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Le Pâquier (FR)

Le Pâquier im Greyerzerland: Montbarry und seine Badekultur, aktiver Carmel, Saint-Théodule und das Gemeindehaus im früheren Bahnhof. Mit Karte und Anreise.

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Verschneite Wiesen oberhalb von Le Pâquier mit Blick auf die Freiburger Voralpen
Winterblick von oberhalb Le Pâquier nach Osten über das Greyerzerland. Aufnahme vom 4. Januar 2009 laut Kameradaten. Foto: AugustindeR · CC BY-SA 3.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Le Pâquier liegt zwischen Bulle und Gruyères, am Fuss der Hänge von La Chia und Moléson. Das Dorf öffnet sich zur Ebene der Granges und zur Landschaft des Greyerzerlands. Oberhalb erinnern die Bauten von Montbarry an die Zeit der Kuren und Grandhotels; am Carmel wird bis heute ein klösterlicher Alltag gelebt. Ein ehemaliger Bahnhofsbau dient der Gemeinde als Verwaltung.

Der amtliche Name lautet Le Pâquier (FR). Die Post- und Stationsbezeichnung Le Pâquier-Montbarry meint denselben Freiburger Ort. Der Zusatz FR unterscheidet ihn vom gleichnamigen Dorf im Kanton Neuenburg. Le Pâquier gehört zum französischsprachigen Bezirk Gruyère / Greyerz im Kanton Freiburg.

Le Pâquier auf einen Blick

Amtlicher NameLe Pâquier (FR)
Kanton und BezirkFreiburg (FR), Gruyère / Greyerz
BFS-Nr.2145
Bevölkerung1’457 am 31. Dezember 2025; zivilrechtliche Bevölkerung gemäss kantonaler Statistik
SpracheFranzösisch
GemeindeverwaltungRoute de Gruyères 26, 1661 Le Pâquier
BahnstationLe Pâquier-Montbarry, Linie Bulle–Gruyères–Montbovon
Örtliche AnkerpunkteSaint-Théodule, Montbarry, Carmel, Sautaux
Offizielle WebsiteCommune du Pâquier

Die Einwohnerzahl bezieht sich auf die gesamte politische Gemeinde und folgt der kantonalen Definition der zivilrechtlichen Bevölkerung.

Vom Bahnhof zu den höheren Ortsteilen

Der Bahnhof liegt auf rund 734 Metern. Von der Route de Gruyères führen die Wege ins Dorf und weiter hangaufwärts nach Montbarry. Die Route du Carmel erschliesst den Klosterstandort. Die Ebene, die bewaldeten Hänge und die höher gelegenen Weiden liegen hier dicht beieinander. Der Blick geht über das Kulturland in Richtung der Voralpen und des nahen Gruyères.

Zum historischen Siedlungsgefüge gehören neben Le Pâquier auch Les Chavonnes, Les Carrets, Prachaboud und Les Albergeux. Sie erscheinen in der Geschichte der gemeinsamen Nutzungsrechte. Montbarry gewann später durch die Schwefelquelle und den Kurbetrieb eine besondere Bedeutung. Für die Orientierung ist die Unterscheidung zwischen Dorfzentrum, Bahnhof und den höheren Standorten hilfreicher als der zusammengesetzte Stationsname allein.

Der Marker zeigt die Gemeindeverwaltung an der Route de Gruyères 26. Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen.

Eine Gemeinde aus gemeinsamen Nutzungsrechten

1539 schlossen sich die Dorfgenossen von Le Pâquier, Les Chavonnes und Les Carrets zu einer Nutzungsgenossenschaft zusammen; Prachaboud und Les Albergeux kamen später hinzu. Der Ort gehörte zur Grafschaft Greyerz und nach deren Auflösung 1555 zum Freiburger Herrschaftsgebiet. Die heutige politische Eigenständigkeit geht auf die Trennung von La Tour-de-Trême im Jahr 1827 zurück.

Die Kirche Saint-Théodule geht auf eine ältere Kapelle zurück und wurde 1843–1844 ausgebaut. Eine eigene Pfarrei wurde Le Pâquier erst 1919; zuvor gehörte es kirchlich zu Gruyères. Der kleine Kirchenbau mit seinem geschwungenen, spitzen Turmhelm steht unmittelbar im Dorf und hebt sich von den bewaldeten Hängen dahinter ab.

Kirche Saint-Théodule im Dorf Le Pâquier vor Wiesen und Wald
Saint-Théodule im Dorf Le Pâquier. Aufnahme vom 12. April 2024. Foto: Christian David · CC BY-SA 4.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Montbarry: Quelle, Kurhotel und Rückzugsort

Die Geschichte von Montbarry begann als Kurort mit einer Wasserentdeckung. Der Arzt Blaise Thorin untersuchte 1784 eine schwefelhaltige Quelle oberhalb des Dorfes. Daraus entwickelte sich ein Badebetrieb. Im 19. Jahrhundert wuchs Montbarry zu einem Ferien- und Kurort mit einem grossen Hotel, dessen Holzarchitektur, Galerien und Balkone zum touristischen Bild der Voralpen gehörten.

Der Schriftsteller Victor Tissot war mit Montbarry eng verbunden und wirkte an seiner touristischen Entwicklung mit. Die von der Gemeinde bereitgestellte Geschichte der Bäder von Montbarry verfolgt den Wandel vom Heilbad über das Hotel bis zum Ort spiritueller Aufenthalte. Ende der 1920er-Jahre übernahm die Kongregation der Sœurs de la Retraite chrétienne die Anlage; die Quelle wurde seit 1940 nicht mehr für den früheren Badebetrieb genutzt.

Montbarry ist damit vor allem ein Ort der Bau- und Tourismusgeschichte. Die alten Namen «Bains» und «Hôtel du Moléson» erklären die Herkunft der Anlage. Sie bezeichnen kein heutiges öffentliches Thermalbad.

Der aktive Carmel du Pâquier

Ein anderer, bis heute aktiver Rückzugsort ist das Karmelitinnenkloster an der Route du Carmel 67. Die Gemeinschaft entstand 1921 in Lully und zog 1936 in den neu errichteten Carmel von Le Pâquier. Gebet, gemeinsames Leben und Arbeit bestimmen ihren Alltag. Zu den eigenen Erzeugnissen gehören Gebäck, Figuren aus Jute und verzierte Kerzen.

Der Carmel lädt zum Mitfeiern der Eucharistie und der Tagzeitengebete ein. Für persönliche Aufenthalte dient die Hôtellerie Sainte Thérèse: Der Betreiber beschreibt Aufenthalte von zwei bis zehn Tagen in Stille und mit selbst zubereiteten Mahlzeiten. Die Seite für Gebet und Gäste führt zum aktuellen liturgischen Kalender und zu den Reservierungskontakten. Damit lässt sich ein Besuch passend zum Leben der Gemeinschaft planen.

Ein Bahnhof wird zum Gemeindehaus

Die Bahn erreichte Le Pâquier 1903. Aus dieser Zeit stammt das Stationsgebäude in Chaletform. Die Gemeinde erwarb es später und liess es 2018 für die Verwaltung umbauen. Nach der Dokumentation des Architekturbüros dient das Erdgeschoss der Verwaltung, während im Obergeschoss der Gemeinderat tagt. Die Umnutzung verbindet die frühe Bahngeschichte mit dem heutigen Gemeindealltag.

Historische Bahnstation Le Pâquier mit Chaletgebäude und orangefarbenem Triebwagen
Die Station Le Pâquier mit Reisezug um 1980, lange vor der Umnutzung zur Gemeindeverwaltung. SBB Historic, Sammlung Hans-Rudolf Berner, Signatur F 122 00785 001. Foto: Hans-Rudolf Berner · CC BY-SA 4.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Die historische Aufnahme zeigt den Bahnhof lange vor diesem Umbau. Für heutige Behördengänge gilt die Adresse Route de Gruyères 26; die Gemeinde veröffentlicht ihre Schalterzeiten auf der offiziellen Website.

Schule, Bibliothek und Vereinsleben

Die Primarschule gehört zum gemeinsamen Schulkreis Gruyères–Le Pâquier. Die Gemeinde stellt Schulreglement und Kontakte bereit. Ergänzend gibt es die schulergänzende Betreuung AES. Für das Schuljahr 2026/27 sind dort neue Anmeldeunterlagen und Tarife veröffentlicht. Das gemeinsame Ferienangebot mit Les Barboutsè in Gruyères findet während vier Sommerferienwochen in Epagny statt.

Die Dorfbibliothek befindet sich im Tageszentrum der Fondation Les Trois Trèfles an der Route de l’Eglise 8. Musik, Sport und Jugendangebote tragen das Vereinsleben: Dazu gehören die Musikgesellschaft L’Albergine, der Club sportif Le Pâquier und der gemeinsame Fussballclub La Tour–Le Pâquier. Das Vereinsverzeichnis enthält die aktuellen Kontakte.

Mit dem Zug nach Le Pâquier-Montbarry

Die Station Le Pâquier-Montbarry liegt an der Linie Bulle–Gruyères–Montbovon. Im Jahresfahrplan 2026 bedienen die Linien S50 und S51 den Ort; die Züge führen auf der anderen Seite von Bulle weiter in Richtung Châtel-Saint-Denis und Palézieux. Für eine konkrete Reise ist die Stationsbezeichnung im TPF-Fahrplan zu verwenden.

Mit dem Auto führt die Zufahrt aus Richtung Bulle über das Strassennetz bei La Tour-de-Trême; die Umfahrung H189 verbindet diesen Bereich mit der A12. Dorf, Montbarry und Carmel liegen auf unterschiedlichen Höhen. Wer zu Fuss weitergeht, plant für die Wege zu den höher gelegenen Standorten zusätzliche Zeit ein.

Quellen und Datenstand

Redaktioneller Stand: 1. Oktober 2026. Bevölkerung: 31. Dezember 2025, kantonal veröffentlicht am 26. August 2026.