Meienberg
Meienberg in Sins: früheres habsburgisches Städtchen mit Amtshaus, Stadtmauerresten und Eligiuskapelle.
Aktualisiert am

In diesem Artikel
Meienberg ist heute ein Weiler von Sins, war im Mittelalter aber eine befestigte Kleinstadt und später ein Amtszentrum. Amtshaus und Stadtmauerreste bewahren diese ungewöhnliche Vergangenheit. Der Name bezeichnete bis 1941 auch die gesamte heutige Gemeinde Sins.
Meienberg auf einen Blick
| Kanton / Bezirk | Aargau / Muri |
|---|---|
| Heutige Gemeinde | Sins |
| Status | Ortschaft / Gemeindeteil; keine eigene politische Gemeinde |
| Erste Nennung | 1247 «Meigenberch» |
| Mittelalterliche Stellung | Kleinstadt mit Turm, Ringmauer und Marktrecht |
| Historischer Einschnitt | Zerstörung im Sempacherkrieg am 29. Januar 1386 |
Eine habsburgische Kleinstadt
Die Grafen von Habsburg gründeten Meienberg vor 1247 und befestigten es mit Turm und Ringmauer. Der Ort wird 1247 als Burg und 1266 als Stadt bezeichnet. Er besass Marktrecht und weitgehende Weiderechte, aber keinen eigenen Stadtbann oder Friedkreis.
1273 erscheint Meienberg erstmals als Amt. Sein Gebiet umfasste zahlreiche Orte im oberen Freiamt und reichte auch in den heutigen Luzerner Raum. 1359 verpfändete Herzog Rudolf die Vogtei an Ulrich Gessler. Meienberg verband damit Stadt- und Herrschaftsfunktionen auf engem Raum.
Zerstörung und Fortbestand
Am 29. Januar 1386 zerstörten die Eidgenossen das Städtchen im Sempacherkrieg. Es entwickelte sich danach nicht wieder zu einer bedeutenden Stadt, sondern blieb eine kleine Bauernsiedlung. Die Verwaltungs- und Gerichtsfunktion bestand dagegen fort.
1415 kam Meienberg zunächst zu Luzern; ab 1425 gehörte es zur gemeinsamen Verwaltung der Freien Ämter. Die ganze Gemeinde trug noch bis 1941 den Namen Meienberg, bevor sie Sins hiess. Ortsname und früherer Gemeindename sind deshalb auseinanderzuhalten.
Amtshaus und Mauerreste
Das Amtshaus ist ein sichtbarer Bezug zur langen Verwaltungsgeschichte. Die Gemeindegeschichte führt seinen Ursprung auf 1359 zurück. Der heutige Bau zeigt verschiedene spätere Veränderungen und ist nicht als unverändert erhaltenes Gebäude des 14. Jahrhunderts zu verstehen.

Die Mauerreste und die Geländestufe lassen Teile der früheren Befestigung erkennen. 2005 wurde die im Boden erhaltene Gründungsanlage ausgegraben. Das HLS dokumentiert damit neben den sichtbaren Bauten auch die archäologische Erforschung des früheren Städtchens.
Kapelle und örtliche Verantwortung
Die Eligiuskapelle stammt aus den 1550er Jahren: Der HLS-Gemeindeartikel nennt 1553, der Ortsartikel 1555. Die Gerechtigkeit Meienberg unterhält sie. Die Kapelle ergänzt Amtshaus und Befestigung um einen weiteren historischen Bezugspunkt.
Der Gemeindeartikel Sins beschreibt den heutigen Gesamtort. Meienberg steht darin für die Erinnerung an eine kleine mittelalterliche Stadt, deren politischer Name lange weiterlebte.
Quellen und Orientierung
Weitere Ortsartikel finden sich in der Aargau-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
Redaktionell geprüft am 2. Oktober 2026. Keine eigene politische Gemeinde; Gemeindezugehörigkeit im Steckbrief. Für diese Ortschaft wird keine ungeprüfte eigene Bevölkerungszahl angegeben. Die Aufnahmejahre der Fotos stehen jeweils beim Bild.