Lully FR
Lully FR, Bollion und Seiry: Saint-Léger, Bauernhäuser aus Muschelsandstein, Dorfgeschichte sowie Schule, La Fourmilière und P’tits Lutins.
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Lully FR vereint drei Dörfer mit unterschiedlichen Ortsbildern. Im Hauptdorf steht die alte Kirche Saint-Léger nahe dem früheren herrschaftlichen Anwesen. Bollion liegt im Tal des Bainoz, während Seiry mit eng gereihten Bauernhäusern und seiner Kirche den Hang darüber prägt.
Die französischsprachige Gemeinde im Bezirk Broye des Kantons Freiburg umfasst seit 2006 auch Bollion und Seiry. Alle drei verwenden die Postleitzahl 1470. Der Zusatz FR ist wichtig, denn im Kanton Waadt besteht ebenfalls eine Gemeinde Lully.
Lully FR auf einen Blick
| Kanton und Bezirk | Freiburg (FR), Broye |
|---|---|
| BFS-Nr. | 2025 |
| Bevölkerung | 1’239 am 31. Dezember 2025; zivilrechtliche Bevölkerung gemäss kantonaler Statistik |
| Sprache | Französisch |
| Erstnennung | 1011 als in villa Lulliaco nach HLS |
| Verwaltung | Route de Châtillon 2, 1470 Lully FR |
| Website | Offizielle Gemeindewebsite |
Saint-Léger: viele Bauphasen an einem Ort
Die Kirche Saint-Léger gehört zu den ältesten Sakralorten des Kantons. Der aktuelle kantonale Kulturgüterbericht beschreibt den Bau über einem Mausoleum des 6. oder 7. Jahrhunderts und spätere Bauphasen vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert. Das heute sichtbare Gebäude ist somit nicht ein unverändert erhaltenes frühmittelalterliches Gotteshaus.
Gotische Teile von Fassade und rechteckigem Chor stammen aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Schiff, Fenster, Triumphbogen und Turm wurden später wiederholt verändert. Die Gemeinde nennt 1870 für den Ersatz des älteren Glockenturms. Die Restaurierung von 1984 brachte weitere Erkenntnisse über die Bau- und Bestattungsgeschichte.
Bei einem Dorfspaziergang sind das kompakte Kirchenschiff und der schlanke Turm von aussen gut einzuordnen. Für einen gezielten Innenbesuch oder Gottesdienst sind die Pfarreiangaben massgebend; eine tägliche touristische Öffnungszeit ist nicht ausgewiesen. Der kantonale Ortsbildbericht erfasst Lully als Ort von lokaler Bedeutung.
Herrschaftliches Anwesen und Wohndorf
Das Manoir d’Estavayer-Lully trägt Spuren mehrerer Nutzungen. Die heutige Südfront wird im kantonalen Bericht wahrscheinlich in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts datiert. Nach den Familien Estavayer-Lully und Courten nutzten Karmelitinnen das Anwesen ab 1921 als Kloster. Später wurde es zum Institut du Bon Pasteur für Mädchen und ab 1956 zu Wohnungen umgebaut.
Zum älteren Ortskern gehören auch die Einfassungsmauer des Anwesens, das Pfarrhaus von 1855–1857 und das Châtelet mit spätgotischen Fenstereinfassungen. Für diese genutzten Bauten ist keine allgemeine öffentliche Schlossbesichtigung ausgewiesen. Wohnquartiere erweiterten Lully seit dem späten 20. Jahrhundert stark in Richtung einer Wohngemeinde nahe Estavayer-le-Lac.
Bollion am Bainoz
Bollion liegt tiefer im Tal des Bainoz. Der ältere Kern befindet sich unterhalb der Kantonsstrasse Estavayer–Treytorrens, deren Bau von 1888–1889 die Erschliessung veränderte. Häuser und Wege wurden lange mit örtlichem Muschelsandstein errichtet. Ehemalige Post, Käserei und Gasthaus gehören zu den von der Gemeinde beschriebenen Dorfgebäuden.

Die Entwicklung ist mit Font, Cheyres und Seiry verbunden; die politische Selbstständigkeit entstand erst im frühen 19. Jahrhundert. Der aktuelle SCRoL bewertet Bollion als Ortsbild sans substance. Diese technische Einstufung bezieht sich auf die erhaltene und geschützte Bausubstanz; sie ist keine Aussage, dass das Dorf verschwunden wäre oder keine eigene Geschichte besässe.
Seiry: dichte Häuserzeile und Saint-Georges
Seiry liegt höher am südöstlichen Hang des Bainoztals. Die Hauptstrasse wird im historischen Teil von eng aneinandergereihten Hausfassaden begleitet. Viele Einfassungen bestehen aus örtlichem Muschelsandstein; die Verbindung von Landwirtschaft und Steinbrucharbeit hat das Dorf geprägt. Der kantonale Bericht ordnet Seiry als Ort von regionaler Bedeutung ein.

Die neugotische Kirche Saint-Georges entstand 1883–1884 nach Plänen von Antoine Nein. Die Gemeinde unterscheidet die Einweihung am 23. November 1884 von der späteren Weihe 1918. Das Gebäude steht etwas oberhalb des älteren Kerns. Dort erinnert eine zusammenhängende Gruppe aus Speichern und früherem Schulhaus an die ältere Siedlungsstruktur.
Für einen ersten Besuch bietet sich als redaktionelle Idee ein Rundgang auf den öffentlichen Dorfstrassen an. Die drei Orte lassen sich dabei als eigene Ziele betrachten: Das Tal, der Hang und die Nähe zur Stadt Estavayer ergeben jeweils eine andere räumliche Situation. Eine beschilderte Gesamtwanderung oder feste Gehzeit wird damit nicht zugesichert.
Schriftlicher Beleg und Fusion
Das Historische Lexikon nennt 1011 als in villa Lulliaco. Damals gab Rudolf III. von Burgund die Kirche dem Kloster Romainmôtier zurück. Die Herrschaft gehörte später den Estavayer; ein Zweig führte im 17. und 18. Jahrhundert den Namen Estavayer-Lully. Ab 1536 lag Lully in der Vogtei Estavayer, seit 1848 im Bezirk Broye.
Seiry und Bollion durchliefen teilweise andere Herrschafts- und Verwaltungsgeschichten. Mit der Fusion von 2006 wurden sie Teil der heutigen Gemeinde Lully. Die gemeinsame Bevölkerungszahl im Steckbrief bezieht sich auf alle drei Dörfer und darf nicht als Einwohnerzahl des Hauptdorfs gelesen werden.
Drei Schulgebäude und Betreuung
Der Schulkreis Lully–Châtillon nutzt Gebäude in Lully, Châtillon und Seiry. Zwei Schulbusse verbinden die Standorte. Für Klassen und Zuteilungen führt der Betreiber die Organisation 2026/27; die Nachbargemeinde Châtillon FR gehört zum gemeinsamen Kreis.
Die La Fourmilière im Gemeindegebäude La Colombière in Lully bietet ausserschulische Betreuung für 1H bis 8H einschliesslich Mittagessen und Zvieri. Anmeldung und Module werden über die vom Betreiber veröffentlichte Plattform geregelt. Der aktuelle Ausführungsreglementstand gilt seit August 2026.
Für jüngere Kinder gibt es in Bollion das Atelier d’éveil des P’tits Lutins an Les Crosats 6. Es richtet sich an Kinder von zwei bis vier Jahren und nennt fünf Vormittage pro Woche. Dies ist ein eigenes Frühförderangebot und keine zusätzliche Primarschulklasse in Bollion.
Busanschluss und Gemeindeverwaltung
Der regionale Netzplan führt Lully FR, village an der Linie 555 Estavayer-le-Lac–Murist–Vuissens. Für einen Besuch in Bollion oder Seiry sind das genaue Ziel und der passende Anschluss im Tagesfahrplan gesondert zu wählen. Die Gemeindeverwaltung befindet sich im Hauptdorf an der Route de Châtillon 2.
Die Karte markiert die Gemeindeverwaltung an der Route de Châtillon 2, 1470 Lully FR.
Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen.
Quellen und Datenstand
Recherche: 1. Oktober 2026. Bevölkerung: zivilrechtlicher Bestand am 31. Dezember 2025, kantonale Publikation vom 26. August 2026. Besuchs-, Schul- und Verkehrsangaben bei den zuständigen Betreibern geprüft.