Mellingen
Mellingen an der Reuss: Altstadt, Tore, Kirche und Ortsmuseum, Brückengeschichte und Bahn sowie Schule und Tagesstrukturen.
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Mellingen ist ein kleines Reussstädtchen mit Toren, Gassen und einer langen Brückengeschichte. Die Altstadt liegt am linken Ufer, während der heutige Wohn- und Arbeitsort weit über die mittelalterlichen Mauern hinausreicht. Stadtkirche, ehemaliges Rathaus und Ortsmuseum machen die Vergangenheit im Alltag sichtbar.
Mellingen auf einen Blick
| Kanton / Bezirk | Aargau / Baden |
|---|---|
| Bevölkerung | 6’332 am 30. Juni 2026 Ständige Wohnbevölkerung gemäss kantonaler Bevölkerungsstatistik |
| Gemeindefläche | 4,86 km² |
| Waldfläche | 1,57 km² |
| Höhenlage | 350 m ü. M. an der Reussbrücke |
| Postleitzahl | 5507 |
| Bahnanschluss | Mellingen Heitersberg |
| Offizielle Website | mellingen.ch |
| BFS-Nr. | 4033 |
Das Städtchen am linken Reussufer
Mellingen gehört zum Bezirk Baden. Die Reuss fliesst hier von Südosten nach Nordwesten. Die Altstadt liegt am linken Ufer in einer Ebene, die vom Wagenrain, Moränen und bewaldeten Hügeln begrenzt wird. Flussaufwärts und flussabwärts verändert sich der Landschaftsraum deutlich.
Gassen, geschlossene Häuserzeilen und erhaltene Torbauten lassen die mittelalterliche Stadtstruktur erkennen. Ein Rundgang ist kurz genug, um ihn mit einem Weg an der Reuss zu verbinden. Die Brücke bleibt dabei ein zentraler Orientierungspunkt.

Vom Dorf zur Stadt
Die ältere alemannische Dorfsiedlung lag auf der rechten Reussseite. Im Bereich der späteren Stadt bestand auf der linken Seite ein Gotteshaus, das 1045 erstmals erwähnt wird. Die Kyburger gründeten um 1230 das befestigte Städtchen und liessen eine Ringmauer errichten.
Seit 1253 ist eine Brücke über die Reuss belegt. Die Habsburger, seit 1273 Landesherren, verliehen Mellingen 1296 das Stadtrecht. Markt, Brücke und Befestigung begründeten seine Bedeutung im regionalen Verkehrsnetz.
1415 kam Mellingen zur eidgenössischen Grafschaft Baden. Die Stadt bewahrte zunächst eigene Markt- und Gerichtsrechte. Ein grosser Brand von 1505 und wiederholte militärische Besetzungen zeigen, dass diese Stellung zugleich Risiken mit sich brachte.
Brückenkopf und Mellinger Frieden
Das katholische Mellingen lag zwischen den reformierten Machtzentren Bern und Zürich. In konfessionellen Konflikten wurde die Reussquerung strategisch bedeutsam. Im Bauernkrieg von 1653 kapitulierten aufständische Bauern bei Wohlenschwil vor den Toren der Stadt. Der «Mellinger Frieden» brachte ihnen harte Bedingungen.
Nach dem Zweiten Villmergerkrieg von 1712 änderten sich die Herrschaftsverhältnisse erneut. 1798 verlor Mellingen mit der Helvetik seine Sonderstellung und kam zunächst zum Kanton Baden. Seit 1803 gehört es zum Kanton Aargau.
Kirche, Rathaus und Museum
Die katholische Stadtkirche gehört zu den markanten Gebäuden der Altstadt. Ihr Standort reicht in die frühe Ortsgeschichte zurück. Für Gottesdienste und Innenbesichtigungen sind die aktuellen Angaben der Pfarrei massgeblich.

Das ehemalige Rathaus erinnert an die städtische Selbstverwaltung. Die historische Gerichtsstube im zugehörigen Torhaus und die Stadtscheune sind Teil des Ortsmuseums. Die seit 1997 bestehende Dauerausstellung behandelt die Stadtgeschichte.

Die Sammlung wird durch eine Museumskommission betreut. Führungen für kleine Gruppen und Schulklassen sind nach Absprache möglich. Die kommunale Museumsseite nennt den Kontakt. Auch öffentliche Städtliführungen und private Gruppenführungen gehören zum Besuchsangebot.
Nationalbahn und Heitersberg
Die 1877 eröffnete Nationalbahn sollte Mellingen wirtschaftlich erschliessen. Bereits ein Jahr später ging die Bahngesellschaft konkurs. Zur Begleichung der Schulden musste die Ortsbürgergemeinde unter anderem ihren Wald an den Kanton verkaufen.
1975 wurde der Heitersbergtunnel eröffnet. Einen direkten Anschluss an diese Verbindung erhielt Mellingen aber erst im Dezember 2004 mit der Haltestelle Mellingen Heitersberg. Der heutige Bahnhalt liegt ausserhalb der Altstadt; Busse ergänzen die Verbindung zum Städtchen.
Reusswege und kultureller Alltag
Im Nordwesten fliesst die Reuss durch einen engeren, eingeschnittenen Abschnitt. Uferwege verbinden das Städtchen mit der Flusslandschaft. Je nach Strecke unterscheiden sich Untergrund, Höhenprofil und Zugänge; für eine längere Wanderung hilft die aktuelle Karte.
Kulturvereine, Bibliothek, Ludothek, Hallenbad und Veranstaltungen ergänzen das historische Besuchsprogramm. Märkte und kulturelle Anlässe machen die Altstadt zugleich zu einem heutigen Begegnungsraum. Termine bündelt die Gemeinde.
Schule und Tagesstrukturen
Die Schule Mellingen–Wohlenschwil umfasst Kindergarten, Primarschule und Oberstufenangebote im regionalen Verbund. Die Zuteilung richtet sich nach Alter, Wohnort und Schulstufe. Das Schulprofil beschreibt drei Schulstandorte.
Für Kindergarten- und Primarschulkinder bestehen in Mellingen von Montag bis Freitag Tagesstrukturen. Eltern wählen die passenden Module und melden ihr Kind an. Wohlenschwil besitzt ein eigenes Angebot für seinen Schulstandort. Die Gemeinde informiert separat über Beiträge an familienergänzende Betreuung.
Anreise und Verbindungen ab Mellingen Heitersberg lassen sich im aktuellen Fahrplan planen.
Quellen und Orientierung
Weitere Ortsartikel finden sich in der Aargau-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
Redaktionell geprüft am 2. Oktober 2026. Bevölkerungsstand: 30. Juni 2026, kantonale ständige Wohnbevölkerung. Die Aufnahmejahre der Fotos stehen jeweils beim Bild.