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Menziken

Menziken mit Burg: Wyna, Zigarren- und Aluminiumgeschichte, Kirchen, Bahn und Freizeit sowie Schulen und Tagesstrukturen.

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Strasse und Häuser im Zentrum von Menziken
Zentrum von Menziken, Mai 2009. Foto: Sandro Senn · CC BY-SA 3.0.

Menziken liegt im oberen Wynental an der Wyna. Zigarrenherstellung, Aluminiumindustrie und die Bahn nach Aarau prägten den Ort. Seit 2023 gehört auch Burg zur Gemeinde. Zwischen dem belebten Talboden, älteren Industriebauten und den umliegenden Höhen lassen sich verschiedene Seiten des heutigen Menziken entdecken.

Menziken auf einen Blick

Kanton / BezirkAargau / Kulm
Bevölkerung8’930 am 30. Juni 2026
Ständige Wohnbevölkerung gemäss kantonaler Bevölkerungsstatistik
LageOberes Wynental, an der Grenze zum Kanton Luzern
GemeindeteileMenziken und Burg; Zusammenschluss am 1. Januar 2023
Postleitzahl5737
BahnanschlussEndstation der Verbindung aus Aarau durch das Wynental
Offizielle Websitemenziken.ch
BFS-Nr.4139

Ein zusammengewachsener Talraum

Menziken gehört zum Bezirk Kulm und bildet mit Reinach sowie dem luzernischen Pfeffikon einen eng bebauten Siedlungsraum. Die Wyna durchzieht den Talboden. Wohngebiete, Geschäfte und Industriebauten liegen hier nahe beieinander.

Burg liegt westlich des Talbodens und besitzt einen eigenen älteren Dorfkern. Seit dem 1. Januar 2023 gehören beide Orte zur politischen Gemeinde Menziken. Die gemeinsame Verwaltung hatte bereits vor dem Zusammenschluss bestanden. Die Bevölkerungszahl im Steckbrief umfasst das heutige Gemeindegebiet einschliesslich Burg.

Schulgebäude und Sportanlage im Ortsteil Burg
Schulanlage in Burg, Januar 2010; historische Ansicht. Foto: Dietrich Michael Weidmann · CC BY-SA 3.0.

Von Manzinchouen nach Menziken

Der Ort wird 1045 als «Manzinchouen» erwähnt, wobei die Urkunde in einer späteren Abschrift überliefert ist. Römische Mauerreste und alemannische Gräber belegen ältere Siedlungsspuren.

Im Hochmittelalter gehörte Menziken zum Herrschaftsraum der Lenzburger, später der Kyburger und Habsburger. Von 1415 bis 1798 stand es unter Bern und gehörte zum Oberamt Lenzburg. Die örtlichen Gerichtsrechte waren lange mit Reinach verbunden. 1803 wurde Menziken Gemeinde im Kanton Aargau.

Baumwolle, Zigarren und Aluminium

1729 entstand eine Baumwollmanufaktur. Weitere Webereien, Spinnereien und Färbereien folgten. 1838 eröffnete Samuel Weber eine Zigarrenfabrik und legte damit einen Grundstein für die Tabakindustrie im Oberwynental.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stellten die meisten Betriebe dieser Branche ihre Produktion ein. Die Erinnerung an Tabak und Zigarren bleibt jedoch ein Teil der regionalen Industriegeschichte. Sie wird auch im Tabak- und Zigarrenmuseum Aargau Süd aufgegriffen.

Daneben kamen Maschinen- und Metallbetriebe hinzu. Die 1905 gegründete Aluminium AG wurde ein wichtiger industrieller Bezugspunkt. Die historische Luftaufnahme aus dem Bestand von Walter Mittelholzer zeigt das damalige Werksgelände in seinem Umfeld. Sie stammt aus dem Zeitraum 1918–1937.

Historische Luftaufnahme von Industriebauten der Aluminiumwerke
Historische Luftaufnahme der Aluminiumwerke Menziken, zwischen 1918 und 1937. Foto: Walter Mittelholzer · Public domain.

Auch die Herstellung von Herkules-Lastwagen gehört zur örtlichen Gewerbegeschichte. Menziken entwickelte sich somit aus einem Bauerndorf zu einem Produktionsort mit mehreren industriellen Schwerpunkten.

Kirchen und öffentliche Gebäude

Nach der Reformation gehörte Menziken zunächst kirchlich zu Gontenschwil und danach zu Reinach. Mit dem Bau der reformierten Kirche 1889–90 entstand die eigene Kirchgemeinde Menziken–Burg. Die katholische St.-Anna-Kirche wurde 1906–07 gebaut.

Die Kirchen ergänzen ältere Wohn- und Gewerbegebäude im Tal. Bei einem Rundgang wird sichtbar, wie sich der Ort entlang seiner Verkehrsachsen und Industrieflächen ausgedehnt hat. Die höher gelegenen Bereiche von Burg bieten einen anderen Blick auf diesen Siedlungsraum.

Wyna, Rickenbach und Freizeit

Die Wyna begleitet Strassen und Gebäude durch den Ort. Auch kleinere Bäche gehören zur lokalen Landschaft; der Rickenbach zeigt einen bewachsenen, stellenweise lebhaft fliessenden Wasserlauf. Ein solcher Bachabschnitt ist eine Beobachtung unterwegs und keine ausgewiesene Badeanlage.

Bachlauf zwischen Gehölzen und bewachsenen Ufern
Rickenbach in Menziken, März 2026. Foto: Jag9889 · CC BY-SA 4.0.

Die Badi Menziken an der Walzistrasse ist das kommunale Badeangebot. Die Gemeinde veröffentlicht Betriebszeiten und besondere Regelungen. Sportvereine, Waldhütten und ein Pumptrack ergänzen die Freizeitmöglichkeiten. Für Ausflüge in die umliegenden Höhen helfen die markierten Wanderwege.

Schule und Betreuung

Kindergarten und Primarschule werden durch die Schule Menziken geführt. Die Oberstufe gehört zur Kreisschule aargauSüd. Menziken ist einer ihrer Standorte; die Zuteilung zu Schulort und Schulstufe richtet sich nach den aktuellen Angaben der Kreisschule.

Die Tagesstrukturen an der Kirchstrasse 3 bieten Betreuung vom Kindergarteneintritt bis zur 6. Primarklasse. In Schulwochen stehen von Montag bis Freitag Module zwischen 6.30 und 18.30 Uhr zur Verfügung. Oberstufenkinder können auf Anfrage aufgenommen werden. Ferienbetreuung findet in ausgewählten Ferienwochen statt und wird separat angemeldet.

Eine Kita an der Pilatusstrasse ergänzt die Angebote für jüngere Kinder. Verbindliche Plätze und Anmeldung werden mit dem jeweiligen Betreiber geklärt.

Mit der Bahn aus Aarau

Seit 1904 ist Menziken Endpunkt der elektrischen Bahn durch das Wynental. Die frühere Verbindung von Beinwil am See nach Beromünster wurde 1992 durch Busse ersetzt. Heutige Verbindungen und Anschlüsse finden sich im aktuellen Fahrplan.

Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen. Beim Anzeigen wird die Karte von OpenStreetMap geladen.

Quellen und Orientierung

Weitere Ortsartikel finden sich in der Aargau-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

Redaktionell geprüft am 2. Oktober 2026. Bevölkerungsstand: 30. Juni 2026, kantonale ständige Wohnbevölkerung. Die Aufnahmejahre der Fotos stehen jeweils beim Bild.