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Mettauertal

Mettauertal mit Etzgen, Hottwil, Mettau, Oberhofen und Wil: Kirche, Rebberge, Flösserweg und Dorfgeschichte sowie Schulen und Betreuung.

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Strasse und Kirche im winterlichen Dorf Mettau
Dorf Mettau mit der Kirche St. Remigius, Februar 2012. Foto: Badener · CC BY 3.0.

Mettauertal vereint fünf Dörfer zwischen Hochrhein und Tafeljura: Etzgen, Hottwil, Mettau, Oberhofen und Wil. Seit 2010 bilden sie eine Gemeinde, behalten aber ihre Namen und eigenen Dorfkerne. Barockkirche, Rebberge, alte Bauernhäuser und der Flösserweg verbinden ihre unterschiedlichen Geschichten.

Mettauertal auf einen Blick

Kanton / BezirkAargau / Laufenburg
Bevölkerung2’133 am 30. Juni 2026
Ständige Wohnbevölkerung gemäss kantonaler Bevölkerungsstatistik
Gemeindefläche21,59 km²
Gemeindegründung1. Januar 2010
OrtsteileEtzgen, Hottwil, Mettau, Oberhofen und Wil AG
Postleitzahlen5274 Mettau (Verwaltungszentrum)
Offizielle Websitemettauertal.ch
BFS-Nr.4184

Eine Gemeinde mit fünf Dorfkernen

Mettauertal gehört zum Bezirk Laufenburg und reicht vom Rhein in die Hügellandschaft des Tafeljuras. Etzgen liegt am Talausgang, Mettau etwas weiter landeinwärts. Die Täler führen nach Oberhofen und Wil; Hottwil liegt weiter südlich zwischen den Höhen.

Am 1. Januar 2010 nahmen die fünf früheren Gemeinden ihre gemeinsame Tätigkeit auf. Die Ortsteile behielten Namen und Postleitzahlen. Es gibt somit kein zusätzliches Dorf namens Mettauertal. Für Adressen und Ausflüge bleibt die Wahl des konkreten Ortsteils entscheidend.

Etzgen: Rhein, Fähre und Gewerbe

Etzgen ist ein Zugang zum Tal und ein Verkehrsknoten zwischen den Verbindungen entlang des Rheins und Richtung Brugg. Die historische Rheinfähre nach Albert auf der deutschen Seite ist seit dem 15. Jahrhundert belegt. Heute erinnert das Fährschiff im früheren Gemeindewappen daran.

Im Ortsteil entwickelten sich metallverarbeitende Betriebe sowie Gewerbe und Dienstleistungen. Der ältere Dorfkern liegt abseits der grossen Durchgangsstrasse. Die Bruderklausenkapelle wurde 1948 gebaut. Ältere Vielzweckbauten erzählen daneben von der früheren Landwirtschaft.

Älterer Wohn- und Wirtschaftsbau in Etzgen
Historischer Vielzweckbau an der Dorfstrasse in Etzgen, Mai 2018. Foto: Roland Zumbuehl · CC BY-SA 4.0.

Mettau und St. Remigius

Mettau wird 1254 erstmals erwähnt und war Zentrum eines Gerichtskreises des Damenstifts Säckingen. Es gehörte lange zum habsburgisch-österreichischen Fricktal. 1803 kam es zum Aargau; Wil, Oberhofen und Etzgen wurden im 19. Jahrhundert eigenständig.

Die Kirche St. Remigius entstand 1773–76 im spätbarocken Stil und übernahm den Turm der Vorgängerkirche von 1670. Fresken, Stuckaturen und marmorierte Holzaltäre prägen den Innenraum. Der Kirchenstandort gehört zu den bedeutenden historischen Bezugspunkten des Tals.

Beim Dorf vereinigen sich Mettauerbach und Etzgerbach, bevor das Wasser zum Rhein fliesst. Kleine Brücken und Uferbereiche machen diese Talstruktur auch beim Spaziergang sichtbar.

Gedeckte kleine Holzbrücke über den Etzgerbach
Gedeckte Mühle-Brücke über den Etzgerbach in Mettau, Oktober 2022. Foto: Jag9889 · CC BY-SA 4.0.

Hottwil: Bauernhäuser und bernische Geschichte

Hottwil wurde 1150 als «Hottiwilare» erwähnt. Anders als die vorderösterreichischen Nachbarn kam es 1468 an Bern und wurde 1528 reformiert. Bis zum Zusammenschluss lag es im Bezirk Brugg.

Der lockere Dorfkern besitzt alte Bauernhäuser und weitere Bauten aus dem 16. Jahrhundert. Das Untervogtshaus entstand 1538–39. Am Bären findet sich die Jahreszahl 1539. Die Ruine Wessenberg und der Weinbau am Hang ergänzen die historische Landschaft.

Dorf Hottwil in einer Landschaft mit Obstbäumen und Feldern
Hottwil mit Obstbäumen und umliegenden Hügeln, August 2018. Foto: Andreas Faessler · CC BY-SA 4.0.

Oberhofen und Wil

Oberhofen entwickelte sich aus einzelnen Höfen erst um 1800 zu einem Dorf und wurde 1832 von Mettau getrennt. Gipsabbau und ein Steinsägewerk ergänzten die Landwirtschaft. Die Werkzeuge im früheren Wappen erinnern an die Steingewinnung.

Wil besitzt mit der St.-Wendelinskapelle von 1697 einen markanten Dorfmittelpunkt. Die Reblagen Berg, Rain und Länggen stehen für seine Weinbautradition. Zur Siedlungslandschaft gehören auch Oedenholz und kleinere Gruppen von Höfen.

Der Lange Markstein erinnert an die frühere Grenze zwischen Vorderösterreich, der Grafschaft Baden und Bern. Er macht sichtbar, dass die heutigen fünf Ortsteile einst in unterschiedlichen politischen Räumen lagen.

Flösserweg und Tafeljura

Der Flösserweg führt durch das Tal und über Hottwil. Er erinnert an die Landwege, auf denen Flösser nach ihren Fahrten zurückkehrten. Das ehemalige Schulhaus in Hottwil wird als Gästehaus Flösser für Gruppen genutzt.

Waldhänge, Hochflächen und Rebberge bieten unterschiedliche Wander- und Velorouten. Der Rhein bildet im Norden die Grenze zu Deutschland. Markierte Wege und aktuelle Karten helfen bei der Tourenwahl; Aussichtspunkte lassen sich mit den Dorfkernen verbinden.

Schule und unterschiedliche Betreuungsstandorte

Kindergarten und Primarschule werden an den Standorten Etzgen und Wil geführt. Die Oberstufe gehört zur Kreisschule Regio Laufenburg mit Real-, Sekundar- und Bezirksschule.

In Etzgen bestehen Tagesstrukturen von Montag bis Freitag zwischen 7 und 18 Uhr. In Wil wird am Dienstag und Donnerstag ein Mittagstisch von 11.30 bis 13.30 Uhr angeboten. Ferienbetreuung muss separat gebucht werden; Feiertage und Betriebspausen sind zu berücksichtigen.

Für die Anreise und Wege zwischen den Ortsteilen helfen die Busverbindungen im aktuellen Fahrplan.

Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen. Beim Anzeigen wird die Karte von OpenStreetMap geladen.

Quellen und Orientierung

Weitere Ortsartikel finden sich in der Aargau-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

Redaktionell geprüft am 2. Oktober 2026. Bevölkerungsstand: 30. Juni 2026, kantonale ständige Wohnbevölkerung. Die Aufnahmejahre der Fotos stehen jeweils beim Bild.