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Merzligen

Merzligen im Seeland: ländlicher Dorfkern, St. Niklaus und sein Gefechtsdenkmal. Mit Landschaftsgeschichte, Schule HMJ und kommunalem Leben.

Aktualisiert am

Wirtschaftsteil eines Bauernhauses mit grossem Dach an der Jensgasse
Bauernhaus an der Jensgasse 10 in Merzligen, 14. Februar 2020. Foto: Andreas59Mathys · CC BY-SA 4.0. Verkleinert und komprimiert.

Merzligen liegt am Südhang des Höhenzugs zwischen Bielersee und Seeland. Zum Dorf gehört ein Teil von St. Niklaus, wo ein Denkmal an das Gefecht von 1798 erinnert. Landwirtschaft, Dorfbrunnen und die gemeinsame Schule mit Hermrigen und Jens bestimmen unterschiedliche Seiten der kleinen Gemeinde.

Merzligen im Überblick

KantonBern (BE)
VerwaltungskreisSeeland
BFS-Nummer741
Einwohner405 (ständige Wohnbevölkerung, 31. Dezember 2025)
Fläche2,30 km² (Gebietsstand 1. Januar 2026)
GemeindeOffizieller Gemeindeauftritt

Ein Dorf zwischen Feldern und Wald

Das Gemeindegebiet reicht nach Angaben der Gemeinde von etwa 440 bis 530 Metern Höhe. Ausserhalb des Dorfes bestimmen landwirtschaftliche Flächen und Wald das Bild. Von der Hanglage öffnet sich die Aussicht Richtung Frienisberg und Alpen.

In der Jensgasse stehen ältere Bauernhäuser und ein langer Gemeindebrunnen. Der auf dem Titelbild sichtbare Wirtschaftsteil an der Jensgasse 10 zeigt, wie eng Wohnen, Stall und Vorratshaltung im älteren Dorf verbunden waren. Die amtliche Siedlungskarte verzeichnet ausserdem Budlei und Holzmatt.

Langer Steinbrunnen neben der Jensgasse mit Häusern dahinter
Brunnen an der Jensgasse in Merzligen, 14. Februar 2020. Foto: Andreas59Mathys · CC BY-SA 4.0. Verkleinert und komprimiert.

Redaktioneller Vorschlag: Einen Rundgang durch die öffentlichen Dorfstrassen mit einem Weg am Feldrand verbinden. Für eine Vertiefung der Ortsgeschichte ist das von der Gemeinde angebotene Dorfbuch eine passende Ergänzung.

St. Niklaus und die Erinnerung an 1798

Der Weiler St. Niklaus ist zwischen Merzligen und Bellmund aufgeteilt. Vor der Reformation bestanden hier eine Kapelle und eine Einsiedelei an der alten Landstrasse von Bern über Aarberg nach Biel.

Ein Denkmal erinnert an das Gefecht zwischen Bernern und französischen Truppen vom 5. März 1798. Der Gedenkstein steht für ein konkretes Ereignis der Umbruchszeit am Ende der alten Eidgenossenschaft.

Hohes steinernes Gefechtsdenkmal im verschneiten Wald bei St. Niklaus
Gefechtsdenkmal bei St. Niklaus, 21. Februar 2009. Foto: Хрюша · CC BY-SA 3.0. Verkleinert und komprimiert.

Landwirtschaft und regionale Bindungen

Mittelalterliche Urkunden nennen Merzligen im Zusammenhang mit Besitzübertragungen. Zu den Grundbesitzern gehörten die Grafen von Kyburg und Neuenburg-Nidau, die Abtei Frienisberg und das Priorat St. Petersinsel. Ende des 14. Jahrhunderts gelangte der Ort an Bern und wurde im Hermrigen-Viertel der Landvogtei Nidau verwaltet.

Merzligen gehörte kirchlich zu Bürglen. Versuche, eine eigene Kirche zu gründen oder nach Kappelen umgeteilt zu werden, blieben erfolglos. Seit 1947 wird der Ort vom Pfarramt Worben betreut.

Neben Ackerbau wurde bis ins späte 19. Jahrhundert Rebbau betrieben; Flurnamen wie Feldreben und Räbli erinnern daran. Die Entwässerung des Mooses und die Güterzusammenlegung von 1978 bis 1980 verbesserten die landwirtschaftliche Nutzung.

Unterricht in Hermrigen, Jens und Nidau

Seit August 2025 werden Kindergarten sowie erste und zweite Klasse am Standort Hermrigen geführt. Die dritte bis sechste Klasse besucht den Standort Jens. Die gemeinsame Schule Hermrigen-Merzligen-Jens unterrichtet in zweistufigen Klassen.

Die Oberstufe führt an die Standorte Balainen und Burgerbeunden des Schulverbands Nidau. Die gemeinsame Tagesschule befindet sich am Schulstandort Jens. Aktuelle Informationen und Anmeldungen stellt die Gemeindeseite «Schule & Familie» bereit.

Brattig, Gemeindesaal und Dorfleben

Die Gemeinde informiert im «Merzligen Brattig» und führt einen Veranstaltungskalender. Der Gemeindesaal an der Schulgasse 1 dient örtlichen Anlässen. Im Oktober 2026 ist dort eine Informationsveranstaltung zum Projekt «Dorfträff» angekündigt.

Für regionale Verbindungen gilt der aktuelle Fahrplan. Biel/Bienne und Aarberg ergänzen die örtliche Versorgung. Weitere Gemeinden führt die Berner Übersicht.

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte ansehen.

Quellen und weiterführende Informationen

Recherchestand: 2. Oktober 2026. Bevölkerungsangabe: BFS STATPOP, 31. Dezember 2025. Fotos mit Aufnahmedatum, Urheber und Lizenz.