orte organisiert werden. Module reichen von 6.30 bis 18.30 Uhr, mit keinem Angebot am Mittwochnachmittag. Der aktuelle Modulplan ist auf der Betreuungsseite verlinkt.
Die Dörfer an der Linie 472
Die TPF-Linie 472 Romont–Bouloz–Palézieux erschliesst alle drei Dörfer. Der Fahrplan nennt unter anderem Bouloz, Les Esserts, Porsel, Les Bois und village sowie Pont (Veveyse), Perey-Martin und village. Die richtige Haltestelle hängt deshalb vom konkreten Ziel ab.
Romont und Palézieux bieten Bahnanschlüsse. Für die Fahrt gelten die aktuellen Angaben von TPF. Das Gemeindesekretariat liegt im Erdgeschoss an der Route de Moudon 19b in Porsel; die Karte markiert diese Adresse.
Die Karte markiert die Gemeindeverwaltung an der Route de Moudon 19b, 1699 Porsel.
Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen.
Quellen und Datenstand
Recherche: 2. Oktober 2026. Bevölkerung: zivilrechtlicher Bestand am 31. Dezember 2025, kantonale Publikation vom 26. August 2026. Schul-, Besuchs- und Verkehrsangaben bei den zuständigen Stellen geprüft.