Regionen

Marly

Marly an der Gérine: Marly-le-Grand, Marly-le-Petit und Chésalles, Industriegeschichte, MIC, Kulturerbe, Schwimmbad und Spazierwege.

Aktualisiert am

Die Pfeiler und Bögen der Pérollesbrücke bei Marly
Die Pérollesbrücke bei Marly am 10. März 2021. Foto: Roland Zumbuehl · CC BY-SA 4.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Marly ist ein Wohn- und Arbeitsort an der Gérine südlich der Stadt Freiburg. Die frühere Papier- und Fotoindustrie, der heutige Marly Innovation Center und die Wohngebiete geben der Gemeinde ein deutlich anderes Gesicht als den kleineren Dörfern des Saanebezirks. Zugleich führen Wege entlang des Flusses rasch in eine Landschaft aus Gehölzen, Feldern und älteren Hofgruppen.

Zur heutigen Gemeinde gehören Marly-le-Grand, Marly-le-Petit und Chésalles. Wer Marly besucht, kann deshalb sehr unterschiedliche Orte verbinden: den historischen Pfarrbezirk, die Anlagen der früheren Industrie, das neue Schwimmbad und die ländliche Umgebung von Chésalles.

Marly auf einen Blick

Kanton und BezirkFreiburg (FR), Sarine / Saane
BFS-Nr.2206
Bevölkerung9’540 am 31. Dezember 2025; zivilrechtliche Bevölkerung gemäss kantonaler Statistik
SpracheFranzösisch; deutschsprachige Bevölkerung und Angebote
Historischer deutscher NameMertenlach
Ehemalige GemeindenMarly-le-Grand, Marly-le-Petit, Chésalles
VerwaltungRoute de Fribourg 9, 1723 Marly
WebsiteCommune de Marly

Marly-le-Grand, Marly-le-Petit und Chésalles

Marly-le-Grand und Marly-le-Petit waren zwei eigenständige Gemeinden. Ihr Zusammenschluss zur Gemeinde Marly erfolgte 1970. Die ältere Trennung lässt sich weiterhin an Namen und Bauten ablesen: Im historischen Dorfbereich liegen die Pfarrkirche und der Landsitz Les Epinettes; an der Route de la Gérine stehen das Château du Petit-Marly und die Kapelle Sainte-Famille.

Chésalles kam 1976 hinzu. Der Ort hat eine besondere Verbindung zum Kloster Hauterive: Bereits 1146 ist dort ein klösterlicher Wirtschaftshof belegt. Als politische Gemeinde bestand Chésalles seit 1831. Kirchlich blieb es zunächst Ependes zugeordnet und wechselte erst 1978 zur Pfarrei Marly. Landwirtschaftliche Flächen und Hofgebäude stehen hier neben der späteren gewerblichen Entwicklung.

Blick von Chésalles über Felder und Höfe auf Marly
Blick von Chésalles auf Marly am 11. September 2011. Foto: Ribereth · CC BY-SA 3.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Heute unterscheidet die Gemeinde mehrere Wirtschaftsgebiete: den Marly Innovation Center, die Industrie- und Gewerbezonen Corbaroche und Chésalles sowie den Bereich Winckler nahe der Pérollesbrücke. Diese Namen helfen bei der Orientierung ebenso wie die heutigen Wohn- und Schulbereiche Grand-Pré und Cité.

Die Gérine als Antrieb der Ortsentwicklung

Der Ortsname erscheint 1055 als in marlensi. In Les Râpettes wurden die Reste einer gallorömischen Villa gefunden. Die spätere wirtschaftliche Entwicklung folgte stark dem Wasser: An der Gérine, auf Deutsch Ärgera, arbeiteten Mühlen, Schmieden und weitere Gewerbebetriebe. Besonders lange bestand die Papiermühle von 1411 bis 1921.

Die 1922 eröffnete Pérollesbrücke verbesserte die Verbindung nach Freiburg und begünstigte neue Betriebe in Marly-le-Petit. In den frühen 1960er-Jahren kam die fotografische Forschung und Produktion von Ciba hinzu. Mit der industriellen Entwicklung wuchs auch die Wohnbevölkerung stark. Die Gemeindegeschichte beschreibt diesen Wandel vom Gewerbe am Fluss zum dicht besiedelten Freiburger Vorort.

Vom Fotoareal zum Marly Innovation Center

Der Marly Innovation Center, kurz MIC, nutzt das frühere Industrieareal als Campus für Unternehmen. Heute gehören Laborräume, Büros, Werkstätten, Produktions- und Lagerflächen dazu. Der Betreiber nennt für 2026 rund 200 angesiedelte Unternehmen und 1’000 Arbeitsplätze auf dem gesamten Campus.

Ilford-Gebäude und Parkplatz am früheren Industriestandort Marly
Das Ilford-Areal am 20. September 2011, vor der späteren Entwicklung zum heutigen Campus und Quartier. Foto: Ribereth · CC0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Die frühere Nutzung bleibt baulich sichtbar. Das Kulturgüterschutzinventar führt das Forschungs- und Laborzentrum von Ciba beziehungsweise Ilford als Objekt von regionaler Bedeutung. Die Aufnahme von 2011 zeigt den damaligen Ilford-Zustand; der heutige Campus und das benachbarte Wohnquartier Ancienne Papeterie haben sich seither weiterentwickelt.

Zum neuen Quartiersumfeld gehören Wohnen, Dienstleistungen, Gastronomie und das öffentliche Schwimmbad. Forschungs- und Produktionsräume sind Arbeitsstätten. Für öffentliche Angebote sind die jeweiligen Betreiber massgeblich, während der Campusplan vor allem bei der Suche nach einem bestimmten Gebäude hilft.

Pfarrkirche und historische Häuser

Die Kirche Saints-Pierre-et-Paul am Chemin des Epinettes 1 gehört zu den geschützten Bauten von Marly. Zu ihrer bedeutenden Ausstattung zählen eine bemalte hölzerne Schreinmadonna aus der Zeit um 1360, ein Taufbecken von 1511 und ein barocker Altaraufsatz.

In der Nähe liegen das Pfarrhaus an der Route du Chevalier 10 und das Manoir de Gady, auch Château des Epinettes, am Chemin des Epinettes 5. Im früheren Petit-Marly stehen das Schloss an der Route de la Gérine 29 und die Kapelle Sainte-Famille an Nummer 39. Das Kulturgüterschutzinventar hilft, diese Gebäude voneinander zu unterscheiden; es beschreibt keine öffentliche Innenbesichtigung. Die Aussenansichten lassen sich von den öffentlichen Strassen aus betrachten.

Spaziergänge am Fluss und über die Gemeindegrenze

Die Gérine durchquert Marly und mündet in die Saane. Sie ist zugleich ein Naherholungsraum. Die Gemeinde weist auf Spazierwege, Picknickplätze und Spielmöglichkeiten hin. Wer eine längere Runde plant, findet in den kommunalen Wandervorschlägen konkrete Streckenangaben.

Gérine zwischen Gehölzen und kleinen Sohlschwellen in Marly
Die Gérine in Marly am 20. September 2011. Foto: Ribereth · CC0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Die Runde «Autour de la Gérine» ist mit 8,6 Kilometern und etwa 2 Stunden 30 Minuten beschrieben. Der «Circuit d’Hauterive via Chésalles» führt über 9,1 Kilometer und ist mit etwa 2 Stunden 45 Minuten angegeben. Dabei liegen Teile der Ausflüge ausserhalb von Marly; das Kloster Hauterive befindet sich in der gleichnamigen Nachbargemeinde.

Ein anderes Thema bietet der Planetenweg ab Corbaroche. Er veranschaulicht die Abstände im Sonnensystem und führt zur Sternwarte in Le Petit-Ependes, Gemeinde Bois-d’Amont, sowie darüber hinaus. Die Sternwarte nennt etwa anderthalb Stunden für den Spaziergang entlang des Modells. Marly beschreibt unter demselben Thema eine längere acht Kilometer umfassende Runde. Für die Tagesplanung ist deshalb der konkret gewählte Streckenverlauf entscheidend.

Das öffentliche Schwimmbad

Die Piscine de Marly liegt an der Rue des Frères-Lumière 2. Zur Ausstattung gehören ein 25-Meter-Becken mit sechs Bahnen, ein Lernbecken mit beweglichem Boden, Sprunganlagen mit einem Ein-Meter-Brett und einer Drei-Meter-Plattform sowie ein Kinderbereich. Das warme Massagebecken ist gemäss Betreiber Personen über 16 Jahren vorbehalten.

Öffentliche Badezeiten, Schulen und Kurse teilen sich die Anlage. Während der Schulzeit gibt es an mehreren Werktagen getrennte Öffnungsblöcke; für Ferien und Feiertage gelten eigene Zeiten. Die Betreiberseite veröffentlicht auch die Beckenbelegung. Kinder unter zehn Jahren müssen von einer erwachsenen Person begleitet und beaufsichtigt werden. Der letzte Eintritt ist 45 Minuten vor der Schliessung möglich.

Für die Anreise empfiehlt der Betreiber die TPF-Linie 8 bis «Marly, Piscine». Damit lässt sich der Badbesuch auch ohne Auto mit einem Aufenthalt im Quartier Ancienne Papeterie verbinden.

Schule und Betreuung

Der Schulkreis Marly umfasst auch Pierrafortscha und Villarsel-sur-Marly. Die beiden Schulstandorte heissen Marly Cité mit den Bereichen Château d’Eau und Epinettes sowie Marly Grand-Pré. Unterrichtssprache ist Französisch. Für deutschsprachige Kinder ist unter bestimmten Voraussetzungen und nach Entscheid des Schulinspektorats der Besuch der deutschen Regionalschule Freiburg möglich.

Die ausserschulische Betreuung ist für Kinder von 1H bis 8H des Schulkreises organisiert. Die Standorte liegen bei den Schulen. Neben dem Betrieb während der Schulzeit bietet Marly gemäss Jahreskalender fünf Wochen Ferienbetreuung an; die Beiträge richten sich nach den finanziellen Verhältnissen der Familien. Der schulische Informationsbrief 2026/27 und die Betreuungsunterlagen sind über die Gemeindeseiten erreichbar.

Orientierung und Karte

Die Karte markiert die Verwaltung an der Route de Fribourg 9. Für Wege innerhalb von Marly lohnt sich die Angabe des konkreten Quartiers oder Zielorts: Schwimmbad, historischer Dorfkern und Chésalles liegen auseinander. Die Buslinie 233 verbindet Marly im Fahrplan 2026 auch mit Ependes, Arconciel und Treyvaux; die Badeanlage wird direkt durch Linie 8 erschlossen.

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen.

Quellen und Datenstand

Recherchiert am 1. Oktober 2026. Zivilrechtliche Bevölkerung: 31. Dezember 2025, kantonale Veröffentlichung vom 26. August 2026. Schulen und Betriebe: Abrufstand 2026; Schulunterlagen 2026/27.

Fotos zeigen die jeweils datierten Aufnahmezustände. Urheber und Lizenzen stehen bei den Bildern.