Lützelflüh
Lützelflüh mit Gotthelf Zentrum, Grünenmatt und Ramsei. Exklaven, Herrschaft Brandis und Bahnhöfe mit Fotos, Karte und aktuellen BFS-Zahlen.
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Lützelflüh vereint mehrere Dörfer an der Emme und verstreute Hofgruppen auf den umliegenden Höhen. Das Gotthelf Zentrum erinnert an den Pfarrer und Schriftsteller Albert Bitzius. Ramsei und Grünenmatt bilden weitere Schwerpunkte einer Gemeinde mit zwei Exklaven.
Lützelflüh im Überblick
| Kanton | Bern (BE) |
|---|---|
| Verwaltungskreis | Emmental |
| BFS-Nummer | 955 |
| Einwohner | 4406 (ständige Wohnbevölkerung, 31. Dezember 2025) |
| Fläche | 26,87 km² (Gebietsstand 1. Januar 2026) |
| Gemeinde | Offizieller Gemeindeauftritt |
Drei Hauptdörfer und zwei Exklaven
Lützelflüh, Grünenmatt und Ramsei verfügen jeweils über einen eigenen Bahnhof. Goldbach gehört zum Ortsraum von Lützelflüh. Strassen und Bahn verbinden die Siedlungen mit Burgdorf, Langnau und den weiteren regionalen Zentren.
Das Gemeindegebiet ist nicht überall zusammenhängend. Oberried und Lauterbach sind Exklaven. Ausserdem gehören Teile von Trachselwald, Ranflüh und Rüegsauschachen zu Lützelflüh. Ein Ortsname allein sagt hier deshalb nicht immer eindeutig, in welcher politischen Gemeinde ein Haus steht.
Kleine Flühe und die Herrschaft Brandis
Die Gemeinde führt ihre erste schriftliche Erwähnung auf 1125 und die Form Lucelfluo zurück. Der Name verweist auf kleine Flühe. Die Edlen von Lützelflüh und später die Freiherren von Brandis prägten die mittelalterlichen Besitzverhältnisse.
1351 schlossen die Herren von Brandis einen Burgrechtsvertrag mit Bern. Später wurde ihre Herrschaft bernisch und als Amt Brandis verwaltet. Im Bauernkrieg 1653 schlossen sich zahlreiche Lützelflüher dem Aufstand an.
Die Geschichte der Gemeinde reicht damit über die Schriftstellererinnerung hinaus. Herrschaftsrechte, Landwirtschaft und die Beziehungen zur Emme bestimmten lange das Leben in den Dörfern und auf den Einzelhöfen.
Pfarrhaus, Museum und Grabstätte
Das frühere Pfarrhaus beherbergt das Gotthelf Zentrum Emmental. Albert Bitzius, bekannt unter seinem Schriftstellernamen Jeremias Gotthelf, wird dort über seine Arbeit und sein Lebensumfeld vermittelt. Das Zentrum wurde am 11. August 2012 eröffnet.
Der Bau stammt von 1655. Das Museum zeigt Themen aus dem Familienleben und der literarischen Tätigkeit; dazu gehören historische Wohnräume und audiovisuelle Angebote. Die Dokumentation des Zentrums beschreibt die einzelnen Gebäudeteile.

Die Grabstätte bei der Kirche bildet einen weiteren Erinnerungsort. Museum, Kirche und Grab verbinden die örtliche Geschichte mit einem bedeutenden Werk der deutschsprachigen Schweizer Literatur.
Gewerbe und historische Bauten
Die Hauptdörfer sind zugleich Wohn- und Gewerbestandorte. Ausserhalb der Zentren prägen Höfe, Weiden und Waldstücke das Gemeindegebiet. Diese Verteilung verbindet Dienstleistungen und gewerbliche Arbeit mit der Landwirtschaft.

In Ramsei stehen Mühlestöckli und ehemalige Mühle für eine ältere Verarbeitungstradition. Ihre Fachwerkbauten ergänzen die Kirchen- und Herrschaftsgeschichte um wirtschaftliche Alltagsbauten. Bahnanschlüsse und örtliche Angebote halten die unterschiedlichen Siedlungsschwerpunkte miteinander verbunden.
Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte ansehen.
Quellen und weiterführende Informationen
Recherchestand: 3. Oktober 2026. Bevölkerungsangabe: BFS STATPOP, 31. Dezember 2025. Fotos mit Aufnahmedatum, Urheber und Lizenz.