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Lupsingen

Lupsingen liegt zwischen den Höhen des Tafeljuras und beherbergt den geografischen Mittelpunkt des Baselbiets. Entdecke Dorfplatz, Themenwege, Ortsgeschichte und Vereinsleben.

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Luftbild des Dorfes Lupsingen zwischen Wiesen, Feldern und Waldrändern
Lupsingen in seiner Talmulde mit Dorfkern, Wohngebieten und offenen Flächen. SWISSIMAGE-Orthofoto, abgerufen im Oktober 2026. Foto: © swisstopo · Freie Nutzung mit Quellenangabe.

Lupsingen liegt südwestlich von Liestal in einer flachen Mulde zwischen den Höhen des Tafeljuras. Das Dorf gehört zum Bezirk Liestal und hat 1'577 Einwohnerinnen und Einwohner. Seine Umgebung ist von Wiesen, Äckern, bewaldeten Rücken und der nahen Grenze zum Kanton Solothurn geprägt. Ein besonderer Ort liegt im Gebiet Rüti: Dort befindet sich der geografische Mittelpunkt des heutigen Kantons Basel-Landschaft.

Wer Lupsingen kennenlernen möchte, sollte auch den Dorfplatz ansehen. Die Umnutzung des alten Feuerwehrmagazins zum Dorfladen und der erneuerte Spielplatz zeigen, wie eine kleine Gemeinde ihre Mitte beleben kann. Dazu kommen Themenwege, ein aktives Vereinsleben und eine Geschichte, in der Landwirtschaft und Seidenbandweberei lange zusammengehörten.

Lupsingen auf einen Blick

Kanton und BezirkBasel-Landschaft, Bezirk Liestal
Einwohner1'577, Stand 30. Juni 2026
Gemeindefläche3,13 km² nach den Gemeindeangaben
Dorfplatz436 m ü. M.
Höchster PunktChleckenberg, 544 m ü. M.
Postleitzahl4419
Nachbarn im BaselbietSeltisberg, Ziefen und Bubendorf
Nachbarn im Kanton SolothurnBüren, Seewen und Nuglar-St. Pantaleon
Offizielle WebsiteGemeinde Lupsingen

Eine Mulde zwischen Chleckenberg und Remischberg

Der Chleckenberg am östlichen Rand und der Remischberg im Westen rahmen das Dorf. Beide gehören zu den tafelartigen Höhenzügen, die dieser Juralandschaft ihren Namen geben. Zwischen ihnen liegt das Siedlungsgebiet; rundherum werden die offenen Flächen landwirtschaftlich genutzt.

Weidelandschaft und bewaldete Jurahügel zwischen Lupsingen und Büren
Weiden und Jurahügel in der Landschaft zwischen Lupsingen und Büren SO, Juni 2026. Foto: Zwantzig · CC BY-SA 4.0.

Die Bäche entwässern überwiegend nach Norden ins Oristal. In Richtung Ziefen führen andere Wasserläufe zur Hinteren Frenke. Diese Geländeform erklärt, weshalb Strassen und Wege aus dem Dorf teils über einen Rücken führen, bevor sie das nächste Tal erreichen. Ein kurzer Abstand auf der Karte bedeutet deshalb nicht immer einen ebenen Spaziergang.

Zu den auswärts liegenden Höfen gehören Östel, Rothengrund, Eichli und Höfli. Sie ergänzen den Dorfkern um einzelne Siedlungspunkte in der Flur. Wer über die Gemeindegrenzen hinauswandert, kommt rasch nach Solothurn; die Landschaft läuft weiter, auch wenn die kantonale Zuständigkeit wechselt.

Der geografische Mittelpunkt des Baselbiets

Seit der Zugehörigkeit des Laufentals zum Baselbiet liegt der geografische Mittelpunkt des Kantons in Lupsingen. Er befindet sich einige hundert Meter nordöstlich des Dorfes im Gebiet Rüti, nahe der Strasse nach Seltisberg. Eine Hinweistafel macht den besonderen Punkt kenntlich.

Hinweistafel zum geografischen Mittelpunkt des Kantons Basel-Landschaft bei Lupsingen
Hinweistafel beim geografischen Mittelpunkt des Kantons Basel-Landschaft im Gebiet Rüti. Aufnahme vom Februar 2023. Foto: WidmerThomas · CC BY-SA 4.0.

Die Tafel erläutert, dass es sich um den Flächenschwerpunkt der Kantonsfläche handelt. Das ist etwas anderes als ein politisches Zentrum, ein zentraler Bahnhof oder der Ort mit der kürzesten Fahrzeit aus allen Gemeinden. Gerade diese Unterscheidung macht den kleinen Ausflugsort interessant: Die Form eines Kantons wird hier zu einem konkreten Punkt in der Landschaft.

Man kann den Besuch mit einem Spaziergang ab Lupsingen verbinden. Die Markierung liegt im Gelände und ist keine grössere touristische Anlage. Für den genauen Zugang hilft der kommunale Hinweis unter Geografie und Kantonsmittelpunkt.

1194 erwähnt, wesentlich älter besiedelt

Lupsingen erscheint am 14. März 1194 als Lubesingin in einer Urkunde von Papst Coelestin III. Darin wurde dem Kloster Beinwil sein Besitz bestätigt. Diese Erwähnung ist kein Gründungsdatum. Einzelfunde und die Namensform weisen auf eine längere Siedlungsgeschichte hin.

Im Mittelalter gehörte das Dorf zur Herrschaft Waldenburg. Es gelangte 1366 an den Bischof von Basel und 1400 mit dem Amt Waldenburg an die Stadt Basel. Die Lage an der Grenze zu Solothurn konnte gefährlich werden: Im Dezember 1448 wurde Lupsingen im Zusammenhang mit dem St. Jakoberkrieg gebrandschatzt.

Nach 1798 wechselte das Dorf vom Waldenburger zum Liestaler Bezirk. Dort blieb es auch nach der Entstehung des Kantons Basel-Landschaft im Jahr 1833. Die Zugehörigkeit zu Liestal ist somit deutlich jünger als die frühere Verbindung zum Amt Waldenburg.

Warum im Wappen ein Wolf steht

Der Ortsname wird mit einem alemannischen Personennamen, wahrscheinlich Lubo, und der Endung -ingen erklärt. Er würde demnach die Sippenleute dieses Mannes bezeichnen. Eine sichere Gründungsgeschichte lässt sich daraus nicht ableiten.

Das Wappen zeigt einen aufrechten blauen Wolf mit roten Krallen auf gelbem Grund. Es wurde 1946 vom Gemeinderat genehmigt. Der Wolf spielt auf das ähnlich klingende lateinische Wort lupus an. Das ist eine bildhafte Verbindung zum Namen, keine Begründung dafür, dass der Dorfname tatsächlich vom lateinischen Wort abstammt.

Die gelb-blauen Farben erinnern an die ältere Zugehörigkeit zum Waldenburger Amt. Das Gemeindewappen verbindet somit eine jüngere Gestaltung mit historischen Bezügen, die weit vor dem heutigen Kanton liegen.

Landwirtschaft und Seidenbandweberei

Die Posamenterei brachte über lange Zeit einen Nebenverdienst in bäuerliche Haushalte. Seidenbänder wurden zuhause auf Webstühlen hergestellt, während Basler Unternehmen den überörtlichen Absatz organisierten. Im Jahr 1856 wurden in Lupsingen 117 Bandstühle gezählt.

Mit dem Niedergang dieser Heimindustrie verlor ein wichtiger Erwerbszweig seine Bedeutung. Im 20. Jahrhundert entwickelte sich der Ort stärker zur Wohngemeinde. Besonders seit den 1960er-Jahren stieg die Bevölkerung deutlich. Während 1950 noch 336 Menschen hier lebten, waren es im Jahr 2000 bereits 1'237.

Diese Veränderung ist am Verhältnis von altem Dorfkern und jüngeren Wohngebieten sichtbar. Landwirtschaftliche Flächen bleiben ein wichtiger Teil des Gemeindegebiets, aber der Arbeitsort vieler Einwohnerinnen und Einwohner liegt heute ausserhalb.

Vom Feuerwehrmagazin zum lebendigen Dorfplatz

Der heutige Dorfplatz entstand aus einer bewussten Aufwertung der Ortsmitte. Früher lagen hier unter anderem das Milchhüsli, das alte Schulhaus und das Feuerwehrmagazin. Mit dem Wegfall früherer Nutzungen verschwanden auch alltägliche Treffpunkte.

Die Gemeinde gestaltete den Platz neu und nutzte das denkmalgeschützte Feuerwehrmagazin als Dorfladen. Der Glockenturm und das charakteristische Dach blieben erhalten. 2019 wurde der neue Laden eingeweiht. Ein erneuerter Spielplatz ergänzte die Nutzung für Familien.

Damit wurde nicht nur ein Gebäude renoviert. Einkaufen, Spielen und kurze Begegnungen kamen an einem gemeinsamen Ort zusammen. Die Entwicklung ist als Beispiel für die Belebung eines Dorfzentrums bei EspaceSuisse dokumentiert. Für einen ersten Rundgang ist der Platz deshalb ebenso aufschlussreich wie die ältere Ortsgeschichte.

Themenwege: Flurnamen, Landschaft und Geologie

Lupsingen bietet mehrere kommunal beschriebene Rundwanderungen. Sie führen beispielsweise zur Schneematt, über Chleckenberg und Riedbach oder zum Remischberg und Orisbach. Informationstafeln stehen bei Schneematt, Dorfplatz, Chapf und Stegmatten.

Die Wege vermitteln nicht nur Aussicht. Flurnamen erzählen von früheren Nutzungen, Geländeformen und örtlichen Erinnerungen. Ein geologischer Rundgang erklärt zudem die Gesteine und die Entwicklung des Landschaftsraums. Dafür braucht man kein geologisches Vorwissen; die Beschreibungen geben den Beobachtungen entlang der Strecke einen Zusammenhang.

Ein interessantes Detail ist die Schneemattquelle: Sie liegt auf Seewener Boden, ihre Ableitung führt über Büren zur Aufbereitung auf Lupsinger Gebiet. Die Wasserversorgung folgt hier den natürlichen Verhältnissen und nicht einfach den Gemeindegrenzen. Es handelt sich um eine Versorgungsanlage, nicht um einen frei nutzbaren Trinkwasserbrunnen für Wandernde.

Die Wegbeschreibungen der Gemeinde helfen bei der Auswahl einer passenden Runde. Steigungen, Wetter und aktuelle Wegehinweise sollten dabei berücksichtigt werden.

Schule und Angebote für Familien

Die Primarstufe Lupsingen ist der örtliche Zugang zu Kindergarten und Primarschule. Auf ihrer Website veröffentlicht sie Unterrichtsinformationen, Formulare, Unterstützungsmöglichkeiten und Einblicke in den Schulalltag. Die Schulanlage am Dorfrand wurde im Jahr 2000 eingeweiht.

Das kommunale Verzeichnis nennt ergänzend Spielgruppen, eine Kindertagesstätte, eine Krabbelgruppe und den Jugendraum JUMPS. Solche Angebote unterscheiden sich nach Altersgruppe und Trägerschaft. Aktuelle Teilnahmebedingungen sollten direkt bei der jeweiligen Stelle geprüft werden.

Schule und Dorfplatz erfüllen dabei unterschiedliche Aufgaben: Die Schule strukturiert einen grossen Teil des Familienalltags, während der Platz auch ausserhalb des Unterrichts einen öffentlichen Treffpunkt bietet.

Fasnacht, Musik und gemeinsames Dorfleben

Die Guggemusik Lupo-Rueche wurde 2012 von vierzehn Fasnachtsbegeisterten gegründet. Sie tritt auch ausserhalb Lupsingens auf und verbindet den Ort mit der regionalen Fasnachtskultur. Kostüme und musikalische Sujets wechseln von Saison zu Saison.

Mitglieder der Lupsinger Guggemusik Lupo-Rueche beim Fasnachtsumzug in Liestal
Die Lupsinger Guggemusik Lupo-Rueche beim Fasnachtsumzug in Liestal, Februar 2024. Die Aufnahme zeigt den Auftritt ausserhalb des Heimatdorfs. Foto: James Steakley · CC BY 4.0.

Daneben gehören unter anderem Turnverein, Schützengesellschaft, Musikverein Lupsingen Seltisberg, Marktkommission, Natur- und Wandergruppen zur örtlichen Vereinslandschaft. Der Lupsibärger Märt ist ein Anlass im Dorfkalender. Gemeinsame Organisationen mit Seltisberg zeigen, dass das Dorfleben nicht an der Gemeindegrenze endet.

Die reformierte kirchliche Zugehörigkeit führt nach Ziefen. Seit 1810 besteht die gemeinsame Kirchgemeinde mit Ziefen und Arboldswil. Ältere Verbindungen nach St. Pantaleon leben unter anderem in der Bezeichnung Kirchweg beziehungsweise Totenweg weiter.

Mit dem Bus nach Lupsingen

Lupsingen besitzt keinen Bahnhof. Die Buslinie 72 verbindet den Ort über Seltisberg mit Liestal. Dort bestehen Anschlüsse an den Bahnverkehr. Für Fahrten und Verbindungen gilt der aktuelle Fahrplan der Autobus AG.

Für einen Besuch lässt sich der Dorfplatz mit einer Themenwanderung oder dem Kantonsmittelpunkt verbinden. Wer anschliessend in ein Nachbardorf weitergeht, sollte auch die Rückfahrt von dort prüfen. Der Weg über eine Höhe ist oft landschaftlich reizvoll, braucht aber mehr Zeit als die Luftlinie vermuten lässt.

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Regionale Dienstleistungen

Die Inserate von schweiz.work zeigen Angebote aus dem Baselbiet für Handwerk, Garten und weitere Dienstleistungen.

Quellen und weiterführende Informationen

Redaktioneller Stand: Oktober 2026. Bildlegenden bezeichnen Aufnahmeorte und Bilddaten.