Madiswil
Madiswil im Langetental: Linksmähderpfad, Rüebenchilbi, Kirche sowie Gutenburg, Kleindietwil und Leimiswil. Mit Schulen, Fotos und Karte.
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Madiswil liegt im Langetental zwischen Langenthal und Huttwil. Das Dorf im Berner Oberaargau ist mit der Sage vom Linksmähder und der Rüebenchilbi verbunden. Ein historischer Rundgang erschliesst ältere Häuser, den Kirchplatz und die Wirkungsstätte des Schmieds und Schriftstellers Jakob Käser.
Die heutige Gemeinde ist grösser als das namensgebende Dorf. Zu ihr gehören auch Gutenburg, Kleindietwil und Leimiswil sowie Weiler und Hofgruppen. Diese unterschiedlichen Siedlungen machen Madiswil zu einem Gemeindegebiet, in dem Talboden, bewaldete Hügel und eigenständige Ortsgeschichten zusammenkommen.
Madiswil auf einen Blick
| Kanton und Verwaltungskreis | Bern (BE); Oberaargau |
|---|---|
| Bevölkerung | 3'383 am 31. Dezember 2025; ständige Wohnbevölkerung gemäss BFS STATPOP |
| Fläche | 23,17 km²; davon 5,52 km² Wald |
| Höhenlage | Gemeindegebiet zwischen 507 und 765 m ü. M. |
| Ortsteile | Madiswil, Gutenburg, Kleindietwil und Leimiswil; weitere Weiler und Hofgruppen |
| Postleitzahlen | 4934 Madiswil; 4932 Gutenburg; 4936 Kleindietwil; 4935 Leimiswil |
| BFS-Nummer | 332 |
| Offizielle Website | Gemeinde Madiswil |
Fläche, Waldfläche und Höhenlage stammen aus den Gemeindeangaben. Die Bevölkerungszahl wird nach der kantonal einheitlichen STATPOP-Bilanz mit dem Stichtag Ende 2025 angegeben.
Frühe Erwähnung und die heutige Gemeinde
Madiswil ist 795 als «Madalestwilare» belegt. Damals schenkte Heribold Güter an die Kirche Rohrbach. Später besassen verschiedene Klöster und weltliche Herren Rechte im Dorf. Die Herrschaft Grünenberg spielte im Mittelalter eine wichtige Rolle; 1480 gelangte Madiswil vollständig unter bernische Herrschaft.
Die Landwirtschaft prägte das Tal über lange Zeit. Wässermatten an der Langete gehörten zur Bewirtschaftung. Im 19. Jahrhundert gewann der Bahnanschluss an die Strecke Langenthal–Huttwil–Wolhusen an Bedeutung. Das Historische Lexikon der Schweiz beschreibt auch das Wachstum neuer Wohnquartiere seit den 1960er-Jahren.
Das Gemeindegebiet veränderte sich durch Zusammenschlüsse. Gutenburg gehört seit 1. Januar 2007 zu Madiswil; Kleindietwil und Leimiswil kamen am 1. Januar 2011 hinzu. Die politische Gemeinde umfasst seither mehrere Orte mit eigener Geschichte. Bei Flächen- und Bevölkerungsangaben ist deshalb wichtig, ob vom heutigen Gebiet oder vom früheren Dorf Madiswil die Rede ist.
Gutenburg, Kleindietwil und Leimiswil
Gutenburg wurde 1277 als «Guotenberg» erwähnt. Der Ort war bis Ende 2006 eine selbstständige Gemeinde. Sein Name verweist auf die frühere Burg und Herrschaft. Burgdorf kaufte die Burg 1431; später verfiel die Anlage. Heute lassen sich vor allem Spuren von Gräben und Wällen mit ihrer Geschichte verbinden.
Kleindietwil liegt ebenfalls im Langetental. Die kommunale Darstellung hebt die Befestigungsanlage auf dem Schlosshoger im Hunzenwald hervor. Das Dorf war historisch mit der Pfarrei Rohrbach und später mit Burgdorf verbunden. Heute besitzt es unter anderem wichtige Schulstandorte für die Region.
Leimiswil erstreckt sich über höher gelegene Teile der Landschaft. Seine erste schriftliche Erwähnung als «Leimolteswilare» wird zwischen 816 und 837 eingeordnet. Neben dem Dorf gehören verschiedene Weiler und Höfe zu diesem Ortsteil. Für einen Besuch sollte man deshalb eine konkrete Adresse oder ein Ziel wählen und die Wege durch das hügelige Gelände einplanen.

Linksmähder, Ortsrundgang und Jakob Käser
Das Madiswiler Wappen zeigt einen Mäher und erinnert an die Sage vom Linksmähder. Nach der Erzählung musste Ueli mit einer links geführten Sense in begrenzter Zeit ein Kreuz in eine grosse Wiese mähen, um die Bauerntochter Vreneli heiraten zu dürfen. Er bewältigte die Aufgabe, brach danach aber zusammen. Die überlieferten Fassungen unterscheiden sich in Einzelheiten; die Geschichte ist als Sage zu verstehen.
Der Linksmähderpfad macht daraus einen Zugang zur Ortsgeschichte. Der Rundgang führt unter anderem an einem alten Gasthof, dem Doktorhaus, dem «Galgenlöli», Oberaargauer Bauernhäusern, dem Kirchplatz und der Dorflinde vorbei. Tafeln erklären die Stationen. Die Gemeinde stellt einen Faltprospekt bereit; für Gruppen lassen sich Führungen organisieren.
Eine Station ist die alte Dorfschmitte im Oberdorf. Dort lebte und arbeitete Jakob Käser (1884–1969), Schmiedemeister, Mundartschriftsteller und Ehrenbürger. Nach der Arbeit verfasste er Erzählungen und Gedichte im Oberaargauer Dialekt. Die kommunale Kulturübersicht ordnet seine Wirkungsstätte in den Rundgang ein.

Die reformierte Kirche von 1779
Die Kirche steht erhöht am Kirchgässli 21, eingefasst von älterem Mauerwerk. Der heutige Bau entstand 1779; am selben Ort hatte es mehrere Vorgängerkirchen gegeben. Im Innern belichten regelmässige Rundbogenfenster den grossen Predigtsaal.
Die Gestaltung ist vergleichsweise schlicht. Dadurch treten die verzierte Nussbaumkanzel und der Marmortaufstein besonders hervor. Die Kirchenvisite beschreibt den Bau als Beispiel des nüchternen spätbarocken Kirchenbaus im bernischen Raum.
Als Öffnungszeit nennt die Kirchenvisite täglich 8 bis 20 Uhr und verweist für Abweichungen auf die Kirchgemeinde. Die Kirche ist zugleich ein Ort für Gottesdienste und Veranstaltungen. Der Kirchplatz lässt sich als Station des historischen Ortsrundgangs einbeziehen.
Rüebenchilbi und Erntegeschichte
Die Rüebenchilbi wird traditionell am letzten Sonntag im Oktober gefeiert. Ihre Geschichte führt zum Rübenanbau im breiten Talboden zurück. Im 19. Jahrhundert kamen Bauern mit ihren Erntewagen zum Laubenplatz, wo Rüben verkauft beziehungsweise versteigert wurden.
Aus dem Handel entwickelte sich ein geselliger Anlass. Händler boten weitere Waren an, und das Fest wurde zu einem Teil der Dorftradition. Die Gemeindedarstellung zur Rüebenchilbi erklärt diesen Zusammenhang zwischen Landwirtschaft, Markt und gemeinsamem Feiern.
Wer die Chilbi besuchen möchte, sollte das aktuelle Veranstaltungsprogramm beachten. Der überlieferte Termin beschreibt die Tradition; konkrete Angebote und organisatorische Angaben werden für die jeweilige Durchführung veröffentlicht.
Schulstandorte, Umbau und Tagesschule
Die Volksschule Madiswil unterrichtet Kinder vom Kindergarten bis zur 6. Klasse. Die 7. bis 9. Klassen besuchen das Oberstufenzentrum in Kleindietwil. Das Kindergartenzentrum Homatt befindet sich an der Homattstrasse 8 in Kleindietwil; das Schulhaus Neumatt liegt am Neumattweg 10 in Madiswil.
Die aktuelle Standortübersicht weist auf den Umbau eines Trakts im Neumattschulhaus hin. Während dieser Bauphase sind die 1. und 2. Klassen in einem Provisorium beim Standort Homatt untergebracht. Die 3. bis 6. Klassen werden im Neumattschulhaus geführt. Diese vorübergehende Organisation ist bei der Planung des Schulwegs zu berücksichtigen.
Die Tagesschule ergänzt den Unterricht mit Morgen-, Mittags- und Nachmittagsmodulen. Die Unterlagen für 2026/27 führen Betreuung ab 6.45 Uhr, einen Mittagstisch von 11.45 bis 13.30 Uhr und Nachmittagsmodule bis 18.15 Uhr auf. Anmeldungen und Änderungen erfolgen über die Schule; die Betreuungstarife sind einkommensabhängig.
Für die konkret verfügbaren Tage und Räume sind die aktuellen Schulangaben massgebend. Die Standortübersicht nennt die Tagesschule am Mostereiweg. Die Schule veröffentlicht auf ihrer Tagesschulseite auch Informationen zu Anmeldung, Verpflegung und unterrichtsfreien Tagen.
Anreise und Karte
Die Bahnstrecke zwischen Langenthal und Huttwil erschliesst das Langetental. Für den Besuch eines Ortsteils ist neben dem Bahnhof der anschliessende Weg zu beachten: Die heutige Gemeinde reicht weit über den Dorfkern von Madiswil hinaus.
Hinweis für Herbst 2026: Vom 21. September bis 25. Oktober 2026 ist die Strecke Langenthal–Huttwil wegen Bauarbeiten vollständig gesperrt. Bahnersatzbusse übernehmen den Verkehr. Die städtische Mitteilung zu Langenthal Süd informiert über die Bauphase. Der aktuelle Fahrplan zeigt Abfahrtsorte und Reisezeiten.
Die Karte markiert die Kirche im Dorf Madiswil und zeigt einen grösseren Ausschnitt des Gemeindegebiets im Langetental.
Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte ansehen.
Quellen und weiterführende Informationen
Recherchestand: 1. Oktober 2026. Bevölkerungsangabe: BFS STATPOP, 31. Dezember 2025. Fotos mit Aufnahmedatum, Urheber und Lizenz.
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- Oberstufenzentrum Kleindietwil
- Tagesschulmodule 2026/27
- Kanton Bern/BFS: Bevölkerungsbilanz 2010–2025, STATPOP 2025
- Totalsperre Langenthal–Huttwil: 21.09.–25.10.2026
- Postleitzahl Leimiswil: 4935