Mellstorf
Mellstorf in Zurzach: Kapelle, Alte Trotte und Küchenschellen am Moränenhügel Gweslig.
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Mellstorf liegt am Tägerbach im Studenland. Das kleine Dorf gehört über die frühere Gemeinde Wislikofen seit 2022 zu Zurzach. Kapelle, Alte Trotte und die Küchenschellen am Gweslig geben dem Ort ein deutlich erkennbares eigenes Profil.
Mellstorf auf einen Blick
| Kanton / Bezirk | Aargau / Zurzach |
|---|---|
| Heutige Gemeinde | Zurzach |
| Status | Ortschaft / Gemeindeteil; keine eigene politische Gemeinde |
| Erste Nennung | 1114 «Melisdorf» |
| Gemeindegeschichte | 1899 zu Wislikofen, seit 2022 Zurzach |
| Ortsbild | Kapelle von 1789 und Alte Trotte aus dem 17. Jahrhundert |
Vom eigenen Dorf zur Ortschaft
Die erste Nennung als «Melisdorf» stammt von 1114. Im Mittelalter verwaltete der Obervogt von Klingnau das Dorf; der Bischof von Konstanz und das Kloster St. Blasien besassen hier Lehenshöfe. Unter eidgenössischer Herrschaft gehörte Mellstorf zum Amt Ehrendingen.
Schon vor der Vereinigung von 1899 arbeiteten Mellstorf und Wislikofen bei Schule und Feuerwehr zusammen. Der Kanton ordnete schliesslich den Zusammenschluss an. Mit der Fusion Wislikofens zur Gemeinde Zurzach 2022 änderte sich der politische Rahmen erneut, während Mellstorf seinen Ortsnamen und seine lokale Identität behielt.
Kapelle mit einem Altar aus dem Rhein
1789 ersetzte eine neue Kapelle einen älteren Bau. Sie ist den Heiligen Sebastian und Fridolin gewidmet. Besonders bemerkenswert ist der Altar des Kaiserstuhler Künstlers Johann Friedrich Buol: Er stammt aus dem Schlösschen Schwarzwasserstelz, das auf einer Rheininsel stand und 1875 abgetragen wurde.

Die Kapelle steht unter kantonalem Denkmalschutz. Der Sebastianstag am 20. Januar gehört zur örtlichen Tradition. Kirchlich wechselte Mellstorf 1832 von Schneisingen nach Wislikofen.
Die Alte Trotte
Das Fachwerkgebäude der Trotte prägt das Dorfzentrum. Es stammt aus dem 17. Jahrhundert; das HLS nennt 1671, die Gemeindebeschreibung 1691. Diese unterschiedliche Datierung lässt sich aus den beiden Quellen nicht abschliessend auflösen.
Im Obergeschoss entstand auf private Initiative ein Museum. Unten standen früher Wein- und später Mostpressen; heute dient das Erdgeschoss als Mehrzweckraum. Für einen Museumsbesuch empfiehlt sich eine vorgängige Abklärung der Besuchsmöglichkeiten.
Gweslig und Tägerbachtal
Der Gweslig ist ein Moränenhügel aus der Risseiszeit. An seiner Südflanke wachsen neben Orchideen auch wilde Küchenschellen. Die Frühlingsblume wurde in das neue Ortschaftswappen aufgenommen. Die empfindlichen Pflanzen lassen sich vom Weg aus betrachten.
Hügel und Senken gliedern die Landschaft am Tägerbach. Vom Zurzibieter Panoramaweg öffnet sich über Rümikon hinweg ein Blick auf den Rhein und die deutschen Dörfer Lienheim und Bergöschingen. Erst 1919 erhielt Mellstorf eine Verbindung zur Rheintalstrasse. Für die heutige Anreise mit dem Bus ist der aktuelle Fahrplan massgebend. Der Gemeindeartikel Zurzach beschreibt die gemeinsamen Einrichtungen.
Quellen und Orientierung
Weitere Ortsartikel finden sich in der Aargau-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
Redaktionell geprüft am 2. Oktober 2026. Keine eigene politische Gemeinde; Gemeindezugehörigkeit im Steckbrief. Für diese Ortschaft wird keine ungeprüfte eigene Bevölkerungszahl angegeben. Die Aufnahmejahre der Fotos stehen jeweils beim Bild.